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Hunde im Damwildgehege
Amt lässt bissige Hunde ins Tierheim Langengrassau bringen

Das Damwildgehege im Herzberger Tierpark ist hinter Zäunen, Bäumen und Sträuchern gut geschützt. Dennoch konnten die beiden Hunde hier eindringen. Jetzt ist wieder Ruhe im Gehege eingezogen. Welche langfristigen Auswirkungen die Vorfälle auf das Wild haben, kann noch nicht eingeschätzt werden.
Das Damwildgehege im Herzberger Tierpark ist hinter Zäunen, Bäumen und Sträuchern gut geschützt. Dennoch konnten die beiden Hunde hier eindringen. Jetzt ist wieder Ruhe im Gehege eingezogen. Welche langfristigen Auswirkungen die Vorfälle auf das Wild haben, kann noch nicht eingeschätzt werden. FOTO: Rudow / LR
Herzberg. Die Halter der Tiere, die Damwild im Herzberger Tierpark getötet und verletzt haben, sind ermittelt. Sie müssen jetzt mit einer Strafe rechnen. Von Birgit Rudow

Das Herzberger Ordungsamt hat am Donnerstagvormittag veranlasst, dass die Hunde, die am vergangenen Samstag und Montag Damwild im Herzberger Tierpark angegriffen und getötet haben, in das Tierheim Druschke nach Langengrassau gebracht werden. „Die Hunde werden wegen der Angriffe als gefährlich eingestuft. Die Halter konnten nicht den Nachweis erbringen, dass sie den Kriterien für die Haltung gefährlicher Hunde ordnungsgemäß nachkommen können. Auch wir als Behörde waren davon nicht überzeugt. Deshalb haben wir die Tiere sichergestellt“, sagt der Leiter des Herzberger Ordnungsamtes Sven Ziehe.

Für die Ordnungsbehörde war die Lage nach den beiden Angriffen im Tierpark ziemlich verzwickt. „Wir mussten erst einmal ermitteln, wie viele und welche Hunde im Damwildgehege waren, und wem sie gehören“, so Ziehe. Dabei habe sich herausgestellt, dass es sich nicht, wie am Samstag vermeldet, um drei, sondern nur um zwei Hunde gehandelt hat. Auf dem Grundstück in Grochwitz, von dem die Hunde kamen, leben neben dem Eigentümer weitere ordnungsgemäß gemeldete Bürger, die ebenfalls Hunde haben, welche bei der Stadtverwaltung registriert sind, erläutert der Ordnungsamtsleiter.

Die beiden Hunde, die Samstag und Montag im Damwildgehege gewütet haben (zwei schäferhundgroße Mischlinge), konnten bei dem Einsatz am Montag mithilfe ihrer Chipnummer den Haltern zugeordnet werden. Sie gehören nach Aussage von Sven Ziehe nicht dem Eigentümer des Grundstückes in Tierparknähe, sondern zwei Mitbewohnern. Die Halter hätten keinen Widerstand geleistet, als die Hunde am Donnerstag sichergestellt wurden, so Sven Ziehe.

Der Einsatz des Ordnungsamtes am Donnerstag in Grochwitz wurde von der Polizei unterstützt, die die Mitarbeiter des Tierheimes Langengrassau in Empfang genommen und zu dem Grundstück mit den Hunden  geleitet hat. „Dafür möchten wir uns bedanken“ so Ziehe.

Die Tiere verbleiben jetzt im Tierheim. Sie dürfen nicht vermittelt und den Besitzern nicht zurückgegeben werden. Die beiden Halter werden vom Ordnungsamt zur Verantwortung gezogen. „Schließlich ist durch die Hunde Schaden für die Allgemeinheit entstanden“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Die Vorkommnisse im Tierpark haben in der Herzberger Öffentlichkeit für viel Aufsehen gesorgt. Bürger haben sich auch an die RUNDSCHAU gewandt, wie der Herzberger Karsten Maischl. Er warf den Behörden in Herzberg bezüglich der Hunde auf dem Grundstück in Grochwitz vor, „leider sehr oft ihre Ohren“ zu verschließen. Sven Ziehe kann die Aufregung und die Kritik aus der Bevölkerung verstehen. „Kritik ist gut, aber wir müssen die Sachverhalte ordentlich klären“, sagt er.

Auch die Tierrechtsorganisation PETA hat zu den Vorfällen im Herzberger Tierpark Stellung genommen. In einer Pressemitteilung fordert sie die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Brandenburg.

Das Mitbringen von Hunden ist im Herzberger Tierpark grundsätzlich nicht gestattet.
Das Mitbringen von Hunden ist im Herzberger Tierpark grundsätzlich nicht gestattet. FOTO: Rudow / LR