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"Ausgetretene Wege verlassen"

Karsten Eule-Prütz.
Karsten Eule-Prütz. FOTO: privat
Was schätzen Sie an Ihrer Heimatstadt besonders? Karsten Eule-Prütz: Herzberg bedeutet für mich Familie, Freunde, Heimat, kurze Wege, Freizeitmöglichkeiten für unsere Familie, Natur, unser Garten, ein gutes Café – einfach mein Zuhause. Und ich schätze an der Stadt, dass es in Herzberg so viele engagierte Leute gibt, die das kulturelle, sportliche und wirtschaftliche Leben bereichern.

Warum möchten Sie Herzbergs neuer Bürgermeister werden?
Karsten Eule-Prütz: Weil ich gern meine Erfahrungen, die ich in der Verwaltung des Landes Brandenburg gesammelt habe, einbringen möchte, um die Stadt weiter lebenswert zu gestalten und fit für die Zukunft zu machen. Ich denke, dass eine Verwaltung, die dienstleistungs- und serviceorientiert arbeitet, eine der Grundvoraussetzungen für eine gut funktionierende Kommune ist. Für mich stellt das Amt des Bürgermeisters eine Herausforderung dar, die damit verbunden ist, dass sich viele Möglichkeiten der Gestaltung bieten. Voraussetzung dafür sind für mich Interesse, Leidenschaft, Flexibilität und auch der Wille, ausgetretene Wege zu verlassen.

Was sollte nach Ihrer Meinung in Herzberg anders werden als bisher?
Karsten Eule-Prütz: Wir müssen wieder mehr miteinander reden. Aus meiner Sicht ist es dringend notwendig, als Stadt mit den Bürgern, allen Vereinen und Organisationen sowie den umliegenden Städten, Gemeinden und dem Kreis ins Gespräch zu kommen. Ziel sollte sein, gemeinsam die Stadt voranzubringen und weitere Entwicklungen auf den Gebieten Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Freizeitgestaltung, insbesondere für Jugendliche und Senioren, anzustoßen.

Worauf würden Sie als Bürgermeister in den kommenden Jahren den Schwerpunkt bei der Stadtentwicklung legen, auch im Falle einer Gebietsreform?
Karsten Eule-Prütz: Wie ich schon zuvor ausgeführt hatte, läge mein Schwerpunkt in erster Linie in der Weiterentwicklung der Verwaltung im Sinne eines Dienstleistungs- und Servicegedankens. Eine gute Verwaltung kann Motor der Stadt sein. Wichtig ist mir weiterhin die Entwicklung der Wirtschaft. Ich denke, dass die Stadt nur mit einer gesunden und leistungsfähigen Wirtschaft eine richtige Zukunft hat. Das heißt für mich, berufliche Perspektiven für die Bürger der Stadt zu entwickeln. Dies hilft auch jenen, die wieder zurückkehren oder sich hier neu niederlassen wollen. Und ich werde unsere Kitas und die Schulen mit ganzer Kraft unterstützen, da für mich gute Bildungsmöglichkeiten wesentlich zur Attraktivität und Lebensqualität einer Stadt beitragen.

Im Falle einer Gebietsreform wäre es für mich wichtig, so viel wie möglich an Aufgaben und Kompetenzen auf die Kommune übertragen zu bekommen. Wichtig wäre es ebenfalls, so viele Mitarbeiter der Kreisverwaltung wie möglich in einer Außenstelle in Herzberg zu halten. Darüber hinaus hätte die Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus in Zusammenarbeit mit dem Kreis und dem Städtebund Priorität. Zu erwartende Ausgleichszahlungen müssten so eingesetzt werden, dass sie für eine nachhaltige Entwicklung sorgen. Das sollte in einem offenen Dialog mit den Bürgern geschehen.

Was wünschen Sie sich von den Herzberger Bürgern?
Karsten Eule-Prütz: Ich würde mich freuen, wenn sich das Interesse für die Stadt, welches ich bei meinen bisherigen Vorstellungsrunden immer wieder erfahren durfte, in eine rege Beteiligung an der weiteren Entwicklung der Stadt umsetzen lassen würde. Wichtig ist für mich, nicht den Mut und Optimismus zu verlieren.