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| 16:11 Uhr

Stadtentwicklung
„Brandschutz ist Pflichtaufgabe“

Winteridylle am Schloss. Schön wäre es. Sowohl vom Wetter her, als auch sonst. Aber der innerstädtische Streit um die Zukunft des Hauses trübt die Stimmung. Wird er beigelegt werden können?
Winteridylle am Schloss. Schön wäre es. Sowohl vom Wetter her, als auch sonst. Aber der innerstädtische Streit um die Zukunft des Hauses trübt die Stimmung. Wird er beigelegt werden können? FOTO: privat
Uebigau. Bürgermeister Andreas Claus hat die in der Dezembersitzung zum Thema Schlossherberge aufgemachte Ablehnung mit Verweis auf bereits gültigen Grundsatzbeschluss beanstandet. Von Sylvia Kunze

In Uebigau-Wahrenbrück bleibt das Miteinander angespannt. Aktueller Streitapfel ist die Schlossherberge. Deren, in mehreren Bauabschnitten geplante Sanierung ist zwar mehrheitlich im Sommer beschlossen worden. Ein in der letzten Stadtverordnetenversammlung in diesem Jahr vorgelegter Beschluss zur Vergabe von Ingenieurleistungen für den Umbau einschließlich des technischen Nachweises zum Brandschutz wurde jedoch abgelehnt.

Bürgermeister Andreas Claus hat diesen Beschluss inzwischen mit Verweis auf den im Sommer gefassten Grundsatzbeschluss beanstandet. Aber den Diskussionen in der Stadt gebietet dieser formale Akt natürlich längst noch keinen Einhalt. Viele Uebigauer bangen um die Zukunft „ihres“ Schlosses und fürchten gar ein Aus für die darin befindliche Herberge.

Die Sorge ist nicht unbegründet, denn ohne Erfüllung der Brandschutzauflagen wird es auf Dauer keine Betriebserlaubnis mehr für das Haus geben. „Brandschutz ist eine Pflichtaufgabe. Deshalb dürfen und können daran keine Abstriche gemacht werden“, sagt Claus und kündigt an, in der nächsten Stadtverordnetenversammlung im neuen Jahr, die ist allerdings erst im Februar, das Thema noch einmal zu diskutieren und den Beschluss erneut zur Abstimmung vorzulegen.

„Wir machen doch nicht das gesamte Areal rund um das Schloss schick, um dann mittendrin stehenzubleiben“, macht er deutlich, dass er sich für ein weiteres Voranschreiten der Sanierung stark machen will. Und benennt noch weitere Gründe. Zum Beispiel, dass es zumindest in der Kurstadtregion kein anderes Haus wie dieses gäbe, das solchen Zielgruppen wie Vereinen, Schulen oder Jugendgruppen eine Unterkunft biete. Dass die Herberge eine wichtige Komponente im städtischen Gefüge darstelle und ein starker Partner (nicht nur) für touristische Anbieter der Region sei. Und dass sich Ansprüche ändern und man deshalb über Sanierungen im Haus nachdenken müsse, wenn man sich der schwarzen Null nähern wolle.

Von der ist man noch deutlich entfernt. Aber: Schloss-Leiterin Silke Linke bilanziert eine gute Entwicklung und stellt die Frage: „Wollen wir uns den mühsam aufgebauten Tourismus kaputtmachen?“ Sie weiß, dass viele Partner davon „leben“ und freut sich, mit ihnen eine sehr gute Zusammenarbeit zu pflegen. „Es ist an der Zeit, allen mal ein herzliches Dankeschön auszusprechen“, will sie nicht unerwähnt lassen, dass man nur miteinander stark sein könne.

Aber sie weiß auch: „Um die Schlossherberge weiter so nutzen zu können, muss unbedingt das Brandschutzkonzept umgesetzt werden.“ Silke Linke sieht in den im Gesamtkonzept aufgeführten Investitionen „eine Investition in ein Stück Stadtgeschichte und in das Leben einer Stadt“ und hofft, dass die Abgeordneten doch noch einlenken.

„Das Gesamtkonzept war vom Fördermittelgeber gefordert“, verteidigt Bürgermeister Andreas Claus das einst vorgelegte Papier. Wie es nun umgesetzt werde, auch in welchem Zeitrahmen, darüber müsse man sprechen.