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| 19:45 Uhr

Elbe-Elster
Die Betreuung der Knirpse im Elbe-Elsterland ist bis 2022 gesichert

 Zoey (l.) und Maike besuchen gern die Kita „Spatzennest" in Herzberg. Die Kita in städtischer Trägerschaft ist mit 122 Kindern zu 97 Prozent ausgelastet. Das gebäude weist aber starke bauliche Mängel auf. Die Stadt plant einen Neubau.
Zoey (l.) und Maike besuchen gern die Kita „Spatzennest" in Herzberg. Die Kita in städtischer Trägerschaft ist mit 122 Kindern zu 97 Prozent ausgelastet. Das gebäude weist aber starke bauliche Mängel auf. Die Stadt plant einen Neubau. FOTO: LR / Kita Spatzennest/Klemm
Elbe-Elster. Die Kreisverwaltung hat die Betreuungseinrichtungen für die Null- bis Zwölfjährigen unter die Lupe genommen und die Bedarfsplanung fortgeschrieben. Klärungsbedarf gibt es noch in Schönewalde.

Reichen unsere Kinderbetreuungsplätze in Krippe, Kita und Hort im Elbe-Elster-Kreis auch in den kommenden Jahren noch aus? Oder haben wir gar zu viele Betreuungsangebote? Um das zu prüfen, schreibt der Landkreis regelmäßig seine so genannte „Bedarfsplanung für die Kinderbetreuung“ fort. In den vergangenen Monaten haben sich Mitarbeiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung der Kreisverwaltung wieder intensiv mit den Betreuungsangeboten für die Jüngsten bis 12 Jahren beschäftigt und die Bedarfsplanung bis 2022 erstellt. Der Jugendhilfeausschuss des Kreistages hat die Planung im November bestätigt.

Anfang September wurden die Träger der Einrichtungen dazu aufgerufen, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen. Laut Verwaltung sind die meisten dieser Aufforderung nachgekommen. Hinweise und Änderungen wurden in der Planung berücksichtigt, auch die freier Träger. Um es vorweg zu nehmen: Alle in der Bedarfsplanung befindlichen Kindereinrichtungen sind aus Sicht des Kreises gesichert. Bei einigen stehen noch Bauarbeiten oder die Änderung der Betriebserlaubnis aus, um künftigen Anforderungen zu genügen. Lediglich die Fortschreibung für die Stadt Schönewalde ist noch nicht erfolgt. Hier steht nach der Kündigung durch eine private Trägerin die Entscheidung der Stadt zur Zukunft der Kita „Lindenwürmchen“ in Knippelsdorf noch aus.

Für die Ermittlung des Bedarfs gibt es mehrere Grundlagen. Zum einen sind das die gesetzlichen Festlegungen. Zum andern natürlich die Bevölkerungsentwicklung in der Altersgruppe der Null- bis 12-Jährigen. Hier hat der Landkreis eigene Hochrechnungen zu Prognosewerten des Landes angestellt und so Vorsorge getroffen, dass kein Versorgungsdefizit eintritt. Und nicht zuletzt beeinflusst auch die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt den Bedarf.

Laut Bedarfsplan des Kreises ist die Zahl betreuter Kinder in Elbe-Elster in der Tendenz steigend, was nicht nur auf eine Reihe gesetzlicher Änderungen zurückzuführen ist. Gleichzeitig wächst die Einwohnerzahl im Alter von 0 bis 12 Jahren. Vor allem im Alter von 0 Jahren bis zum Schuleintritt haben sich die Betreuungszahlen erhöht und auch die Betreuungszeiten deutlich verändert. 2010 haben von 1188 betreuten Kindern im Krippen­alter etwa 40 Prozent eine Betreuungszeit von mehr als sechs Stunden beansprucht. Im vierten Quartal 2017 waren es von 1356 betreuten Kindern bereits 70 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Kindergartenkindern aus. Da eine mehr als die gesetzlich zugesicherte sechsstündige Betreuung mit der familiären Situation verbunden ist, ist der Grund für den Anstieg auf die Entwicklung auf den Arbeitsmarkt zurückzuführen. Die höhere Stundenzahl bei der Betreuung hat aber keine Auswirkung auf die Kapazität der Einrichtungen, sondern lediglich auf die Anzahl des pädagogischen Personals.

Per 1. Juni 2018 gab es  im Kreisgebiet Elbe-Elster 7583 Plätze in Kindertagesstätten. 6896 Plätze wurden von betreuten Kindern genutzt. Somit kann von 687 freien Plätzen ausgegangen werden. Laut Kreisverwaltung wird diese Zahl aber durch die Platzkapazität verfälscht. Einige Träger haben es bisher versäumt, ihre tatsächlich geringere Kapazität beim zuständigen Ministerium bestätigen zu lassen. Ein Bedarfskriterium für die Einrichtungen ist eine Auslastung von  mindestens 80 Prozent. Im ländlichen Raum sollen aber auch Einrichtungen mit 80 Prozent und darunter für eine wohnortnahe und bedarfsgerechte Betreuung erhalten werden. In Elbe-Elster, so die Verwaltung, liegt die Auslastung bei 91 Prozent.

Betrachtet man die prognostizierten Einwohner- und Betreuungszahlen, könnte der Platzbedarf im Landkreis bis zum Jahr 2022 auf etwa 6980 steigen. Theoretisch wäre der Bedarf mit dem derzeitigen Stand abgedeckt. Allerdings nicht immer dort, wo er benötigt wird. Der Bedarfsplan betrachtet deshalb auch die Entwicklung für die einzelnen Kommunen. Dabei sind dem berechneten Plätzebedarf ausgehend von der Prognoserechnung und der durchschnittlichen Versorgungsquote von 2013 bis 2018 noch 15 Prozent aufgeschlagen worden. Damit sollen Unsicherheiten bei der Bevölkerungsentwicklung und bei der Zahl zu betreuender Kinder sowie andere Einflussfaktoren ausgeglichen werden. Denn es ist gesetzlich vorgeschrieben, die Planung so zu gestalten, dass auch ein unvorhergesehener Bedarf abgedeckt werden kann.