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| 16:38 Uhr

Frauentag in Elbe-Elster
Blumen und Sekt für die Damen

 An der Feier zum Internationalen Frauentag wird im Seniorenzentrum Pro Civitate in Elsterwerda nicht gerüttelt. Er wird heute Nachmittag mit einem kleinen Programm des Singkreises Bad Liebenwerda begangen. Dazu gehört auch, dass Leiter Ronny Kuhn alle 85 Bewohnerinnen mit einer Rose und die 60 Mitarbeiterinnen mit einem Primeltopf beschenkt. Anschließend wird mit einem Glas Sekt angestoßen. Himmelfahrt werden dann die Männer bedacht.
An der Feier zum Internationalen Frauentag wird im Seniorenzentrum Pro Civitate in Elsterwerda nicht gerüttelt. Er wird heute Nachmittag mit einem kleinen Programm des Singkreises Bad Liebenwerda begangen. Dazu gehört auch, dass Leiter Ronny Kuhn alle 85 Bewohnerinnen mit einer Rose und die 60 Mitarbeiterinnen mit einem Primeltopf beschenkt. Anschließend wird mit einem Glas Sekt angestoßen. Himmelfahrt werden dann die Männer bedacht. FOTO: LR / Manfred Feller
Elbe-Elster. Die Zeiten der großen Feiern zum Internationalen Frauentag sind fast überall in den Betrieben und Einrichtungen vorbei. Eine Aufmerksamkeit ist dennoch vielerorts üblich und willkommen. Von Sylvia Kunze, Heike Lehmann, Frank Claus und Manfred Feller

Im Bundeswehrdienstleistungszentrum Doberlug-Kirchhain hat die Gleichstellungsbeauftragte Karina Kammer für Freitag zur jährlichen Frauenversammlung eingeladen. „Dass unsere Zusammenkunft auf den 8. März, den Internationalen Frauentag, fällt, ist kein Zufall. Es geht ja darum, wie die Gleichstellung der Frauen verwirklicht wurde. Außerdem organisiere ich  einen thematischen Vortrag für diesen Tag“, sagt Karina Kammer. Gereicht werden Kaffee und Kuchen und vorbereitet ist auch eine Überraschung. Etwa 60 Frauen von der Dienststelle Doberlug-Kirchhain, auch einige aus Holzdorf und Strausberg, treffen sich am Vormittag im Refektorium am Schloss Doberlug. Die Teilnahme ist freiwillig. Insgesamt vertritt Karina Kammer als Gleichstellungsbeauftragte 1300 zivil beschäftigte Frauen als personalbearbeitende Dienststelle.

Bei der Medizintechnik & Sanitätshaus Harald Kröger GmbH werden Kundinnnen der Gesundheitspassage in Massen-Niederlausitz am Frauentag mit einer Blume begrüßt. „Auch ein Glas Sekt wird angeboten“, heißt es. Und gute Tradition im Firmenverbund ist, dass jede Mitarbeiterin eine Rose bekommt. Das übernehmen die Herren im Hause. Der Firmenverbund hat einen knapp 70-prozentigen Frauenanteil bei den Beschäftigten.

Bei der MAGE Roof & Building Components GmbH in Herzberg werden die Frauen heute möglicherweise leer ausgehen. Geschäftsführer Dr. Günter Unterkofler, ein Schwabe, weiß inzwischen zwar um die etwas höhere Bedeutung des Ehrentages im Osten, als er hierher kam, war es für ihn „allerdings völlig neu. Das kannte ich aus den alten Bundesländern nicht.“ Er hat stattdessen schon zu Wochenbeginn was springen lassen: Pfannkuchen zum Rosenmontag — für alle.

Helmut Hoffmann, Chef der Uebigauer Uesa GmbH, muss passen: „Wir arbeiten inzwischen so weit verzweigt und in Schichten, da bekommen wir es nicht mehr auf die Reihe, alle Frauen zu überraschen. Auch wenn mir bewusst ist, dass wir Männer ohne Frauen wie ein Hund ohne Schwanz herumlaufen würden.“ Zumindest der engste Damenkreis soll aber von ihm mit Blumen beglückt werden, verspricht er.

