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Aus-Tausch

Wenn sich die so genannten hohen Politiker früher zum Meinungsaustausch trafen, dann wurden gewöhnlich beidseitig interessierende Fragen erörtert. So die anschließende öffentliche Verlautbarung.

Gegenwärtig tauscht man eher kräftige Rippenstöße aus. Und lässt das geneigte Volk daran teilhaben. Egal, ob Amis, Italiener oder Deutsche, es geht zur Sache. Seltener um dieselbe. In kleinkommunalen Bereichen passt man sich an. Städte gegen Kreise, Kreise gegen Länder. Und wie in allen guten Ehen geht es dabei gewöhnlich um das Geld. Das angeblich keiner hat. Also kann man es nur schwer tauschen: Umlagen nach oben, Fördermittel zurück. Immer mehr als Einbahnstraße inzwischen: Die Kleineren zahlen stabil an die Größeren.
Da tauscht man doch viel bequemer die Meinungen aus. Vielleicht so: Ich gebe dir meine Meinung, und du gibst mir dafür deine. Und dann versucht jeder ein bisschen, damit zu leben. Spenderherz und -nieren sind ja auch übertragbar. Warum also nicht auch die Meinungen. Es sei denn, man will seine eigene behalten. Dann gilt man als konsequent. Oder stur. Doch auch dies ist austauschbar.