| 02:34 Uhr

Aus Protest gegen Gebietsreform

Karsten Eule-Prütz.
Karsten Eule-Prütz. FOTO: privat
Herzberg/Plessa. Mit einer nicht alltäglichen Aktion will der Herzberger Karsten Eule-Prütz seinen Protest gegen die von der Landesregierung geplante Gebiets- und Verwaltungsreform zum Ausdruck bringen. Er möchte den Weg von Plessa nach Herzberg schwimmend in der Schwarzen Elster zurücklegen, und sich in Orten am Weg mit Kommunalpolitikern treffen. Birgit Rudow

Der 48-jährige Verwaltungsbeamte ist Kandidat auf das Bürgermeisteramt in der Stadt Herzberg. "Sicher ist das auch ein bisschen Wahlkampf. Aber in erster Linie geht es mir darum, mit der Aktion darauf hinzuweisen, wie handwerklich schlecht diese Reform vorbereitet ist", so Karsten Eule-Prütz, der damit auch die Volksinitiative unterstützen möchte.

Er sei nicht gegen eine gut gemachte Reform, aber er bemängelt, dass es eine Funktionalreform eigentlich gar nicht gebe, sagt er. Seine beiden stärksten Kritikpunkte sind die politische Teilhabe und die Identifikation der Bürger mit ihrem Landkreis, die seiner Meinung nach mit der Reform geschwächt würden. Eule-Prütz befürchtet, dass bei einem Zusammenschluss von Elbe-Elster und dem OSL-Kreis die Konzentration auf den Stärken des künftigen Landkreises liegen würde — auf das Seenland und den Spreewald. Das aufstrebende Pflänzchen Elbe-Elster würde verdorren, sagt er und meint konkret auch den gerade erstarkenden Tourismus in Elbe-Elster oder das kreisliche Klinikum. Auch hat Eule-Prütz eine klare Position zur Kreisstadt. Hier sollte die Strukturfrage im Vordergrund stehen und Herzberg Kreissitz bleiben, meint er. Sollte das nicht der Fall sein, befürchtet er, dass Herzberg trotz Außenstellen der Kreisverwaltung seine Bedeutung als Verwaltungssitz zunehmend verlieren würde. Insgesamt gebe es noch viele Fragen und Probleme zur Reform, über die nachgedacht werden müsse, sagt er. Darüber will er am Rande seiner Schwimmstrecke mit den Lokalpolitikern reden.

Gegen 7.30 Uhr wird er am Montag bei Plessa in die Schwarze Elster steigen, begleitet von einem Kanu, auf dem die Kreisflagge gehisst ist. Bis Montagabend will er die ersten 25 der etwa 50 Kilometer zurückgelegt und Bad Liebenwerda erreicht haben. Dienstag geht es dann weiter Richtung Herzberg, wo Karsten Eule-Prütz gegen 17 Uhr am BlauHaus eintreffen wird. Er hofft, dass viele Herzberger den Weg dorthin finden, um mit ihm ins Gespräch zu kommen und vielleicht auch den Sprung in die Schwarze Elster wagen. "Das Wetter soll schön werden. Wer mit baden kommt, dem spendiere ich auch Kaffee und Kuchen", sagt er. Wahrscheinlich wird auch die Volksinitiative "Bürgernähe erhalten - Kreisreform stoppen" mit einem Stand vor Ort sein.