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| 16:32 Uhr

Unfallstatistik
Bei einem Drittel aller Unfälle im Kreis ist Wild mit im Spiel

Immer wieder erfordern schwere Unfälle den Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften, wie hier im März 2017, als ein Pkw-Fahrer aus Dresden auf der Straße von Rückersdorf nach Oppelhain verunglückt ist. Vermutlich stand er unter Alkoholeinfluss.
Immer wieder erfordern schwere Unfälle den Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften, wie hier im März 2017, als ein Pkw-Fahrer aus Dresden auf der Straße von Rückersdorf nach Oppelhain verunglückt ist. Vermutlich stand er unter Alkoholeinfluss. FOTO: Mirko Sattler
Elbe-Elster. 2017 ereigneten sich in Elbe-Elster 2933 Unfälle. Fünf Menschen wurden getötet und 372 verletzt. Polizei kontrolliert Geschwindigkeit jetzt ohne Personal mit Anhänger-Blitzer. Von Birgit Rudow

Im Landkreis Elbe-Elster haben sich im vergangenen Jahr 2933 Verkehrsunfälle ereignet. Damit ist ihre Zahl gegenüber 2016 um lediglich 13 zurückgegangen. 1068 Unfälle gab es im Bereich Finsterwalde, 916 im Bereich Elsterwerda und 949 im Bereich Herzberg.  Zumindest statistisch erfreulich ist, dass sich die Zahl der im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen getöteten Personen gegenüber 2016 von zehn auf fünf halbiert hat. Bei der Vorstellung der Unfallstatistik für den Elbe-Elster-Kreis in der vergangenen Woche hat der Leiter der Polizeiinspektion (PI) Elbe-Elster Thomas Ballerstaedt aber gleich den Zeigefinger gehoben. „In diesem Jahr haben wir bereits drei Unfalltote zu beklagen“, sagte er.

Bei 308 Unfällen mit Personenschaden (2016 waren es 313) wurden 372 Menschen verletzt. Auffällig ist in der Statistik, dass im Polizeibereich Finsterwalde gegenüber 2016 44 Personen weniger bei Unfällen verletzt wurden, im Bereich Elsterwerda hingegen 44 Personen mehr.

Bei 916 Unfällen ist der Zusammenstoß mit Wild weiterhin Unfallursache Nummer eins in Elbe-Elster. Damit wurden im vergangenen Jahr 31,2 Prozent aller Unfälle durch Wild verschuldet. Der Rückgang zu 2016 betrug nur 15 Unfälle, „Das ist nicht mehr als eine statistische Schwankung. Es wird dabei bleiben, dass es in unserer Region viele Wildunfälle gibt“, so Thomas Ballerstaedt. Weitere Hauptunfallursachen sind das Nichtbeachten der Vorfahrt (201 Unfälle) und Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren (212).

Mit 71 Baumunfällen ist deren Zahl zum Jahr 2016 konstant geblieben. Lokal betrachtet ist sie aber im Bereich Finsterwalde zurückgegangen (minus 7 zu 2016), während im Bereich Herzberg acht Baumunfälle mehr (insgesamt 27) als 2016 zu verzeichnen waren.  50 Baumunfälle ereigneten sich außerhalb von Ortschaften. 32 Menschen wurden dabei verletzt. „Gegen diese Unfälle hilft nur die Geschwindigkeitsüberwachung“, so Ballerstaedt. Er informierte darüber, dass die Polizei seit kurzem neue Technik hat, einen so genannten Blitzanhänger, der ohne Personal arbeitet. Er werde vor allem rund um Herzberg eingesetzt, so der Chef der Polizeiinspektion Elbe-Elster.

Explizit ging Thomas Ballerstaedt auf Unfälle mit Fahrerflucht ein. 508-mal haben sich im vergangenen Jahr Kraftfahrer/-innen unerlaubt vom Unfallort entfernt. „Dieses Problem beschäftigt uns, auch bei schwereren Unfällen“, sagte er. Das habe auch mit dem allgemeinen Gesellschaftsbild und der Einstellung zur  Verantwortung zu tun, so Ballerstaedt.

Auch in der 2017er-Statistik spielen Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss eine Rolle. Mit 53 Unfällen ereigneten sich elf Alkoholunfälle mehr als 2016. Zurückgegangen ist hingegen die Zahl der registrierten folgenlosen Trunkenheitsfahrten von 116 (im Jahr 2016) auf 84. Als Grund benannte der PI-Leiter weniger Kontrollen durch die Polizei. Mehr kontrolliert wurde hingegen zu Betäubungsmitteln. Die Anzahl folgenloser Drogenfahrten  hat sich mit 60 gegenüber 2016 fast verdoppelt.

Hauptbeteiligt an Unfällen sind Pkw (2292). Die Beteiligung von Lkw ist mit 283 Fällen leicht zurückgegangen. Ein Rückgang ist auch bei Radfahrern als Unfallverursacher zu verzeichnen (66 Unfälle). Zehn Unfälle haben Fußgänger verursacht. Bei 26 Unfällen  waren Busse ursächlich beteiligt –  eine Steigerung zu 2016 um 44 Prozent. „Das waren nicht alles Busfahrer unserer Nahverkehrsgesellschaft. Aber wir werden das Problem im Auge behalten“, sagte Ballerstaedt.

Die Unfallstatistik gibt auch eine Aussage zum Alter der Unfallverursacher. Erneut ist die Gruppe der 51- bis 60-Jährigen am häufigsten vertreten (560 Unfälle), vor den 41- bis 50-Jährigen (458) und den 31- bis 40-Jährigen (448). Die 18- bis 24-Jährigen haben 248 Unfälle verursacht (34 mehr als 2016), die 71- bis 80-Jährigen 200 Unfälle und die über 80-Jährigen 77 Unfälle (zehn mehr als 2016).

42,2 Prozent aller Unfälle im Landkreis Elbe-Elster haben sich im vergangenen Jahr laut Polizeistatistik in den Städten Finsterwalde, Doberlug-Kirchhain, Elsterwerda, Bad Liebenwerda, Herzberg und Falkenberg ereignet. Spitzenreiter ist Finsterwalde mit 446 Unfällen, vor Elsterwerda mit 222 und Herzberg mit 207 Unfällen.