| 02:37 Uhr

Auge in Auge mit Mogli und Balu

Der Panther Baghira, Mogli und Balu der Bär, gespielt von Gina Sperlich, Louis Sperlich und Alfred Krämer (von links).
Der Panther Baghira, Mogli und Balu der Bär, gespielt von Gina Sperlich, Louis Sperlich und Alfred Krämer (von links). FOTO: Rico Meißner/rmr1
Herzberg. Beides dürfte vielen Einwohnern Herzbergs gut bekannt sein. Zum einen Alfred Krämer, Spross der Herzberger Zirkusdynastie, zum anderen die Geschichte um Mogli, Baghira und Balu aus dem "Dschungelbuch". Jetzt verbindet sich das im "Dschungelbuch Live". Es ist die erste Aufführung in Herzberg. Rico Meißner / rmr1

"Eigentlich war das gar nicht so geplant, es war mehr oder weniger eine Herzenssache", erzählt Krämer. "Ich habe meine Frau kennengelernt und ihre Eltern betrieben bereits dieses Theater Zauberwald Märchenpalast." Mittlerweile ist die ganze Familie eingespannt. Seine Frau Gina Sperlich in der Rolle Baghiras, sein Sohn Louis als Mogli, die Tochter Ashley als Shanti und Krämer selbst als Bär Balu.

Das Ensemble ist ganzjährig auf Tour. Meist von März bis November im Zelt, in den restlichen Monaten beispielsweise in Stadthallen. Mit den Grimmschen Märchen "Hänsel und Gretel" und "Rotkäppchen" war es bereits vor Jahren in der Stadt zu Gast. "So viel Lampenfieber wie damals hatte ich noch nie. Viele kannten mich ja, und deshalb war ich wahnsinnig nervös", erinnert sich Krämer. Und an diesem Wochenende nun also "Das Dschungelbuch".

"Viele denken, wir seien ein Puppentheater", sagt Krämer. "Aber was wir bieten, ist richtiges Schauspiel, und auch die Kinder im Publikum werden teilweise direkt in das Geschehen eingebunden." Während einige Figuren wie Kaa durch eine Klappmaulfigur oder die Geier durch Stabfiguren visualisiert werden, stecken die Hauptdarsteller in so genannten Walk Act Kostümen. "Das ist schon eine Herausforderung", sind sich Krämer und Sperlich einig. "Man spielt ja fast blind, denn das Sichtfenster ist sehr begrenzt. Außerdem kann es im Sommer schon sehr warm darin werden — und dann auch noch singen und tanzen. Oder man merkt mit dem Fuß auf einmal ,hoppla', da war die Bühnenkante." Aber bisher sei noch niemand heruntergefallen.

Geschrieben hat das Stück sein Schwiegervater Markus Sperlich, der die Rolle des Shir Khan übernimmt. "Von der Idee bis zur ersten Aufführung sind ungefähr zwei Jahre vergangen", erinnert er sich. "Wichtig war uns vor allem der Erkennungseffekt. Sobald eine Figur auf die Bühne tritt, soll sie auch als diejenige erkannt werden. Das funktioniert sehr gut." Natürlich sind auch die bekannten Lieder live auf der Bühne zu hören.

"Meistens sind die Zuschauer am Ende ausgesprochen zufrieden", fasst es Alfred Krämer zusammen. "Unser Zielpublikum liegt zwischen zwei und neunundneunzig Jahren. Hundertjährige haben freien Eintritt", lacht er. Natürlich könnten es hin und wieder gern noch mehr Besucher sein. "Wir bemühen uns schon mit den Eintrittspreisen und würden gern auch billiger sein." Aber im Gegensatz zu städtischen Theatern etwa erhalte man keine Unterstützung. "Wir können uns nur über den Eintritt finanzieren und die aufwendigen Bühnenbilder und Kostüme bis hin zur Logistik, all das kostet viel Geld", erklärt der Darsteller.

Den Höhepunkt der etwa anderthalbstündigen Vorstellung sieht der Bärendarsteller für sich selbst am Ende. "Wenn ich dann den Kopf abnehme und ich sehe in leuchtende Kinderaugen, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe."

Zum Thema:
Die RUNDSCHAU verlost 10x2 Freikarten für die Premierenveranstaltung am Freitagab 17 Uhr in Herzberg. Die Gewinnhotline ist am heutigen Mittwoch den ganzen Tag erreichbar: 01379 88 72 11 (legion, 0,50€/Anruf aus dem Festnetz der DTAG, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz). Die Karten können vor der Vorstellung an der Kasse abgeholt werden. Das Dschungelpaket beinhaltet neben dem Besuch der Veranstaltung einen Fototermin mit den Bühnenstars, eine Backstage-Führung und Zuckerwatte. Zwei weitere Aufführungen finden am Samstag ab 17 Uhr sowie am Sonntag ab 10.30 Uhr statt. Am Freitag ist Familientag. Dann kosten die Karten 10 Euro pro Person, am Samstag und Sonntag 15 Euro pro Person.