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| 08:03 Uhr

Herzberger Freibad feiert Jubiläum
Ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel

 Badespaß im Freibad vor 50 Jahren. Das unmittelbare Bad ist unschwer wieder zu erkennen, auch wenn sich der Außenbereich verändert hat.
Badespaß im Freibad vor 50 Jahren. Das unmittelbare Bad ist unschwer wieder zu erkennen, auch wenn sich der Außenbereich verändert hat. FOTO: LR / Stadt Herzberg
Herzberg. Am 14. Juli vor 50 Jahren wurde das Herzberger Freibad eingeweiht. Die Stadt hängt an der alten Dame, auch wenn sie ab und an Kummer bereitet.

Das Herzberger Freibad ist derzeit in aller Munde. Der Sanierungsbedarf, die finanzielle Belastung, die Pleite mit den Fördermitteln oder die Spendenaktion werden rege diskutiert. Dabei wäre ein besonderes Datum beinahe durchgerutscht. Doch Schwimmmeister Gerald Thäle hat dran gedacht. Am vergangenen Samstag, es war der 14. Juli, war es genau 50 Jahre her, dass der damalige Bürgermeister Gerhard Pohl das Band zur Freigabe des Bades durchschnitten hat.

Vor Gerald Thäle liegen mehrere dicke Ordner zur Geschichte des Freibades. Fotokopien, Zeitungsausschnitte, Statistiken und Dokumente sind darin geordnet. Darum hat er sich gekümmert. Bis zum Bau des Bades war an dieser Stelle ein Baggerteich, den der Volksmund als Dutschmann-Pool bezeichnete, erzählt er. Der damalige Chef der SED-Kreisleitung Dutschmann hatte den Teich als öffentliche Badestelle schaffen lassen, allerdings ohne Bewachung. Nach einem Badeunfall, bei dem ein Schüler ums Leben kam, war die Idee entstanden, hier ein Freibad zu bauen. Die Herzberger haben ihr Bad also einem tragischen Unglück zu verdanken.

Nach zweijähriger Bauzeit, in der viele mit angepackt haben, wurde es am 14. Juli 1969 eröffnet. Das Planschbecken, das Nichtschwimmer- und das Schwimmerbecken entstanden damals so, wie sie noch heute dastehen. 1973 kamen die Bademeisterräume, der Kiosk sowie die Sanitär- und Wirtschaftsräume hinzu. Erster Schwimmmeister (Rettungsschwimmer) war Heinz Rusekski. „Es gab bisher nur vier Schwimmmeister. Heinz Rusekski und von 1978 bis 1985 Ralf Strauß. 1981 bin ich gekommen, und 1985 Jörg Mühlberger“, so Gerald Thäle.

Das Umfeld im Bad hat sich weiter vergrößert. In den 90er Jahren entstanden die Fußballwiese und der Beach-Volleyball-Platz. Auch wenn einiges moderner geworden ist, bleibt das Herzberger Freibad eine alte Dame. Das gesamte Leitungssystem zum Beispiel stammt noch von 1969. Wie anfällig es ist, hat sich erst in diesen Tagen wieder gezeigt. Am 4. Juli hat der Saugschieber, der das schmutzige Wasser aus den Becken zieht, seinen Geist aufgegeben. „Dank einer technischen Meisterleistung konnte das Teil ausgetauscht und das Bad zwei Tage später wieder eröffnet werden“, sagt Thäle. Er rechnet es dem ehemaligen Bürgermeister Michael Oecknigk und jetzt auch Karsten Eule-Prütz hoch an, dass sie am Bad festgehalten haben. Es hat nie ernsthafte Überlungen gegeben, es zu schließen, auch, wenn es die Stadt jährlich viel Geld kostet. Zwar kämen bei normalem Wetter mit 14 000 bis 15 000 Besuchern nicht mehr so viele Besucher jährlich wie zum Beispiel 1994, als es 27 000 waren. Aber die Herzberger wollen ihr Bad nicht missen, so Thäle.  Zeichen dafür sei auch die derzeitige Spendenaktion. 8752 Euro sind schon zusammengekommen, dazu noch die 500 Euro vom Bürgermeister für den Sieg beim Teichfahren.

Besonders wichtig ist Gerald Thäle auch der Schwimmunterricht. Die Zeiten mit drei vierzehntägigen Schwimmlagern der Schulen in den 80er-Jahren sei vorbei, sagt er. Aber es fänden noch Schwimmlager statt, und er bringe auf Wunsch von Eltern jeden Sommer etwa 20 bis 30 Kindern das Schwimmen bei.

Eine extra Fete zum runden Badgeburtstag wird es nicht geben. Am 10. und 11. August aber steigt wieder das große Sommer- und Kinderfest, diesmal in Kooperation mit der Diskothek Blue Velvet.

 Vor allem die Kinder freuten sich am 14. Juli 1969 auf das neue Bad.
Vor allem die Kinder freuten sich am 14. Juli 1969 auf das neue Bad. FOTO: LR / Stadt Herzberg
 ...als der erste Schwimmmeister Heinz Rusekski (l.) und der damalige  Kreisbaudirektor Dietmar Preuß als erste vom Startblock sprangen.  Foto: ru/Stadt
...als der erste Schwimmmeister Heinz Rusekski (l.) und der damalige  Kreisbaudirektor Dietmar Preuß als erste vom Startblock sprangen. Foto: ru/Stadt FOTO: LR / Stadt Herzberg
 Saisoneröffnung in diesem Jahr. Die lokale Politprominenz  wagt den Sprung ins kühle Nass. Das war vor 50 Jahren nicht anders ...
Saisoneröffnung in diesem Jahr. Die lokale Politprominenz  wagt den Sprung ins kühle Nass. Das war vor 50 Jahren nicht anders ... FOTO: LR / Rudow