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| 11:19 Uhr

Brandbekämpfung in der Annaburger Heide
Für den nächsten Sommer gut gewappnet

 Nicht erst seit dem verheerenden Waldbrand im vergangenen Jahr in der Annaburger Heide weiß man im Bundesforstbetrieb Mittelelbe, wie wichtig die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Feuerwehren ist.
Nicht erst seit dem verheerenden Waldbrand im vergangenen Jahr in der Annaburger Heide weiß man im Bundesforstbetrieb Mittelelbe, wie wichtig die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Feuerwehren ist. FOTO: Sven Gückel
Züllsdorf. Experten erörtern Brandschutzmaßnahmen für die Annaburger Heide. Von Sven Gückel

Einmal im Jahr lädt der Bundesforstbetrieb Mittelelbe die Freiwilligen Feuerwehren der Anliegergemeinden zur Annaburger Heide (Herzberg, Beilrode und Annaburg) sowie angeschlossener Ortsteile in Vorbereitung der kommenden Waldbrandsaison zum Informationsaustausch ins Truppenlager Rosenfeld ein.

Nicht erst seit dem verheerenden Waldbrand im vergangenen Jahr weiß man im Bundesforstbetrieb Mittelelbe, wie wichtig die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Feuerwehren ist. „Dieses Feuer hat uns noch sensibler gemacht, aber auch gezeigt, wo Schwachstellen in der möglichen Brandbekämpfung sind“, sagt der Leiter des Betriebsbereiches Ost Annaburger Heide, René Bruschke. Gemeinsam mit Stabsfeldwebel Mario Reihs, Standortfeldwebel des Bundeswehrstandortes Schönewalde-Holzdorf, wertete er deshalb im Beisein der anwesenden Feuerwehrleute nochmals das intensive Waldbrandgeschehen des Jahres 2018 aus.

Die Holzerntemaßnahme auf der Großbrandfläche im Revier Kreuz sei inzwischen abgeschlossen, die planmäßige Wiederaufforstung ist für das Frühjahr 2020 geplant. Darüber hinaus laufen derzeit Erneuerungen und Verbesserungen an acht Löschwasserbrunnen. Finanziert wird dies aus Mitteln des Bundes.

 Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem, wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018.
Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem, wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018. FOTO: Sven Gückel
 Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem, wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018.
Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem, wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018. FOTO: Sven Gückel

Weiterhin wurden mehrere Brückenbauprojekte zur Verbesserung der Befahrbarkeit des zum Teil unwegsamen Übungsareals angeschoben. „Mittlerweile fanden auch Gespräche zur Verbesserung der Telekommunikation sowie der automatisierten Waldbrandüberwachung in der Annaburger Heide statt. Leider konnten in diesem Zusammenhang noch keine Ergebnisse erzielt werden“, bedauerte Bruschke. Als Ursache nannte er die Schwierigkeiten länderübergreifender Zusammenarbeit und bislang ungeklärte Fragen zur formalen Zuständigkeit und Finanzierung der angedachten Vorhaben.

Einen weiteren Schwerpunkt der Unterredung von Feuerwehr, Bundesforst und Bundeswehr bildete die nochmalige Unterweisung zum Thema Fundmunition. „Sie ist unablässig, da in Teilbereichen des Schießplatzgebietes nach wie vor eine erhebliche Gefahr durch Munition besteht“, so Mario Reihs. Diese besonders sensiblen Bereiche sollen auf Vorschlag des Bundesforstbetriebes mittelfristig von breiten Feuerschutzschneisen umschlossen werden, so dass sich ein Übergreifen von Vollfeuern auf größere Waldbereiche verhindern lässt. Grundlage hierfür ist die im März 2019 zwischen Bundeswehr, Bundesforst und dem Bundeswehrdienstleistungszentrum Doberlug-Kirchhain verabredete Ausweisung von Waldfunktionen, die neben Lärm- und Sichtschutzpflanzungen auch ein umfangreiches Flächenpaket an Brandschutzmaßnahmen umfasst. Während Waldumbaumaßnahmen, etwa durch aktive Laubholzanreicherungen, erst nach Jahren wirksam werden und auf den nährstoffarmen, trockenen Standorten der Heide eher schwierig sind, setzt der Bundesforstbetrieb ganz bewusst auf „technische Waldbrandvorsorge“. Gleichwohl, ergänzte Bruschke, werden Laubholzanreicherungen weiterhin flankierend umgesetzt.

In den vergangenen Jahren wurde durch die Feuerwehren bei Einsätzen in der Annaburger Heide immer wieder die fehlende Ausstattung mit aussagefähigem Kartenmaterial bemängelt. Inzwischen konnte der Bundesforstbetrieb, dank der Unterstützung der bundesforsteigenen Kartenstelle in Hannover, für die gesamte Bundesliegenschaft, und damit nicht nur den militärisch genutzten Teil der Heide, eine länderübergreifende Rettungs- und Waldbrandeinsatzkarte präsentieren. Sie wurde den Feuerwehren in gedruckter sowie digitaler Form übergeben. Den Einsatzleitstellen und Waldbrandschutzbehörden der Länder wurden diese Unterlagen bereits im Vorfeld zugeleitet. „Die Unterlagen enthalten Angaben zu Rettungspunkten, Löschwasserstellen sowie den Hauptfahrwegen und definieren besonders waldbrandgefährdete Bereiche“, hob René Bruschke die Bedeutung des Kartenmaterials hervor. Mit ihm sollen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren im Brandfall schneller an die Brandherde geführt werden und den Einsatzleitungen noch bessere Hilfestellungen zur Bekämpfungstaktik geben. Gleichzeitig können so künftige Investitionsvorhaben für den Brandschutz auf der Grundlage der gemeinsam abgestimmten Konzepte zielgerichteter und mit mehr Planungssicherheit angegangen werden.

 Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018.
Selten zuvor hielt ein Feuer die Wehren der Region so in Atem wie der Brand in der Annaburger Heide im August 2018. FOTO: Sven Gückel