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| 18:18 Uhr

Lebusa
Hochgenuss mit ländlichem Flair

 Es war ein Hochgenuss, dem hingebungsvollen Spiel von Nurit Stark an der Violine und Cédric Pescia Klavier in der Pöppelmannkirche in Lebusa zuzuhören. Sie spielten Mozart, Ernst Bloch und Franz Schubert.
Es war ein Hochgenuss, dem hingebungsvollen Spiel von Nurit Stark an der Violine und Cédric Pescia Klavier in der Pöppelmannkirche in Lebusa zuzuhören. Sie spielten Mozart, Ernst Bloch und Franz Schubert. FOTO: LR / Rudow
Lebusa. Begeisterte Gäste beim Brandenburgischen Sommerkonzert in Lebusa. Doch die Zukunft ist ungewiss. Von Birgit Rudow

Selten steht der kleine Ort Lebusa so sehr im Interesse der Öffentlichkeit wie zu den Brandenburgischen Sommerkonzerten. Diese haben am Sonntag nach drei Jahren wieder Station in der Pöppelmannkirche in Lebusa gemacht. „Bisher waren es bestimmt an die 15 Konzerte“, sagt Irene Hoffmann, die sich seit 2004 um die Ausrichtung der Konzerte vor Ort kümmert.

Nicht nur in größeren Städten, auch in den kleinen Orten werden die Konzerte sehr gut angenommen. Die hergerichtete Wiese an der Kirche in Lebusa ist für die Kaffeetafel gut besucht. Schon vor dem Konzert gibt es ein buntes Rahmenprogramm, das sich die Gäste nicht entgehen lassen. Bauunternehmer Marco Kaule hat eine Kremserfahrt zur Mühle organisiert, Sven von Erichsen bietet eine Schlossführung an und Hans-Dieter Lehmann hält in der Kirche einen Vortrag über die Kirche und den Ort.

Die Mischung machts

Viele Gäste sind aus Berlin und dem Berliner Raum mit dem Bus angereist. So auch die Schwestern Helga Schmidt und Ute Haase aus Spandau. Beide lassen sich Kaffee und Kuchen schmecken. Sie fahren öfter zu solchen Konzerten, in Lebusa aber waren sie noch nicht. „Es ist die Mischung, die diese Konzertfahrten für uns so interessant macht. Die Schlossführung war wunderbar. Man lernt die Orte kennen, kann gemütlich Kaffee trinken und dann noch das Konzert genießen. Ohne Auto kommt man ja nicht in diese schönen kleinen Dörfer“, sagt Helga Schmidt.

Um die Tische und Bänke sind kleine Stände aufgebaut. Die Klemmkuchenbacker aus Knippelsdorf sind in ihren Trachten vor Ort. Händler und Handwerker aus Drasdo, Meinsdorf, Lichtena und Lebusa bieten regionale Produkte an und zeigen alte Handwerkskunst. Die Gäste genießen so manchen guten Tropfen Wein aus der Region.

Kurz vor 17 Uhr füllt sich die kleine Pöppelmannkirche langsam. Musikalisch wird diesmal nicht die Silbermannorgel im Mittelpunkt stehen. Auf dem aufgebauten Podest steht ein Bechstein. Cédric Pescia am Klavier und Nurit Stark an der Violine spielen so einfühlend und hingebungsvoll, dass es einfach ein Genuss ist, und man (ausnahmsweise) nicht ansatzweise an die Orgel denkt. Mit ihrer Entscheidung, in Lebusa einmal etwas Neues auszuprobieren, haben die Zuständigen bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten alles richtig gemacht.

Viel Hilfe bei der Organisation

Irene Hoffmann kann aufatmen. Alles ist prima gelaufen. Dabei hatte sie im Vorfeld viele Hürden zu bewältigen, weil am gleichen Wochenende in Schlieben der Moienmarkt und der Tag der Bundeswehr stattgefunden haben. Auf die gewohnte Unterstützung musste die Organisatorin diesmal verzichten und sich Ersatz besorgen. Sie hat ihn gefunden, auch wenn das viel Mühe gekostet hat. Die Agrar GmbH, der Mühlenverein, der Bürgermeister von Schöna, die Feuerwehr, die Leute von der Kartbahn, die Bäckerei aus Rosenthal, die eigene Familie und viele andere haben ihr geholfen.

Es ist definitiv das letzte Brandenburgische Sommerkonzert, um das sich Irene Hoffmann gekümmert hat. Mit fast 80 Jahren wird sie jetzt aufhören. Ob es diese Konzerte dann noch in der Pöppelmannkirche geben wird, das kann sie heute nicht sagen. „Ich wüsste nicht, wer das weiter macht“, sagt sie. Mit dem Konzert am Sonntag hat sie sich selbst einen schönen Abschluss bereitet. Doch es wäre schade, wenn Lebusa von der Karte der Veranstaltungsorte für die Brandenburgischen Sommerkonzerte künftig verschwinden würde.

 Die Besucher des Brandenburgischen Sommerkonzerts in Lebusa ließen sich vor dem Konzert Kaffee, Kuchen und Wein schmecken.
Die Besucher des Brandenburgischen Sommerkonzerts in Lebusa ließen sich vor dem Konzert Kaffee, Kuchen und Wein schmecken. FOTO: LR / Rudow