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| 12:58 Uhr

Unternehmensnachfolge
Bei Hofmanns ist die Nachfolge geklärt

Ilona und Dieter Hofmann feiern in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihres Autohauses in Herzberg. Bald soll Tochter Katja (l.) das Unternehmen führen.
Ilona und Dieter Hofmann feiern in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihres Autohauses in Herzberg. Bald soll Tochter Katja (l.) das Unternehmen führen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Herzberger Unternehmen feiert 25-jähriges Bestehen. Bald werden die Töchter in die Fußstapfen der Eltern treten. Katja übernimmt das Autohaus und Anja das Reisebüro. Von Birgit Rudow

Seit 25 Jahren führen Ilona und Dieter Hofmann das Toyota-Autohaus in Herzberg. Und nicht nur das. Auch „Mollis Reisebüro“ und eine Pension in Falkenberg gehören sozusagen zur Familie. Wenn Ilona und Dieter Hofmann, heute 61 und 63 Jahre alt, in einigen Jahren beruflich kürzer treten, dann wissen sie schon jetzt, dass ihr Lebenswerk in guten Händen ist. Tochter Anja wird Reisebüro und Pension übernehmen, Tochter Katja das Autohaus führen.

Als die Hofmanns das Autohaus vor 25 Jahren am 15. Mai 1993 eröffnet haben, war daran natürlich noch nicht zu denken. Dieter Hofmann ist von Beruf Industriemechaniker. 1988 hatte er sich noch zu DDR-Zeiten als Hersteller von Kleinmöbeln selbstständig gemacht. Zum 1. Juni 1990 wechselte der Schmerkendorfer dann ins Autogeschäft und eröffnete einen Gebrauchtwagenhandel. Dass er drei Jahre später Toyota-Vertragshändler wurde, das war einem puren Zufall geschuldet. „Wir waren privat am Bodensee unterwegs und haben dort auf einem Parkplatz einen Toyota-Händler kennengelernt. Das waren nette Leute. Sie haben uns in die Familie und in das Geschäft integriert. Ich sollte in der Firma tätig werden“, erzählt Dieter Hofmann. Doch die Hofmanns wollten nicht weg aus der Heimat. Entweder wir schaffen es zu Hause allein oder gar nicht, haben sie sich gesagt. 1993 haben sie den Händlervertrag bekommen, auf den sechs Bewerber gehofft hatten.

Bis es aber soweit war, musste Dieter Hofmann viel improvisieren. „Ich habe vom Bodensee etwa 140 Autos nach Herzberg geholt. Hier gab es ja keine. Bei Massa haben wir dann eine Halle mit Hebebühne gemietet“, erinnert er sich an die Anfangszeiten. Das Autohaus wurde 1993/94 gebaut.

„Manchmal haben wir uns damals gefragt, was wir hier eigentlich machen. Mein Mann hatte zwar drei Jahre Erfahrungen im Gebrauchtwagenhandel, aber das Risiko als Vertragshändler mit eigenem Autohaus und Werkstatt war natürlich noch ein paar Nummern größer. Doch welche Alternativen hätten wir gehabt? Wir haben versucht, das Projekt mit ganzer Kraft anzugehen“, so Ilona Hofmann. Mitarbeiter zu finden sei damals nicht schwer gewesen, sagt sie. Der Mechaniker Marko Gehlsdorf und Christel Großmann als Serviceassistentin am Tresen sind immer noch dabei.

25 Jahre ist das jetzt her „Selbst und ständig“ war das Motto. „Wenn es in der Firma rund laufen soll, sind immer Ideen und Eigenintiative gefragt. Ausruhen kann man sich nicht. Selbst im Urlaub ist man nie richtig weg“, beschreibt Ilona Hofmann die aufreibende Zeit. 1999 ist dann Tochter Katja in das Unternehmen mit eingestiegen. Ganz klassisch, als Auszubildende zur Automobilkauffrau. Seit 2002 ist sie im Verkauf tätig und hat beim Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes noch zahlreiche Qualifizierungen abgelegt.

Katja Hofmann zeigt viel Bewunderung für ihre Eltern. „Sie wussten vor 25 Jahren nicht, wohin die Reise geht. Aber sie sind der Beweis dafür, dass funktioniert, was man mit dem ganzen Herzen macht“, sagt sie. Das hat sie auch für sich verinnerlicht. Erst kürzlich war sie zu einer Veranstaltung eingeladen, auf der die besten 30 Verkäufer 2017 von Toyota in Deutschland ausgezeichnet wurden. Katja Hofmann war dabei. Die Eltern sind froh über diese Entwicklung . „Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mädel sich so mit der Technik und den Fahrzeugen arrangiert“, sagt Ilona Hofmann.

Die Übergaben der Firmen an die nächste Generation sind für 2019 und 2020 geplant. „Im Einvernehmen mit den Kindern ist das gut vorbereitet. Auch mit dem Steuerberater und den Anwälten“, so Dieter Hofmann. Er und seine Frau möchten, dass alles in Ruhe geregelt ist. Das betrifft das Autohaus genauso wie das Reisebüro.

Die Hofmans haben es nie bereut, 1993 den Schritt als Vertragshändler gegangen zu sein. „Wir haben eine große Stammkundschaft vor allem in Elbe-Elster. Es kommen aber auch Kunden aus Berlin zu uns in die Werkstatt. Schon längst spielt auch im Autohaus Hofmann das Internet eine bedeutende Rolle. Fahrzeuge werden nach Hamburg, Lübeck oder Chemnitz verkauft. Überhaupt habe sich in den 25 Jahren in der Automobilbranche so einiges verändert, meint Dieter Hofmann. Früher sei ein Kaufvertrag auch schon mal per Hand besiegelt worden. Heute geht ohne Computer und Internet gar nichts. Die Kunden hätten heute auch viel konkretere Vorstellungen beim Autokauf als noch vor 20 Jahren, sagt er.

So wie bei ihren Kunden legen Ilona und Dieter Hofmann auch bei ihren Mitarbeitern Wert auf ein gutes Verhältnis zueinander. Unter Leitung von Meister Nico Schindler arbeiten vier Kollegen in der Werkstatt. Eileen Reichardt unterstützt den Verkauf und Christel Großmann besetzt den Empfang. Seit 1999 war Joachim Jakwert Werkstattmeister im Autohaus Hofmann. Vor zwei Jahren ist er in den Ruhestand gegangen. Doch wenn er gebraucht wird, hilft er heute noch stundenweise aus.

Im Stillen rechnet auch Katja Hofmann damit, dass der Vater im Ruhestand nicht einfach Zuhause sitzen kann und ab und an mal gucken kommt. Da könnte sie Glück haben. Nein hat er dazu jedenfalls noch nicht gesagt.