Auch im Falkenberger Rathaus schafft Bürgermeister Herold Quick nur noch „die mittlere Etage und die Amtsleiterinnen in der Nebenstelle mit einem netten Gruß“, zu versorgen, „denn ich habe ein gutes Team und bin stolz auf meine Frauen“.

Die Herzberger Rathausspitze überlässt die „Frauentagsfeierlichkeiten“ den männlichen Kollegen der einzelnen Ämter. Im Bauamt laden die Herren ihre Kolleginnen zum Frühstück ein.

Einen Blumengruß gibt es für Frauen, die am Freitag als Gäste das BlauHaus im Elster-Park in Herzberg besuchen. Den Blumengruß für seine Mitarbeiterinnen besorgt Elster-Park-Chef Robert Haenzel ganz privat.

Seit mehr als 20 Jahren erhalten die Frauen im Holz-Zentrum Theile in Elsterwerda einen Blumengruß zum Frauentag. „Wir brauchen dazu keinen staatlichen Feiertag, wir schätzen und achten unsere Frauen auch so“, sagt Mit-Geschäftsführer Hartmut Theile.

In der REISS Büromöbel GmbH in Bad Liebenwerda ist es der Betriebsrat, der diesen Tag besonders vorbereitet. Auch dort gibt es für die Frauen des Unternehmens einen Blumengruß.

Im Spezialitätenladen in Elsterwerda kann Inhaberin Gabriele Draxler sehr genau beobachten, wie der Frauentag begangen wird. „Ich habe mehrere, zumeist  kleinere Firmen und Institutionen, die bei mir Präsente für ihre Mitarbeiterinnen bestellen.“ Zumeist werde Süßes, ein Likör oder Produkte der gesunden Ernährung verpackt. Die meisten Firmen geben zwischen fünf bis 15 Euro für ihre Damen aus, so Gabriele Draxler.

„Eine schön verpackte Blume“ erhalten die zwölf Frauen, die im Unternehmenverbund der Röderland GmbH Bönitz beschäftigt sind, verrät der 1. Geschäftsführer Manfred Stahr. „Aber bitte mit Wurzel, damit sie länger hält“, ruft Kornelia Pösch, Assistentin der Geschäftsführung, aus dem Nachbarzimmer herüber. Der Betrieb hat heute insgesamt nur noch 38 Beschäftigte. Zu DDR-Zeiten haben die zahlreichen in der Genossenschaft beschäftigten Frauen mit dem Bus einen Ausflug unternommen, während die Männer deren Aufgaben im Stall erledigt haben. „Heute beherrschen die Männer die Melktechnik gar nicht mehr“, schmunzelt Geschäftsführer Manfred Stahr.

Nächste Woche lädt der Kreisbauernverband Elbe-Elster zur Frauentagsfeier ein.

Auch am Andros-Standort in Elsterwerda (ODW) lassen sich die Herren für die Damen etwas einfallen. „Betriebsrat und Unternehmensleitung werden am Vormittag jeder Dame, die im Betrieb arbeitet, eine Rose überreichen – als nette Geste zum Internationalen Tag der Frau“, teilt Wolfgang Rommel, Kommunikation & Konzept, mit.

Am Evangelischen Gymnasium Doberlug-Kirchhain hat sich die Männerwelt auch vorbereitet. Die weiblichen Mitarbeiterinnen bekommen dort am Freitag einen blumigen Frühlingsgruß. Wie die RUNDSCHAU in Erfahrung brachte, werden es aber keine roten Frauentagsnelken sein.

  Archivfoto: Fotolia/K.-U. Häßler
Archivfoto: Fotolia/K.-U. Häßler FOTO: Fotolia/K.-U. Häßler