Von Rico Meißner

Dass sowohl das Haus als auch das umliegende Areal der Schlossherberge einige Jahre mehr auf dem Buckel hat als lediglich 25, ist bekannt. Seit 1994 allerdings läuft das Gebäude, das bereits seit 1951 als Jugendherberge dient, als „Schlossherberge“ unter städtischer Regie Uebigau-Wahrenbrücks. Grund genug, am Samstag bei einem „Tag der offenen Tür“ dieses Vierteljahrhundert Revue passieren zu lassen und Ausblicke in die Zukunft zu vermitteln.

„Ein ganz gemütlicher, entspannter Nachmittag“, so hatten es „Schlossherrin“ Silke Linke und ihr Team angedacht und vorbereitet – und so wurde es auch umgesetzt. Neben Informationen zur Historie und Zukunft der Herberge gab es bei Kaffee, Kuchen und Harfenmusik für die Besucher reichlich Gelegenheit, die Zimmer, den Park oder einfach die Herberge an sich in Augenschein zu nehmen.

Viel Geschafft in den vergangenen Jahren

Der eigens für diesen Tag erstellte Flyer rückt dabei auch gleich das Augenmerk auf Dinge, die bereits geschafft worden sind. Sei es die Dach- und Fassadensanierung Ende der 1990er-Jahre, der Umbau eines leerstehenden Hauses zu einem Gästehaus im Jahr 2003, die vier Jahre später in Betrieb genommene Wasserwanderraststation oder die Instandsetzung der Remisengebäude bis 2011. Auch die Umgestaltung von Schlosshof und Parkanlage bleiben hier nicht unerwähnt.

Vor allem Schülergruppen, Vereine, Radtouristen und Familien nutzen gegenwärtig die Herberge. Komplett ausgelastet ist man noch nicht, besonders in den Wintermonaten. Aber generell gelte: „Die Tendenz ist eindeutig steigend“, so Silke Linke.

Für die Zukunft stehen noch eine Vielzahl von Maßnahmen auf dem Programm. „Geplant sind fünf Bauabschnitte für etwa fünf Jahre“, berichtet Christiane Lörks vom Architekturbüro „ATEA“ aus Riesa, das schon länger an dem Objekt tätig ist. Als erster Abschnitt gilt es, den Anforderungen an den Brandschutz gerecht zu werden. Neben Innenarbeiten steht hierbei auch eine Außentreppe auf der Agenda.

Weiterhin ist angedacht, sämtliche Zimmer in den Wohnetagen „durchzusanieren“, inklusiv neuer Elektrik- und Sanitäreinrichtungen. Im Obergeschoss werden einige Zimmer auch eigene Sanitärräume erhalten, aber „es wird auch immer eine Jugendherberge bleiben“, so Lörks. „Dann aber mit sanitären Anlagen auf jeder Etage.“

Auch ein barrierefreier Zugang ist geplant

Außerdem geplant ist ein Treppenaufgang aus dem Kellerbereich, der die jetzige Treppe im Wintergarten ablösen soll und so den Weg zu dessen Sanierung freimacht. Ermöglicht werden soll auch ein barrierefreier Zugang, voraussichtlich über eine Rampe in den Kellerbereich hinunter mit dort angebundenem Fahrstuhl. Der gegenwärtig als Küche genutzte Raum neben dem Eingangsbereich soll einer Rezeption weichen. Der Wirtschaftstrakt „wandert“ dann komplett in den Keller. „Wir wollen die Arbeiten größtmöglich bei laufendem Betrieb, vorzugsweise im Winter, vornehmen“, meint Lörks. „Auch wenn es Neuerungen geben wird, so werden wir alles daran setzen, soviel wie möglich von der alten Substanz zu erhalten, um das Ambiente zu bewahren. Dieses sehr schöne Haus verdient diese Aufwertung, egal wie viel auch noch zu tun ist.“

Für Bürgermeister Delf Gerlach ist klar, wo die Schlossherberge in weiteren 25 Jahren stehen soll: „Sie wird hoffentlich immer noch im Herbergsbetrieb sein, dann aber mit einem deutlich verbesserten Ambiente und gehobenerem Standard. Und natürlich im Idealfall vollständig ausgelastet.“ Hier schwingt der Hintergrund mit, dass sich das Haus schließlich zukünftig wirtschaftlich selbst wird tragen können; ein keineswegs zu unterschätzender Punkt.

Zufriedene Herbergsbesucher

Die bisherigen Besucher, blättert man in den Gästebüchern, scheinen jedenfalls auch bisher zufrieden zu sein. Es gibt so gut wie ausschließlich positive Rückmeldungen. Und ebenso scheint die Schlossherberge die Stadt Uebigau auch weitreichender bekannt zu machen. Der bis dato letzte Eintrag stammt jedenfalls aus Köln.