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| 02:37 Uhr

Betriebskosten sind großes Problem

Uwe Dannhauer (r.) und Jean-Louis Rey gehören mit zu den Aktiven des Gedenkstättenvereins, dem die Betriebskosten Sorgen bereiten.
Uwe Dannhauer (r.) und Jean-Louis Rey gehören mit zu den Aktiven des Gedenkstättenvereins, dem die Betriebskosten Sorgen bereiten. FOTO: kunze
Schlieben. Im vorigen Jahr hat der Verein Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga sein fünfjähriges Bestehen begangen – ohne große Feier. Denn die Bewirtschaftung des Objekts frisst bislang alle Spenden und Beiträge auf. Den Aktiven wäre wohler zumute, wenn sie dieses Problem endlich ad acta legen könnten. Sylvia Kunze

Rund 3000 Euro Bewirtschaftungskosten laufen im Jahr in etwa auf, rechnete Dr. Jürgen Wolf vom Vorstand des Vereins bei der Vorstellung des Vereins Gedenkstätte KZ-Außenlager Schlieben-Berga im Rahmen des Neujahrsempfangs des Amtes Schlieben am Dienstagabend vor. Eine stattliche Summe, die bislang fast sämtliche Beiträge der derzeit rund 30 Mitglieder und eingehende Spenden auffrisst.

Jürgen Wolf verdeutlicht das Problem: "Es gibt nach wie vor keine Landeszuschüsse für kleine Gedenkstätten wie unsere hier in Schlieben-Berga. Wir sind mit den verantwortlichen Stellen stetig im Gespräch und hoffen wenigstens auf eine zukünftige Basisfinanzierung." Doch die ist bisher wirklich nur reines Wunschdenken.

Heißt, dem Verein bleiben nicht viele Mittel für große Sprünge, denn selbst Fördermittel gibt es in der Regel nur, wenn eine prozentuale Eigenfinanzierung dahintersteht. "Da müssen wir dann leider oftmals passen", sagt Wolf. Dabei gibt es Pläne zuhauf. Wolf nennt nur einige: das bessere Erfassen des Außengeländes, das weitere Durchforsten von Archiven, der Erhalt des Gebäudes, bei dem besonders Dach und Heizung Sorgen bereiten.

Die Vereinsmitglieder selbst sind mit reichlich Elan dabei. Sie haben mal nachgerechnet und sind auf gut 1000 Stunden geleistete Arbeit gekommen, allein in und um Gedenkstätte herum. Noch nicht mitgerechnet sind dabei gut und gerne zwischen 500 und 800 weitere Stunden, die mit Recherchen, dem Anfertigen neuer Schautafeln und vielen anderen Tätigkeiten verbunden sind, um der Zeit des Lagers in Schlieben-Berga ein Gesicht zu geben. Und da kommt das zweite große Problem: Man muss sich sputen. Lebende Zeitzeugen, die vom erfahrenen Leid im einstigen Hasag-Lager berichten können, werden immer weniger.

Für den 22. April wird aktuell der nächste Tag der offenen Tür vorbereitet. Zu diesem und zu allen anderen Tagen, an denen die Gedenkstätte geöffnet ist, hoffen die Mitglieder des Vereins auf viele Besucher.

In erster Linie natürlich der Öffentlichkeit wegen, die sie dem über viele Jahre "vergessenen Lager" angedeihen lassen wollen. In zweiter Linie aber auch der erhofften Spendengelder wegen, die solche Tage nach sich ziehen und die gebraucht werden, um Arbeit und Gedenkstätte weiter voranzutreiben.

Zum Thema:
Die Gedenkstätte (Straße der Arbeit 41 in Schlieben-Berga) kann von April bis Oktober jeden Sonnabend von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Von November bis März ist sie jeden ersten Sonnabend im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen sind anzumelden. Besichtigungen/Führungen darüber hinaus sind ebenfalls vorher abzustimmen. Kontakt: Tel. 035361 80426 oder 035361 890761.