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| 14:21 Uhr

Zukunft denken
Eine Strategie für das gesamte Amt

Amt Schlieben. „Integriertes Klimaschutzkonzept für das Amt Schlieben“ steht über dem Bericht, der sich mit dem Stand und den Zielen des Klimaschutzes im Schliebener Land beschäftigt. Er wird als „nachvollziehbar und realistisch“ bewertet. Von Sylvia Kunze

Knapp 100 Seiten dick ist das „Integrierte Klimaschutzkonzept für das Amt Schlieben“, das jüngst die Zustimmung der Mitglieder des Amtsausschusses erhalten hat und damit zur Arbeitsgrundlage für künftiges Handeln im Schliebener Land wird. In ihm wird detailliert Bilanz gezogen, was aktuell in Sachen Energie-, Wärme- und Kohlendioxidbilanz zu sagen ist. Und daraus resultierend sind Handlungsansätze und mögliche Maßnahmen erarbeitet, die das Amt beim Klimaschutz voranbringen sollen.

„Das Konzept ist nachvollziehbar und realistisch“, schätzt Harald Kutscher, Leiter des Bauamtes des Amtes Schlieben, ein. „Das sind nicht unzählige Seiten beschriebenes Papier, sondern das ist ein Konzept, mit dem man was anfangen kann“, bewertet er die vom Tilia-Planungsbüro vorgelegte Arbeit.

„Im nächsten Schritt brauchen wir einen kommunalen Klimamanager. Auf den warten im Amtsbereich viele Aufgaben, die die Verwaltung nicht auch noch leisten kann“, blickt Kutscher voraus. Auf Basis des Konzepts könne der, ähnlich wie in der Nachbarstadt Uebigau-Wahrenbrück oder beim Landkreis, über Fördermittel erst einmal eine befristete Anstellung beim Amt erhalten. Was er dann zu tun bekommt, das ist im Wesentlichen bereits im Schlussbericht des Klimakonzepts festgeschrieben.

An die 30 Maßnahmen sind darin aufgelistet. Sie reichen von der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED über eine Kampagne zur Förderung der Photovoltaik bis hin zur Überlegung, einen Bürgerbus fahren zu lassen. Neben vielen kommunalen Ansatzpunkten ist auffällig, dass Klimaschutz nicht allein im öffentlichen Bereich eine Rolle spielen soll, sondern dass die im Schliebener Land lebenden Einwohner eng einbezogen werden sollen. Von einem Kümmerer-Kreis, oder wie er später auch immer einmal heißen wird, ist die Rede. „Wir brauchen Leute, die hinter der Idee stehen und Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren“, sagt Kutscher. Amtsvertreter, Biogasanlagenbetreiber und Vertreter von Wohnungsbaugesellschaften hätten sich bereits zusammengefunden. „Jetzt wollen wir noch interessierte Leute aus der Bevölkerung integrieren“, berichtet der Bauamtsleiter.

Er wisse aus Gesprächen, dass viele Hauseigentümer darüber nachdenken, die vor gut 20 und mehr Jahren gebauten Heizungen in den Gebäuden zu modernisieren. Für Kutscher ein weites Feld auch in Sachen Klimaschutz, das sowohl Klimaschutzmanager als auch der Kümmererkreis beackern könnte: in Form von Öffentlichkeitsarbeit, in Form von Ideengebung, in Form von vergleichenden Kosten-Nutzen-Rechnungen und mehr.

Bei den nach Prioritäten geordneten vorgeschlagenden Maßnahmen stehen deshalb einige in Zusammenhang mit Öffentlichkeitsarbeit und Bevölkerung ganz weit mit vorne, zum Beispiel Nutzerschulungen bzw. Stammtische zum Thema Energie und Klimaschutz, Energieberater vor Ort, Wärmebild-Stadtspaziergang, Förderung des Heizungspumpenaustauschs, Aufstellen eines Zuschussprogramms für energieeffiziente Haushaltsgeräte und mehr. Kutscher ist überzeugt: „Es sind viele Menschen interessiert, was zu tun. Wenn man dann in kleinen Rechenbeispielen aufzeigt, wo und wie sie sparen und dabei gleichzeitig etwas für den Klimaschutz beitragen können, ist man sicher auf einem guten Weg.“

Aber auch die kommunalen Bereiche sollen mit betrachtet werden. „Für dieses Jahr sind die Planungen durch. Da passiert nicht mehr viel. Doch in den Folgejahren werden Stück für Stück konkrete Maßnahmen folgen“, kündigt der Bauamtsleiter an. Zu den Schwerpunkten gehören dann beispielsweise die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien in öffentlichen Gebäuden sowie Modernisierung und Digitalisierung der Heizanlagenregelungstechnik.