Von Sylvia Kunze

Seit knapp einem Monat wird am Schornstein der Domsdorfer Brikettfabrik „Louise“ gearbeitet. Nach Einschätzung von Andreas Claus, Bürgermeister der Stadt ­Uebigau-Wahrenbrück und damit zugleich als Bergwerksdirektor für die seit Jahren außer Dienst stehende Fabrik doppelt in der Pflicht, liegen die Arbeiten gut im Plan. „Die Spezialisten arbeiten sich nach und nach vor“, berichtet er.

Allein schon die aufwändige Konstruktion, die nötig ist, um die Arbeitsebenen zu schaffen, nötigt Respekt ab. Und erst recht das Arbeiten in luftiger Höhe. Doch das sind die Fachleute ja gewohnt. Und so bearbeiten sie die 68 Meter Schornstein im wahrsten Sinne des Wortes Stein für Stein und Fuge für Fuge. „Das Logo ganz oben auf dem Schornsteinkopf ist abgestrahlt worden. Die Fugen sind ausgekratzt und müssen neu verfüllt werden. Schadhafte Klinker sind auszutauschen. Die Spannringe sind zu entrosten und vor weiteren Wetterangriffen zu schützen“, benennt Claus einige der Arbeiten, die im Rahmen der Sanierung anstehen.

Über viele Monate hat er sich zusammen mit anderen Verantwortlichen bemüht, diese auf solide finanzielle Füße zu stellen.  Allein für die Sanierung des Schornsteins steht jetzt eine Summe von etwas mehr als 300 000 Euro im Raum. Bleibt abzuwarten, ob die Abrechnung in dem Rahmen bleibt oder ob Zusatzarbeiten nötig werden und weitere Kosten anfallen.

Finanziert wird diese Summe zu 80 Prozent aus einer Zuwendung aus Landesmitteln (gemäß Verwaltungsabkommen Braunkohlesanierung) und zu 20 Prozent (immerhin noch knapp 62 000 Euro) aus Eigen- und Drittmitteln.  17 000 Euro schultert die Stadt Uebigau-Wahrenbrück. 15 000 Euro kommen vom Freundeskreis Technisches Denkmal Brikettfabrik „Louise“. 10 000 Euro hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beigesteuert. Weitere rund 20 000 Euro sollen über Drittmittel kommen.

Zu denen gehört auch die Aktion mit dem Verkauf des Schlotbieres – ein in der Finsterwalder Brauerei gebrautes Bier, mit dessen Verkauf der Spendentopf für die Sanierung des Schornsteins und des Hauptfuchses der „Louise“ gefüllt werden soll. „Über die Hälfte der insgesamt 1000 Flaschen Bier ist bereits verkauft“, freut sich der Bürgermeister. Ob beim zurückliegenden Dampftag oder auch beim Bauernmarkt in Falkenberg, wo das Bier angeboten wurde, fanden sich viele Abnehmer. Zudem hat der Windanlagen­bauer UKA einige Flaschen abgekauft, „und es gibt noch einige Anfragen von weiteren Unternehmen, die ebenfalls Interesse an dem Schlotbier haben“, so das Stadtoberhaupt. Wer darüber hinaus die eine oder andere Flasche erwerben möchte: Sie sind in den Tourist-Informationen in Bad Liebenwerda und Falkenberg, bei der Fleischerei Kloppe in Wahrenbrück und in der Brikettfabrik selbst zu haben.

Andreas Claus: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das Bier bis zum letzten Tropfen losbekommen.“ Dann wäre auch schon ein finanzieller „Puffer“ für die nächste Aufgabe da: die ebenso dringende Sanierung des Hauptfuchses.