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Am Kiebitz-See wird weggeräumt

Winterfestmachung bei den Dauercampern: Doris Schwertner und Karlheinz Kühnert verabschieden sich für dieses Jahr vom See.
Winterfestmachung bei den Dauercampern: Doris Schwertner und Karlheinz Kühnert verabschieden sich für dieses Jahr vom See. FOTO: dmu1
Falkenberg. Die Badesaison ist längst beendet. Nun wird auch noch ein Schlussstrich unter die diesjährige Campingsaison gezogen. Am Falkenberger Kiebitz-See zieht nach einem eher nur durchschnittlichen Sommer mehr und mehr Ruhe ein. Sylvia Kunze

Die Dekofiguren sind weggeräumt. Die Betten sind im Auto verfrachtet. Das Vorzelt ist leergeräumt. Der Wohnwagen ist winterfest gemacht. Doris Schwertner und ihr Mann Karlheinz Kühnert ziehen damit einen Schlussstrich unter ihre 20. Campingsaison am Kiebitz-See. Bekannte hatten den Bad Schmiedebergern einst vorgeschwärmt, wie toll es hier ist. Erst kamen sie nur mit den Kindern zum Baden her. Vor 20 Jahren stellten sie dann ihren Wohnwagen ab und halten dem See bis heute die Treue.

So wie viele andere Dauercamper, von denen in diesen Tagen nicht wenige vorbeigeschaut und ihr "Heim auf Zeit" für die kalten Tage gerüstet haben. "Am 31. Oktober endet die Campingzeit", erläutert Monika Mietsch, Teamleiterin am Kiebitz-See die Betriebsamkeit, die noch einmal eingesetzt hat. Allerdings in begrenztem Maße. Die vielen nasskalten Tage sorgten dafür, dass auch so mancher hartgesottene Campingfreund schon vorzeitig die 2016er Saison beendete. "Aber einige Kurzcamper haben wir trotzdem auch in dieser Woche noch begrüßen dürfen", freut sich Monika Mietsch über das vom Wetter unabhängige Interesse am See.

Auch noch Gäste im Winter

Dank der fünf winterfesten Bungalows, die die Stadt in der Vermietung hat, ist es nie komplett ruhig. "Da gibt es immer Nachfragen", weiß die Teamchefin. Beispielsweise buchen fünf Familien diese nun schon seit längerer Zeit über den Jahreswechsel. Dauercamper aus Leipzig, die Freunde mitbringen und gemeinsam feiern. Darüber hinaus buchen Bauarbeiter und Firmen, die vorübergehende Unterkünfte für Mitarbeiter suchen.

Eine abschließende Bilanz fürs Jahr kann Monika Mietsch deshalb noch nicht ziehen. Aber sie weiß, dass 2016 sich nicht schlechter darstellen wird als 2015. Die Touristen auf dem Campingplatz (alles Stand Ende September und ohne Dauercamper) nehmen sich kaum etwas (2956 waren 2015 im Zeitraum angereist, 2959 nun 2016). Einziger negativer Aspekt: Die Verweildauer der Gäste ist kürzer geworden. Die Fachfrau macht dies an den Übernachtungen fest: 9049 waren 2015 notiert, 8720 nun 2016. Sie vermutet hinter dieser Entwicklung einen Grund, den sie und ihr Team kaum beeinflussen können: das Wetter. "Das war im Vorjahr deutlich besser."

Dennoch konnten in den Bungalows deutlich mehr Besucher als im Vorjahr Urlaub am See genießen. Wurden 2015 noch 1092 Personen und 4737 Übernachtungen gezählt, liegen diese Zahlen für dieses Jahr bei 1239 Personen und 5304 Übernachtungen. Und weitere kommen ja noch bis Jahresende hinzu. Lässt die Schlussfolgerung zu, dass je wetterunabhängiger und komfortabler man sich des Nachts und tagsüber am See betten kann, desto länger ist man bereit, in der Region zu verweilen.

2016 "sehr durchwachsen"

Für Monika Mietsch steht fest: "2016 war eine sehr durchwachsene Saison." Tagesgäste habe man deutlich weniger gehabt, vermutlich werden deshalb auch längst nicht die (Park)Einnahmen in der Kasse zu verbuchen sein, mit denen man eigentlich rechnete. Nichtsdestotrotz gibt es andere, gute Entwicklungen: Der Wasserspielplatz habe viele Kinder in seinen Bann gezogen. Generationsübergreifend, beobachtete Monika Mietsch, hatte man dort seinen Spaß. Auch das Schwimm-Camp sei immer gefragter. Insbesondere Vereine hätten dieses Domizil für sich und ihre Feiern und Begegnungen fernab von Sporthallen und anderen Treffpunkten entdeckt.