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An der Lößfurt „schüttelten“ sich die Eichen

Dort, wo der Sage nach ein Ritterfräulein nach ihrem Tode als „Weiße Frau“ ihr Unwesen trieb, trafen sich gestern mitten im Wald viele Menschen. Der Grund: Vor neun Jahren wurde die alte Postmeilensäule restauriert und an der alten Gabelung, wo sich die Wege der umliegenden Dörfer kreuzen, eingeweiht. Fortan war der Himmelfahrtstag zum Feiern auserkoren. Von Serena Nittmann

Löhsten, Beyern, Beilrode/Ortsteil Döbrichau und Rehfeld statten jährlich sozusagen im Rotationsprinzip das Fest unterm Blätterdach aus. Jeder bringt seine Ideen ein und im Laufe der Jahre entstand so ein idyllisches Fleckchen mit Bänken, Infotafeln und Sitzgruppen. Als Gastgeber legte Beyern in diesem Jahr wieder eine gehörige Messlatte an. Denn schon zur Begrüßung hatten die Beyrischen jede Menge vorbereitet.
Mit Unterstützung der Stadt Falkenberg waren Holzbuden für die Verpflegung aufgestellt und angesichts des schlechten Wetters jede Menge Sonnenschirme und zusätzliche Planen und Zelte gespannt. Als Pfarrer Martin Miech die Besucher gegen 10 Uhr begrüßte, war selbst er erstaunt, wie viele Frauen, Männer und Kinder trotz des starken Regens gekommen waren. Anne-Kathrin Lüdecke und Camilla Schmidt spielten auf der elektrischen Orgel klassische und kirchliche Musik. Und auch die Bürgermeister der vier Orte, Karsten Dauer, Friedhelm Kuschel, Judith Sehmisch sowie Axel Süptitz richteten unter großen Schirmen stehend ein paar Grußworte an die Gäste. Die Beilroder stellten ihren neunen Atlas vom Landkreis Torgau vor, der zum Teil auch die angrenzende Brandenburger Region beinhaltet.
Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick lobte das Engagement aller Organisatoren und berichtet von Georg Klug. Der hatte gemeinsam mit Bernhard Richter, dem Vater dieser Veranstaltung, den Werdegang der neun vergangenen Jahre erfasst und für alle sichtbar auf einer weiteren Infotafel aufgearbeitet. Schon spielte die Falkenberger "Mini-Brass-Band" auf, und die Jugendfeuerwehr aus Beyern fuhr mit Sirenengeheul per Traktor vor.
Bei all den Aktionen störte der Regen eigentlich niemanden so richtig. Die kleine Celina Franke fand mit ihren drei Jahren sogar Regenschutz unterm Tisch. Andere Kinder wieder tobten auf einem selbst gebastelten Besen durch die Gegend. Immer wieder kamen Gäste mit dem Auto angefahren, einige Männer führte der Weg auch mit dem Fahrrad an die Lößfurt.
Und wenn ein Windstoß mal so richtig durch die Bäume fuhr, dann regnete es gleich doppelt so stark. "Ab und an schütteln sich eben die Eichen", meinte Herold Quick und nahm die Regentropfen wie viele andere ganz gelassen. „Die Veranstaltung mitten im Wald ist eben schon Kult“ , freute sich Falkenbergs Bürgermeister über den großen Zuspruch.