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Besucher erkunden bei einer "Nachtschicht" die Brikettfabrik

In der Domsdorfer "Louise" gab es Samstag eine besondere Nachtschicht. Unter dem Motto "Steinig, staubig, schön" ging es auf Tour.
In der Domsdorfer "Louise" gab es Samstag eine besondere Nachtschicht. Unter dem Motto "Steinig, staubig, schön" ging es auf Tour. FOTO: vrs1
Domsdorf. So mancher Kachelofen wärmt noch heute die gute Stube mit Briketts. Wo die einst herkamen, konnten am Samstagabend bei einer Extra-Nachtschicht die Besucher der ältesten Brikettfabrik Europas in der "Louise" Domsdorf hautnah miterleben. vrs1

Unter dem Motto "Mit Feuer und Flamme in unsere Museen", eine Aktion des Museumsverbandes Brandenburg, wurde nach einer zünftigen Arbeitsschutzbelehrung und gut behütet mit weißen Schutzhelmen zur Schicht eingefahren.

Mit Touristenführerin Mechthild Passek ging es bei der fast dreistündigen Erkundungstour auf den Weg der Kohle, vom Rohkohlepunker, über den Nassdienst, den Trockendienst bis hin zur Pressung. Bestiegen wurde der Bunkerdamm, in dem die Rohkohle steinig ankam. Die Tour folgt einem roten Faden. Er ist so gespannt, wie die Kohle einst ihren Weg durch die Fabrik fand. Auch heute noch rütteln, vibrieren, dröhnen und quietschen die noch immer einschaltbaren Maschinen. "Mit kräftigen Zähnen brachen und zermahlten sie einst die Rohkohle. Trübe Funzeln spendeten wenig Licht. Man sah kaum die Hand vor Augen. Aber ehemalige Kumpels schwärmen heute noch von dieser Arbeit", berichtete Mechthild Passek. In den beiden Pausen zwischendurch spielte sie Videos ab, die an den letzten Produktionstagen der Fabrik entstanden und deren Alltag wiedergeben.

Am Ende gab es einen deftigen Bergmannsschmaus in Form von Kesselgulasch, natürlich in historischer Umgebung. Dabei durfte auch das "Schmieröl" nicht fehlen, der edle Kräuterbitter.