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| 02:37 Uhr

Bauern wollen Windenergie "ernten"

Beyern. "Wenn wir es nicht machen, machen es andere", sagt Horst Bielagk, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Beyern, die auf dem von der Regionalplanung ausgewiesenen Windeignungsgebiet bei Beyern zwei Windräder bauen will. Der Bauausschuss der Stadt Falkenberg hatte jetzt über die Anlage, die auf der Gemarkung Beyern entstehen soll, abzustimmen. Sylvia Kunze

Marko Eisermann, der in Vertretung des verhinderten Geschäftsführers der Genossenschaft, das Vorhaben vorstellte, machte deutlich, dass es bei der Investition darum gehe, am Wind zu verdienen. Die Anlagen würden zu hundert Prozent den Bauern aus Beyern gehören. Und damit würden auch hundert Prozent der Erlöse aus diesen beiden geplanten Windrädern dem landwirtschaftlichen Betrieb gutgeschrieben. Geschäftsführer Horst Bielagk hat bei vielen Gelegenheiten in der zurückliegenden Zeit verdeutlicht: Der Verdienst aus erneuerbaren Energien, einen Grundstock hat die Genossenschaft zum Beispiel am Produktionsstandort Kiebitz längst mit Biogasanlage und Photovoltaikanlage gelegt, sei inzwischen wichtiges Standbein und federe zum Beispiel auch aktuelle Verluste in der Milch- und Schweinefleischproduktion ab.

Im Ausschuss ist das Vorhaben mehrheitlich befürwortet worden. Lediglich Hansgeorg Löwe (Abgeordneter WG LUN und Ortsvorsteher im angrenzenden Ortsteil Großrössen) sprach sich dagegen aus. Abgesehen davon, dass er angesichts der vielen Anlagen, die in Brandenburg den Strompreis in die Höhe treiben, generell gegen weitere Windkraft sei, plädierte er abzuwarten, bis die Volksinitiative hinsichtlich der geforderten Mindestabstände solcher Anlagen zu Wohnbebauung Erfolg gehabt habe und erst dann über Vorhaben zu befinden. Dem sind die anderen Ausschussmitglieder aber nicht gefolgt. Annett Hussock, sachkundige Bürgerin, setzte dagegen, dass wenn man zu Beyern "Nein" sage, ein anderer auf den frei gewordenen Platz springe und der heimische Investor leer ausgehe. Es seien schließlich viele aktuell auf der "Jagd" nach Windkraftflächen.

Die zweite Anlage, die die Genossenschaft bauen will, steht auf der Gemarkung Fermerswalde. Im Windeignungsgebiet sind darüber hinaus noch zwei Anlagen von der Energiequelle GmbH in Planung, einem Partner der Agrargenossenschaft Beyern.