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Andreas Göbel begeistert erneut

Saxdorf. Der schon jahrelangen schönen Tradition folgend, gab am Tag der Deutschen Einheit der Pianist Andreas Göbel aus Berlin wieder ein Klavierrezital in Saxdorf. Der Name dieses Künstlers, der beim rbb als musikwissenschaftlicher Mitarbeiter seine Haupttätigkeit hat, ist schon so bekannt und beliebt, dass das Atelier die Besucher kaum fassen konnte. Stephan Creuzburg

Und wer gekommen war, der hat Klavierstunden erlebt, die schöner kaum hätten sein können. Gleich zu Beginn - eigentlich ungewöhnlich - die "Pathetique" von Beethoven. Die sehr aufnahmebereiten Zuhörer erlebten eine großartige Interpretation. Göbel wählte so wohltuend ein Tempo, das die Schönheit der Melodien voll auskostete und er hatte den Mut zur spannungsgeladenen Pause. Die transparente Tongebung, verbunden mit brillanter Technik - Göbels rechte Hand perlte die Töne regelrecht in den Raum - fesselte von Anfang bis zum Schluss. Mit Chopins Klaviersonate h-moll folgte ein weiteres gewichtiges Werk. Und hier gelang es Göbel, das Wesen chopinscher Musik aufzuspüren - man durfte träumen. Ausdrucksstark, fesselnd und technisch wieder perfekt das Presto und …. Göbels Meisterschaft, die Melodie war trotz des hohen Tempos bestens wahrzunehmen.

Was soll man zu den zwei Rhapsodien von Brahms sagen, die nach der Pause erklangen, zur Liszt-Bearbeitung eines Stückes von Rossini und der von Bellini. Gerade hier glänzte Göbel mit perlenden Läufen und technisch einmaligen Akkorden, dass das Publikum aufsprang und begeisterten Applaus spendete.

Zur Freude der Zuhörer und - sicht- und hörbar auch des Künstlers - gab es noch vier Zugaben; wieder mit Beethoven "Für Elise" schloss sich der Kreis eines Konzertes, das lange im Gedächtnis bleiben wird.