ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Biker sind große Familie

Lang, lang ist es her, dass sich ein paar Motorradfreunde in Wehrhain zusammentaten und das erste Bikertreffen auf die Beine stellten. Mittlerweile ist der Motorradstammtisch ein eingetragener Verein und zudem eine zwanzigköpfige Familie geworden, in der es immer herzlich zugeht. Und am Wochenende jährte sich das traditionelle Treffen in Wehrhain schon zum fünfzehnten Mal. Von Christian Nitsche

Alte Bekannte, aber auch neue Gesichter schickten sich an, zum Geburtstag zu gratulieren. Sogar das ein oder andere Geschenk hatten die Bikerfreunde mitgebracht, wie die Stolzenhainer, die eine selbstgebaute Uhr aus Motorradteilen übergaben. Was auch schon fast zwangsläufig zu dieser Veranstaltung gehört, ist, kurz gesagt, der Regen. Kein Jahr, in dem man nicht wenigstens einmal den Schirm aufspannen oder schlimmstenfalls sogar das Zelt ausschöpfen musste.
Am härtesten bekamen das Wetter in diesem Jahr die Gäste von der Küste zu spüren. Die fünfköpfige Bikergruppe aus dem schleswig-holsteinischen Meldorf kam auf Höhe Berlin in das dortige Unwetter und musste wegen des starken Hagels eine Zwangspause einlegen. So kamen sie erst spät in der Nacht in Wehrhain an. Doch die Strapazen haben sich gelohnt, denn an Gemütlichkeit fehlt es in Wehrhain nicht, wie sie schnell feststellten. Sie wollen auf jeden Fall wieder kommen, war ihr Entschluss nach ihrem ersten Besuch. Anders die gemeinsamen Freunde aus Altenstadt bei Frankfurt am Main. Die Hessen sind schon seit dem ersten Treffen des Motorradstammtisches im Jahre 1991 dabei. Mit sechzehn Leuten haben sie sich eine kleine Zeltstadt gebaut, mit Fahnenmast, an dem am Freitagabend stilecht noch eine echte Fahnenweihe durchgeführt wurde. „OFL“ - Ossifreunde Lindheim, ist auf einer ihrer Flaggen zu lesen. Ganz dick sind die Bande, die die beiden Vereine verbinden. „Klein, familiär, unkommerziell“ , so der Tenor der hessischen Gäste. Nach dem Willkommensbierchen am Freitagabend mit Livemusik von „2LiveBenz“ stand als nächster Punkt am Samstagnachmittag die Ausfahrt auf dem Programm. Doch eine Stunde vorher begann es zu regnen. Es schien doch einige der harten Kerle abzuschrecken, denn nur langsam kamen die Motorräder angerollt. Doch pünktlich zum Start hatten sich dann doch rund achtzig Fahrer eingefunden, um mit zur Tour aufzubrechen. Traditionell musste diese auf jeden Fall durch Stechau führen. „Dort warten die Einwohner das ganze Jahr auf die Biker und begrüßen uns immer mit Feuerwerk“ , so Detlef Ziegner, „Präsi“ des Motorradstammtisches. Es sollte auch in diesem Jahr wieder so sein, das ganze Dorf war auf den Beinen und jubelte den tief blubbernden Maschinentreck zu.
Bikerspiele, ein ausgefallener Swimmingpool, ein Saunawagen und eine kleine Werkstatt zum Selberschmieden warteten im Anschluss auf die Biker und boten somit allerhand Zeitvertreib. Und am Abend wurde den „Harten Jungs“ bei leicht bekleideten Frauen und der Liveband „Die Farmer“ dann doch noch ein wenig weich ums Herz.