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| 02:42 Uhr

Am Rösselpark klemmt's mit dem Erdgas-Anschluss

Bad Liebenwerda. Neue Probleme am künftigen Einkaufszentrum Rösselpark in Bad Liebenwerda. Momentan kann die Versorgung mit Erdgas nicht abgesichert werden. Frank Claus

Grund: ausgelastete Leitungssysteme und Druckprobleme. Bürgermeister Thomas Richter (CDU) will es nicht glauben. Nach mehreren Verschiebungen des Baubeginns und permanenten Klagen gegen das Vorhaben nun auch noch das: Es liegt nicht genügend Erdgas an, um den Wärmebedarf des Einkaufszentrums Rösselpark abzudecken. "Ich denke, Spreegas will Gas verkaufen", meint der Bürgermeister und verweist darauf, dass es doch entsprechende Zusagen zur Lieferung von Gas gegeben habe.

Carsten Döring, Pressesprecher der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, die für die Erdgasbereitstellung verantwortlich ist, erklärt: "Es ist richtig. Im Jahr 2011 ist eine Anfrage durch die Projektbetreuer an uns gestellt worden. Wir haben positiv beschieden, dass wir die benötigte Menge Erdgas zur Verfügung stellen können. Doch seitdem ist nichts passiert. Wir haben bis heute keinen Vertrag, also auch keine konkrete Beauftragung."

Und Gas gibt es nun auch nicht mehr genügend? Döring zufolge sind seit 2011 weitere Verbraucher an die vorhandenen Leitungen angeschlossen worden, sodass die Menge nun vermutlich nicht mehr reicht und der nötige Druck nicht gewährleistet werden kann. "Doch genau das prüfen wir gegenwärtig mit Hochdruck. Obwohl wir noch keinen Auftrag haben." Und was, wenn Menge und Druck nicht ausreichen? "Dann müssen neue Leitungen verlegt werden. Das geht aber nicht so ohne Weiteres, denn da sind ja auch Trassenverläufe abzustimmen."

Gibt das Netz so wenig her, dass auf Erfordernisse nicht sofort reagiert werden kann? Döring: "Die Bundesnetzagentur verbietet es uns, überdimensionierte Systeme in den Boden zu bringen. Wir dürfen nicht auf Vorrat bauen, weil diese Kosten am Ende ja auch auf die Verbraucher umzulegen sind." Der Pressesprecher versichert, dass sein Unternehmen nach wie vor an der Erdgaslieferung Interesse habe. Er schließt aber auch nicht aus, dass in der Zwischenzeit eine provisorische Lösung über Flüssiggas- tanks realisiert werden muss. Natürlich eine für die Investoren teurere Lösung.

Unabhängig davon wird am 3. März mit dem Umbau der Bahnhofstraße begonnen. Zuerst wird der Gehwegbereich aufgenommen. Dort will der Energiedienstleister enviaM neue Leitungen verlegen und die Hausanschlüsse neu installieren. Danach werden die Fahrbahn neu hergestellt und die Elsterbrücke verbreitert.