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Anpacken und Dreck wegräumen

Müllsack um Müllsack füllt den kleinen Multicar-Hänger, den die Stadt Schönewalde zum Abholen des gesammelten Unrates geschickt hat. In einem mehrstündigen Einsatz hatten die Soldaten rund um den Brandiser See jede Menge Dreck zusammengetragen.
Müllsack um Müllsack füllt den kleinen Multicar-Hänger, den die Stadt Schönewalde zum Abholen des gesammelten Unrates geschickt hat. In einem mehrstündigen Einsatz hatten die Soldaten rund um den Brandiser See jede Menge Dreck zusammengetragen. FOTO: Sylvia Kunze
Brandis. 15 Soldaten vom Bundeswehr-Standort Holzdorf haben am Mittwochnachmittag einen „zivilen“ Einsatz abgearbeitet. Statt in der Kaserne tätig zu werden, sind sie zum Brandiser See abgerückt. Vier Stunden lang steht dort, am beliebten Badegewässer des Schönewalder Ortsteils, für sie Müllsammeln auf dem Plan. Sylvia Kunze

15 Soldaten vom Bundeswehr-Standort Holzdorf haben am Mittwochnachmittag einen "zivilen" Einsatz abgearbeitet. Statt in der Kaserne tätig zu werden, sind sie zum Brandiser See abgerückt. Vier Stunden lang steht dort, am beliebten Badegewässer des Schönewalder Ortsteils, für sie Müllsammeln auf dem Plan.

See und Sommer könnte jetzt eine tolle Abwechslung vom Soldatenalltag suggerieren. Aber so war es nicht. Bei stetigem Nieselregen während der gesamten vier Stunden, die die Männer und die eine Frau in der Müllmission unterwegs waren, war an eine schöne Zeit nicht wirklich zu denken. Dennoch wurde von den Kräften des Einsatzführungsbereichs, die alle in verschiedenen Staffeln dienen, durchgezogen. Einmal rund um den See wurde alles das eingesammelt, was im Gebüsch, im Wäldchen oder im Uferbereich nichts zu suchen hat. Ein kaputter Stuhl und ein Fahrradständer waren noch die größten Funde. Ansonsten kam viel Kleinmüll in den blauen Säcken zusammen.

Obwohl auch diese Bilanz traurig stimmen müsste, atmet der Schönewalder Bürgermeister Michael Stawski auf: "Wir hatten hier auch schon schlimmere Zeiten. Da wurde Unrat in großen Mengen abgeladen. Das hat zum Glück aufgehört und ist hoffentlich ein für alle Mal vorbei, denn das soll jetzt keineswegs als Einladung verstanden werden, sich hier nun wieder ausmüllen zu können."

Er freut sich über die Initiative der Bundeswehr. "Der See ist für unsere Region immerhin d e r Anziehungspunkt. Allerdings, ihn stetig sauberzuhalten, so dass die Besucher nicht selbst ausreichend tun, fällt schwer", begründet Stawski. Der Bauhof schaue schon vorbei und leere die Papierkörbe je nach Andrang am See und mähe das Gras je nachdem, wie schnell es gerade wachse. Aber mehr könne die Stadt eben kaum leisten.

Um so mehr freue er sich, dass mit den neuen Imbissbetreibern das Angebot "an Qualität gewonnen hat", und wenn nun auch die Bundeswehr derart unter die Arme greife, um beim Sauberhalten zu helfen, dann sehe er optimistisch in Richtung des restlichen Sommers. Oberstleutnant Mario Czybik und Oberleutnant Dominique Mosen, die beide den Einsatz begleiten, bekräftigen das Miteinander von Bundeswehr und Stadt. "Als ich noch hier gewohnt habe, bin ich selbst oft hier gewesen. Kaserne und See trennt nur ein kleiner Trampelpfad. Und der See ist ein schönes Fleckchen zum Erholen", sagt Moser.

Als man sich entschieden habe, etwas vor Ort für die Kommune tun zu wollen, sei man sehr schnell auf die Idee mit dem Umwelttag gekommen, berichtet er weiter. Und das war übrigens auch nicht der erste Einsatz von Soldaten dieser Art. Vor fünf Jahren waren schon einmal Taucher der Tauchsportinteressengemeinschaft des Bundeswehrstandortes Schönewalde im Brandiser See abgetaucht und hatten den Badebereich nach Unrat abgesucht. Und glaubt man den Worten von Moder und Czybik, dann ist es womöglich auch nicht der letzte Einsatz gewesen. Beide äußern, dass sie sich vorstellen könnten, im nächsten Jahr vielleicht wieder in irgendeiner Form aktiv zu werden.

Was der Schönewalder Bürgermeister natürlich gerne hört. "Das wollen wir mal nicht aus den Augen verlieren", hakt er sofort nach, "wir haben einen kurzen Draht zueinander, und den sollten wir weiter pflegen." In erster Linie sieht er aber erst einmal die Besucher des Brandiser Sees in der Pflicht: "Die Stadt hat noch vor Beginn der diesjährigen Badesaison für neue, abgedeckte Müllbehälter gesorgt. Sie stehen aus meiner Sicht in ausreichendem Maße zur Verfügung und sollten dann entsprechend genutzt werden, statt Müll einfach irgendwo achtlos liegenzulassen" appelliert Stawski.

Zugleich zeigt er sich dankbar, dass auch die Angler immer wieder auf Ordnung und Sauberkeit schauen und zweimal im Jahr ebenfalls solche Großaufräumaktionen rund um den Brandiser See starten.