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| 13:24 Uhr

Wetterrückblick
Aprilwetter: „Dieser Monat war ein Hammer!“

Der Balztanz der Kraniche – ein grandioses Naturschauspiel!
Der Balztanz der Kraniche – ein grandioses Naturschauspiel! FOTO: Dieter Lehmann
Falkenberg. Der Falkenberger Naturschützer Dieter Lehmann fasst seine Aufzeichnungen zusammen. Von Dieter Lehmann

Dieser Monat war ein Hammer! Es war nicht ein Monat April, „der es macht wie er will“, sondern ein Monat der Rekorde. Denn es war der insgesamt wärmste April seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen in Deutschland im Jahr 1881. Sein Temperaturdurchschnitt betrug sagenhafte 12,4 Grad Celsius, und er lag damit um etwa 5,0 Grad über der international gültigen Referenzperiode von 1961 bis 1990.

Dabei brachten die ersten beiden Tage des Monats alles andere als schönes Wetter. Und dies leider zu den Osterfeiertagen. In der Nacht zum Ostermontag gab es sogar noch Frost bis minus 1,5 Grad. Doch danach wurde es wärmer und wärmer.

Ursächlich verantwortlich für dieses insgesamt ungewöhnlich milde Aprilwetter waren die festliegenden Hochdruckgebiete über Mitteleuropa und Skandinavien, welche die nördlichen Tiefausläufer in Deutschland nicht wirksam werden ließen. So gab es bereits ab 3. April überwiegend frühlingshafte, in der zweiten Monatshälfte sogar fast sommerliche Temperaturen. Das Hoch „Norbert“ bescherte uns ab Monatsmitte sogar richtiges Badewetter. Da hielt mich nichts mehr! Am 12. April ging ich zum ersten Mal im Kiebitzer See baden: Außentemperatur 23, Wassertemperatur 14,4 Grad. Von nun an schwamm ich täglich im geliebten See. Am wärmsten war es in Falkenberg am 20. April mit 24,7 Grad.  Dazu gab es natürlich reichlich Sonnenschein. In unserem Land Brandenburg und in Berlin schien die Sonne nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes über 245 Stunden – ein Rekordwert!

Dennoch, der April hatte auch eine Schattenseite: Er war insgesamt deutlich zu trocken. Für unsere landwirtschaftlichen Betriebe ein bedenklicher Mangel! Die Niederschlagssumme in unseren Regionen betrug etwa 35 Liter pro Quadratmeter (l/m²). An meiner privaten Wetterstation in Falkenberg waren es sogar nur 32 l/m².

Ungewöhnlich für diese Jahreszeit ereigneten sich über Deutschland erste schwere Gewitter. Im hessischen Odenwald kam es am 23. des Monats zu einem kräftigen Gewitterregen. Örtlich wurden Überschwemmungen und schwere Schäden gemeldet. An diesem Tag zog auch über Falkenberg kurz nach 16 Uhr ein Gewitter mit erbsengroßen Graupelschauern hinweg.

Für mich als Naturschützer waren natürlich die ersten gefiederten Frühlingsboten der Vogelwelt besonders wichtig. Die originellen Balztänze der Kraniche waren in der ersten Monatshälfte noch überall zu beobachten. Am 2. April sah ich die erste Feldlerche jubilierend in den Himmel steigen, am 15. hörte ich den ersten Kuckucksruf und am 21. April schlug die erste Nachtigall im Gebüsch am Kiebitzer Weg.

Die Schönheit der Natur erschließt sich nur im Innern Desjenigen, der sie zu verstehen gelernt hat.