| 16:39 Uhr

Elbe-Elster
„Blaulichtreport“ im Rampenlicht

Sören Zaack, Kai Treppe, Roy Schultze, Sebastian Voigt (v.l.) sind vier von neun Blaulichtreportern in Elbe-Elster. Auf die Nominierung für den Förderpreis sind sie wahnsinnig stolz.
Sören Zaack, Kai Treppe, Roy Schultze, Sebastian Voigt (v.l.) sind vier von neun Blaulichtreportern in Elbe-Elster. Auf die Nominierung für den Förderpreis sind sie wahnsinnig stolz. FOTO: Blalicht-Report / LR
Elbe-Elster. Die Reporter aus Elbe-Elster sind für den Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministers nominiert. Von Birgit Rudow

Im Alltag arbeiten  sie als Landwirt, Kfz-Mechatroniker, Be- und Entlader, Kraftfahrer, angehender Koch oder angehender Notfallsanitäter. In ihrer Freizeit sind sie Blaulichtreporter und fast täglich im Landkreis unterwegs. Seit fast drei Jahren gibt es das Projekt „Blaulichtreport Elbe-Elster“. Das Ziel der neun Reporter ist es, das Interesse der Öffentlichkeit für das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu wecken. So berichten die Reporter von Einsätzen, Veranstaltungen, Übungen  oder der Ausbildung bei Feuerwehr, THW, DRK, Johannitern, Polizei, Notfallseelsorge oder DLRG.

Mittlerweile hat sich „Blaulichtreport“ in Elbe-Elster einen Namen gemacht. „Am Anfang waren alle skeptisch, doch mittlerweile besteht eine Zusammenarbeit mit allen 33 Gemeinden im Kreis. Die Nachfrage nach uns ist sehr hoch. Das Feed­back der Kameradinnen und Kameraden sowie in der Bevölkerung ist großartig. Auf Facebook verfolgen uns knapp 13 000 Personen, hauptsächlich aus dem Landkreis. Damit sind unsere Erwartungen   weit übertroffen“, sagt Projektleiter Sebastian Voigt.

Mit ihrem Projekt konnten die Blaulichtreporter aus Elbe-Elster auch eine renommierte Jury überzeugen, die die Gewinner der Förderpreise „Helfende Hand“ festlegt, die der Bundesinnenminister alljährlich vergibt. Unter hunderten Bewerbungen wurde „Blaulichtreport Elbe-Elster“ ausgewählt und gehört zu den 15 Nominierten, die am Montag im Innenministerium in Berlin an der Verleihung teilnehmen dürfen. Die Blaulichtreporter sind in der Kategorie „Förderung des Ehrenamtes im Bevölkerungsschutz“ aufgestellt. „Es ist unglaublich, dass wir in  wenigen Tagen bei der Verleihung dabei sein dürfen. Wir sind unfassbar stolz. Ohne die Unterstützung vieler Kameradinnen und Kameraden aus den verschiedensten Hilfsorganisationen des Landkreises wäre solch ein Erfolg nicht möglich gewesen. Auch der Kreisbrandmeister und sein Stellvertreter haben uns im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tatkräftig unterstützt. Ob wir die ‚Helfende Hand’ wirklich verdient haben, werden wir am Montag erfahren“, sagt Sebastian Voigt.

Doch auch, wenn es am Ende nicht ganz reichen sollte, so ist allein die Nominierung der jungen Männer aus dem Elbe-Elster-Kreis aller Ehren wert. Wie der Projektleiter berichtet, vergeht kein Tag, an dem sie nicht mit dem Projekt beschäftigt sind. „Die Organisation nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Unter der Woche haben wir alle Hände voll zu tun. Es vergeht auch kein Wochenende, an dem kein Reporter unterwegs ist. Das letzte freie Wochenende hatten wir wohl in der Weihnachtszeit 2016“, sagt Sebastian Voigt. Und das alles ehrenamtlich. Außerdem sind die Reporter selbst noch in den Feuerwehren tätig, um ihren Wissensstand zu erweitern oder im Ernstfall auch Menschenleben zu retten.

Die Information zu den Einsätzen erhalten die Blaulichtreporter fast immer von der Leitstelle Lausitz, aber auch die Polizei informiert über größere Ereignisse. Dann schauen die Reporter, ob jemand Zeit hat und rausfahren kann. „Meist rückt ein Reporter aus. Es gibt aber Einsätze, da ist einer zu wenig. So war es zum Beispiel beim Großbrand des Autohauses in Elsterwerda oder beim Brand des Hauses der Freundschaft in Finsterwalde. Hier waren wir jeweils mit zwei Mitgliedern vor Ort. Zu einem Tag der offenen Tür ist es meist einer. Bei der diesjährigen Landesmeisterschaft der Feuerwehren in Brandenburg, die in Doberlug-Kirchhain stattgefunden hat, waren wir mit  vier Mitgliedern im Einsatz. Für uns war die Landesmeisterschaft eine große Chance, unser Projekt über den Landkreis hinaus bekannter zu machen“, sagt Sebastian Voigt.

Für die Blaulichtreporter steht bei ihrer Berichterstattung die Arbeit der Hilfsorganisationen im Vordergrund. Das Geschehnis selbst möchten sie meist im Hintergrund belassen. Es gibt aber auch mal das eine oder andere Foto von einem Verkehrsunfall oder Brand. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen auch sehen, welche Bilder die Einsatzkräfte verkraften bzw. verarbeiten müssen“, so der Projektleiter. Bei Ausbildungen, Veranstaltungen und Übungen gibt es eine enge Zusammenarbeit und Vertrauensbasis zwischen den Einsatzkräften und den Reportern, auch im Sinne der  Nachwuchsgewinnung für die Hilfsorganisationen. „Für den Nachwuchs werden wir speziell im kommenden Jahr werben. Die Planungen haben bereits begonnen. Mehr wird aber noch nicht verraten“, so Sebastian Voigt.

Anfang Oktober waren die Blaulichtreporter Elbe-Elster auch auf der Floriansmesse in Dresden vertreten, denn die elektronischen Medien allein reichen nicht für ihre Zwecke. Die persönlichen Gespräche zwischen den Einsatzkräften und den Menschen seien wichtig, so Voigt. Die Messe rund um die Feuerwehr, den Rettungsdienst und den Bevölkerungsschutz war eine gute Möglichkeit, das Projekt Blaulichtreport zu präsentieren. Gleichzeitig haben die Reporter den Landkreis und seine Hilfsorganisationen vertreten.

An dem Stand in Dresden hätten sich viele Besucher und auch Fachpublikum für das Projekt und seine Ziele interessiert, sagt Sebastian Voigt. Genau das ist es, was die Blaulichtreporter erreichen möchten. Und weil ihnen das gut gelingt, fahren sie am Montag nach Berlin.