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| 19:44 Uhr

Kulturgenuss in wunderbarem Ambiente
Das gute Amerika in den Park geholt

Brandenburgische Sommerkonzerte im Schlosspark Stechau FOTO: Jürgen Weser
Stechau. Das größte Brandenburgische Sommerkonzert lockt 2400 Besucher nach Stechau. Die Gäste sind begeistert. Von Jürgen Weser

Das 15. Sommerkonzert glänzt mit Besucherrekord. Schon Stunden vor dem Konzert heißt es am Sonnabend Flanieren und Picknicken im weitläufigen Schlosspark von Stechau. Die Musiker vom Sinfonischen Orchester Prag fühlen sich wohl im Ambiente von Schlossherr Dr. Bardia Khadjavi-Gontard. Sie sind hier unter der Leitung von Stefan Britvik musikalische Wiederholungstäter.

Heilwalt Georg Kröner bedankt sich als Vorstandsvorsitzender der Brandenburgischen Sommerkonzerte bei allen Helfern und der Sparkasse Elbe-Elster, unter dessen Patronat das Sommerkonzert zum wiederholten Mal stattfindet. Für ihn sei das Stechauer Konzert das größte und „eines der schönsten“ Brandenburgischen Sommerkonzerte.

 Höhepunkt der diesjährigen Brandenburgischen Sommerkonzerte:  Mit Spielleidenschaft ist das „Sinfonische Orchester“ Prag in Stechau zu erleben.
Höhepunkt der diesjährigen Brandenburgischen Sommerkonzerte:  Mit Spielleidenschaft ist das „Sinfonische Orchester“ Prag in Stechau zu erleben. FOTO: Jürgen Weser

Mitgebracht haben die 60 Musiker aus Prag Bedrich Smetanas „Mein Vaterland“ und Musik der amerikanischen Kompositionen Leonard Bernstein und George Gershwin. „Damit wollen wir unsere amerikanischen Freunde grüßen und daran erinnern, dass es ein anderes, besseres Amerika als das von Trump gibt“, erklärte Gontard in seinem Grußwort die Auswahl des Konzertprogramms und bekam dafür Beifall. Großen Beifall für ihn gab es auch für die Tatsache, „dass ich in der letzten Woche zweimal das Riesenareal des Parks selbst gemäht habe“, wie er schmunzelnd verriet.

 Familientreffen: Picknick vor und während des Konzertes war angesagt im Stechauer Schlosspark, hier Gäste aus Herzberg und aus Uebigau.
Familientreffen: Picknick vor und während des Konzertes war angesagt im Stechauer Schlosspark, hier Gäste aus Herzberg und aus Uebigau. FOTO: Jürgen Weser

So viele Konzertgäste wie noch nie nutzten diesmal den frisch gemähten Rasen, um sich abseits der Besucherstühle auf ihren mitgebrachten Campingstühlen und Decken oder einfach auf dem Rasen oder am Wasser mit den Zutaten für ein schönes Picknick niederzulassen und so das Konzert zu genießen. Dazu gehörte auch der große Familienverbund um Uwe und Petra Schäfer aus Uebigau und Conny Höhne aus Herzberg. „Wir nutzen das Konzert als Familientreffen und haben Leute bis aus Leipzig dabei.“

Aus Düsseldorf sind Klara und Anna mit ihren Eltern zum Besuch beim Schlossherrn angereist und wollen unbedingt mit den drei kostümierten Waldfeen Valeska Rein, Jessika Schwante und Madelen Werner von der „Living Doll Company“ aus Berlin, die durch den Park schweben, mit aufs Foto. Durch den Park mit einem Glas Wein aus Schlieben wandeln, etwas Deftiges oder Süßes leckern oder etwas über die Verbindung des Dichters Hölderlin mit dem Schloss Stechau auf der Stele am Teich erfahren, den Besuchern geht es gut.

 Die Waldelfen scheinen direkt von der Prager Königsburg gekommen zu sein. Das zauberhafte Ambiente im Park findet viele Bewunderer.
Die Waldelfen scheinen direkt von der Prager Königsburg gekommen zu sein. Das zauberhafte Ambiente im Park findet viele Bewunderer. FOTO: Jürgen Weser

Besonders gut geht es allen beim Konzert. Großartig, wie die Musiker mit Smetanas „Mein Vaterland“ die Romantik der Prager Königsburg Vysehrad mit einschmeichelnder Harfenmusik zu Beginn und temporeichem Orchesterspiel bis zum elegischen Ausklang nahebringen, bevor sie die Moldau in ihrem Verlauf von den Bächen über die Stromschnellen unter temperamentvollem Dirigat von Stefan Britvik mit einem orchestralen Klangorkan aller Instrumentengruppen fiktiv durch den Park fließen und schließlich mit breitem Gleichklang majestätisch durch Prag fließen lassen.

Schließlich lassen die Musiker mit zerrissenen Sequenzen und wütenden Triolenläufen Leidenschaft zu Gemetzel als Rachefeldzug der „böhmischen Mägde“ mit der Amazone Sárka nach dem Hornsignal werden.

Allen Musikern ist die Spielfreude bei Bernsteins expressiver Tonfolge mit den „Sinfonischen Tänzen“ anzusehen und vor allem zu hören, bevor sie mit Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ dessen sich wie von selbst ergebende Verbindung von Jazz und Konzertmusik zelebrieren, die Verbundenheit zu Paris ebenso gekonnt hörbar machen wie den heimweh-Blues nach New York. Die Zugabe nach dem fordernden Applaus nimmt das abschließende Feuerwerk vorweg. 

Wer noch einmal Brandenburgisches Sommerkonzert erleben möchte, sollte am 18. August ins Amphitheater nach Großkoschen. Dort sind Marc Secara und die BigBand der Deutschen Oper Berlin mit „Count Basie Meets Frank Sinatra“ zu Gast. 

Brandenburgische Sommerkonzerte im Schlosspark Stechau FOTO: Jürgen Weser