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| 13:56 Uhr

Konversion in Wahrenbrück
Die letzte Chance fürs Holzhofareal

Das ehemalige Holzhofgelände in Wahrenbrück: Die Natur hat sich ihren Platz zurückerobert. Und genau das ist der Knackpunkt bei der Nachnutzung des Areals.
Das ehemalige Holzhofgelände in Wahrenbrück: Die Natur hat sich ihren Platz zurückerobert. Und genau das ist der Knackpunkt bei der Nachnutzung des Areals. FOTO: Sylvia Kunze / LR
Uebigau-Wahrenbrück. Das abgelegene Gelände am Wahrenbrücker Bahnhof soll Standort für einen Solarpark werden. Fast wäre es nicht dazu gekommen. Aus Naturschutzgründen. Zähes Ringen der Stadt führt nun zum Erfolg. Von Sylvia Kunze

Es hat zwischenzeitlich so ausgesehen, als würde sich auch dieser Plan in Luft auflösen. Ein erster Anlauf vor einigen Jahren war bereits gescheitert. Den zweiten Versuch hat Bürgermeister Andreas Claus „als letzte Chance“ für das einstige Holzhofareal am Wahrenbrücker Bahnhof gesehen, das seit Jahren ungenutzt vor sich hin dümpelt und mit den Jahren aus Sicht der Naturschutzverantwortlichen laut Claus zu einem „Refugium für die Natur geworden ist“.

Auf der Fläche mit noch einigen Gebäuderesten haben sich kleine Biotope, zum Leidwesen der Stadt allerdings unter stetig größer werdenden Müllbergen, entwickelt. Dort wachsen inzwischen als wertvolle Bestände eingestufte Besenginsterheide, Eichenvorwald und Trockenrasen. Dort tummeln sich Fledermäuse, Eidechsen, Brutvögel und Ameisen. „Der Artenschutz war inzwischen so mächtig, dass wir uns kaum einigen konnten“, ist von Angela Reiniger, Leiterin des städtischen Bauamtes, zu erfahren. Denn es sei lange unklar gewesen, ob der geforderte Ausgleich nachgewiesen werden könne.

Nun herrscht Einigkeit. Seit einigen Tagen liegen positive Stellungnahmen der Bauaufsicht und der Unteren Naturschutzbehörde vor, berichtet der Bürgermeister. Das Bauvorhaben werde in zwei Schritten umgesetzt. Deshalb sei zum einen der Eingriff in die Natur nicht gleich so gravierend, und zum anderen komme dieses Vorgehen auch dem Vorhabenträger, der Koversion GmbH Hamburg, entgegen. Mit dem ist ein Durchführungsvertrag zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Konversion ehemaliger Holzhof Wahrenbrück in Sondergebiet Solarpark“ abgeschlossen worden, der Baurecht schaffen soll. Der Plan selbst ist parallel dazu schon in Arbeit, ist im Entwurf bereits öffentlich ausgelegt worden, hat inzwischen den Abwägungsprozess durchlaufen und ist in der zurückliegenden Stadtverordnetenversammlung zur Satzung erhoben worden.

Zusätzlich zu bereits bestehenden Ausgleichsplanungen noch aufgenommene Forderungen der Naturschutzbehörde betreffen das Freihalten der ehemaligen Bunker als Fledermausquartiere sowie Ergänzungsmaßnahmen zum Anpflanzen von Laubwald in den Gemarkungen Bönitz und Domsdorf.

Bürgermeister Claus zeigt sich erfreut, dass es zu dieser Lösung gekommen ist. Anwachsende Müllberge und von den Verunreinigungen ausgehende mögliche Gefahren für das Grundwasser haben ihm im Vorfeld erhebliche Sorgen bereitet. „Ich bin froh, dass nun grünes Licht gegeben wurde, diesen Schandfleck beseitigen zu können“, sagt er.