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Adventstürchen
Apotheke seit Jahrhunderten

Die Adler-Apotheke in Herzberg gibt es schon seit 1750 an diesem Standort. Sie wurde damals von dem Stadtrichter und Apotheker Johann Christian Jordan geführt.
Die Adler-Apotheke in Herzberg gibt es schon seit 1750 an diesem Standort. Sie wurde damals von dem Stadtrichter und Apotheker Johann Christian Jordan geführt. FOTO: Rudow / LR
Herzberg/Elsterwerda. Erinnerungen an altes Wohn- und Geschäftshaus werden auch in Elsterwerda wach. Von Manfred Feller und Birgit Rudow

HERZBERG Die erste Apotheke in Herzberg soll es 1609 in der damaligen „Torgauer Gasse“ gegeben haben. Seit 1750 befindet sich die Apotheke in der heutigen Torgauer Straße 76. Ein geschichtsträchtiges Haus also. Ihm soll unser achtes Kalendertüchen gewidmet sein. Welche Erinnerungen verbinden Sie, liebe Leser, mit dieser Apotheke? Rufen Sie bitte am Donnerstag, 7. Dezember, zwischen 13 Uhr und 14 Uhr an (03535 248324) oder schreiben Sie ebenfalls am Donnerstag bis 15 Uhr eine E-Mail an herzberg@lr-online.de

ELSTERWERDA An das am Mittwoch veröffentlichte Foto mit dem Wohn- und Geschäftshaus in Elsterwerda, Friedrich-Engels-Straße 4, (einst Elektrische Licht- und Kraftanlagen Wihtols und Kinderbibliothek) hat Familie Voigt aus der Stadt ganz private Erinnerungen. Sie schreibt: Unsere fünfköpfige Familie bewohnte von 1987 bis 1997 das Obergeschoss zur Miete. Die Ausstellungsfläche und ein kleines Büro im Erdgeschoss dienten dem Verkauf neuwertiger Möbel, wie man noch heute an den Schaufenstern erkennen kann.

Der Möbelverkauf als auch der dazugehörige Liefer- und Aufbauservice sowie der deutschlandweite Umzugsservice waren unser täglich Brot und brachten unserem kleinen Familienunternehmen so manche Lebenserfahrung.

Leider ist der Inhaber des Möbelgeschäftes Voigt in diesem Jahr viel zu früh von uns gegangen.

Vor Möbel-Voigt befand sich in dem Haus die Kinderbibliothek. Daran erinnert sich Klaus-Peter Manig aus Uebigau aus gutem Grund besonders gern: Meine Mutter war die Leiterin der Kinderbibliothek. Ursprünglich war die Bibliothek ans Pionierhaus (heute Stadthaus) angegliedert. Anfang der 70er-Jahre waren die Bibo und die Beschäftigten Frau Engelmann, Frau Weigelt und Frau Manig in die Friedrich-Engels-Straße umgezogen. Während meiner POS-Zeit ging ich oft von der Schulspeisung im Rautenkranz zur Bibliothek und verbrachte Stunden lesend in einer Ecke. Im Laufe der Jahre schaffte ich fast den gesamten Bücherbestand durchzuschmökern. In Erinnerung bleiben mir auch Buchlesungen und das Leseraktiv.

Ortschronist Erhard Galle weiß, dass zu Wihtols’ Zeiten (etwa ab 1924 bis nach dem Krieg) die Gattin des Inhabers nebenan Manufakturwaren und Textilien verkaufte. Der Straßenzug gehört zu den ältesten in der Stadt und hatte viele Handwerker und Läden, wie die Sattlerei Peschel, Schuhmacher Öhmigen, den Fotografen Tilschner und das öffentliche Bad. Der neue Besitzer Günter Fuchs saniert derzeit das Gebäude. Die alten Schriftzüge werden verschwinden.

Die ehemalige Kinderbibliothek in Elsterwerda (einst Wihtols).
Die ehemalige Kinderbibliothek in Elsterwerda (einst Wihtols). FOTO: Stadt Elsterwerda