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Gymnasium Herzberg
Aula erstmal in der Warteschleife

Ein großer Kran hat in dieser Woche Glaselemente auf das Dach des Gymnasiums in  Herzberg transportiert. das Dach ist repariert worden. Einige Glasscheiben waren gerissen.
Ein großer Kran hat in dieser Woche Glaselemente auf das Dach des Gymnasiums in Herzberg transportiert. das Dach ist repariert worden. Einige Glasscheiben waren gerissen. FOTO: Rudow / LR
Herzberg. Der Landkreis wartet auf Geld aus neuem Bundesprogramm. Das Glasdach wurde aber saniert. Von Birgit Rudow

Die Schüler und Lehrer des Herzberger Gymnasiums müssen derzeit um eine Baustelle herumlaufen. Auf dem Innenhof stand in dieser Woche ein großer Kran. Wer denkt, dass der schon etwas mit dem Bau der neuen Aula zu tun hat, der liegt daneben. Der Kran hat neue Glaselemente auf das Dach befördert. Seit einigen Jahren schon sind Scheiben des Glasdaches  nach und nach gerissen, erläuterte der Gebäudemanager des Landkreises Ciro Scherff in dieser Woche im kreislichen Bildungsausschuss. Regelmäßig wurden statische Untersuchungen vorgenommen. Doch auch wenn versichert wurde, dass keine Teile von dem Glasdach herunterfallen könnten, habe man beim Kreis entschieden, das Dach zu sanieren, so Scherff. In den Sommerferien gab es Lieferschwierigkeiten. So muss die Reparatur während des Schulbetriebes erfolgen.

Diese Aussagen veranlassten Dr. Waldemar Nehring (SPD), selbst Lehrer am Gymnasium, dazu, im Ausschuss ausdrücklich darum zu bitten, die Maßnahme so schnell wie möglich abzuschließen. Die Bauarbeiten brächten erhebliche Lärmbelästigungen. Wegen der Sicherheitsabsperrungen könnten einige Räume nicht genutzt werden, und mit den vorgesehenen Projekten Aula-Neubau und Bau des neuen Busplatzes unmittelbar an der Schule stünden weitere Bauarbeiten bevor, so Nehring.

Das mit der Aula wird sich allerdings noch etwas hinziehen. Denn die Planungen sind vorerst gestoppt. „In der Vorentwurfsplanung sind wir bei der Kostenschätzung stehen geblieben“, sagte Ciro Scherff.

Der Aula-Neubau ist sozusagen ein Geschenk des Landkreises als Schulträger an das Herzberger Gymnasium, das aus der Innenstadt in das ehemalige OSZ-Gebäude umziehen musste. Eine Million Euro hatte der Kreis für die Aula erst einmal in den Doppelhaushalt 2017/18 eingestellt. Sie soll die Gebäude­struktur zwischen Mensa, Werkstattflügel und Sporthalle nahtlos ergänzen. Einen Architektenwettbewerb dazu hatte im Oktober 2016 das Architekturbüro Angelis + Partner aus Herzberg gewonnen. Ein großes Dach schafft einen wettergeschützten Außenbereich, der Saal kann durch Trennwände in kleinere Einheiten unterteilt werden. Im Obergeschoss entsteht ein flexibel nutzbarerer Galeriebereich — dieser Entwurf fand überall große Zustimmung. Mit den Kosten war man dann aber schon bei etwa 1,4 Millionen Euro. Mittlerweile, so bestätigt der Kämmerer des Landkreises Peter Hans, sind es nach konkreterer Planung schon zwischen 1,8 und 1,9 Millionen Euro. Da ist es verständlich, dass sich der Kreis auf die Suche nach Fördermitteln begeben hat. Und wie es aussieht, ist er dabei auf eine erfolgversprechende Variante gestoßen.

Wie Peter Hans erläutert, hat der Bund sein Kommunalförderungsprogramm, aus dem der Landkreis vor zwei Jahren schon 3 Millionen Euro vorrangig für energetische Projekte erhalten hat, erweitert. Er stellt zusätzlich 3,5 Milliarden Euro für den Bereich Bildung zur Verfügung. 104 Millionen Euro davon soll Brandenburg bekommen. „Jetzt ist die Frage, ob auch der Landkreis Elbe-Elster Geld aus dem Programm erhält und wofür“, so der Kämmerer. In einer Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land sei festgelegt worden, dass finanzschwache Kommunen bedacht werden. Was in diesem Fall darunter zu verstehen ist, muss das Land festlegen. Das hat es aber noch nicht getan. „Die Verwaltungsvereinbarung ist auch erst drei Wochen alt“, so Peter Hans.

Beim Kommunalförderungsprogramm vor zwei Jahren sei nur etwa die Hälfte der Elbe-Elster-Kommunen förderfähig gewesen, sagt der Kämmerer. Er wünscht sich, dass es diesmal alle sind. „Wir müssen abwarten, wie das Land entscheidet. Mittel für den Bildungsbereich könnten wir gut für die Aula nutzen. Die Fördermittel sind der Grund, warum wir noch nicht angefangen haben. Manchmal sind bereits begonnen Projekte nämlich von der Förderung ausgeschlossen“, erläutert er. Hans hofft, dass das Land noch in diesem Jahr dazu Klarheit schafft, wie viel Geld in die Landkreise fließt und wie die Konditionen aussehen. Der Bau der Aula wird somit vor 2019 kaum beginnen. Eigentlich war das für 2018 vorgesehen. Die Schule kann sich also erst mal vom Baulärm erholen.