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| 13:23 Uhr

Heimatgeschichte
Alte Urkunde für das Stadtarchiv

Im Falkenberger Archiv werden von Archivarin Ramona Heide, „Stifter“ Johannes Walter und Amtsleiterin Andrea Wagenmann (v.l.) neue historische Unterlagen inspiziert: die Urkunde für den ersten Ehrenbürger der Stadt, Carl Erler, sowie ein von ihm hinterlassenes handschriftliches Tagebuch.
Im Falkenberger Archiv werden von Archivarin Ramona Heide, „Stifter“ Johannes Walter und Amtsleiterin Andrea Wagenmann (v.l.) neue historische Unterlagen inspiziert: die Urkunde für den ersten Ehrenbürger der Stadt, Carl Erler, sowie ein von ihm hinterlassenes handschriftliches Tagebuch. FOTO: LR / Sylvia Kunze
Falkenberg. Falkenberger Familie füllt Bestand mit historisch wertvollen privaten Hinterlassenschaften auf. Von Sylvia Kunze

Wie edel sie aussieht, die Urkunde, die im Dezember des Jahres 1913 an Carl Erler im Zuge seiner Ernennung zum ersten Falkenberger Ehrenbürger überreicht worden ist! Dass sie jetzt auf dem Tisch des Falkenberger Stadtarchivs liegt, ist Familie Walter zu verdanken. Christine Walter ist eine geborene Erler, „und beim Aufräumen vom Dachboden haben wir die Urkunde gefunden“, berichtet ihr Ehemann Johannes, der den historisch wertvollen Fund zu Ramona Heide gebracht hat. Sie arbeitet schon seit einigen Jahren im Archiv der Stadt Falkenberg und hat auch durch rege Öffentlichkeitsarbeit die Schätze in ihrem Fundus deutlich mehren können.

Ein weiterer kommt nun mit dieser Urkunde dazu. Und nicht nur der. Johannes Walter hat außerdem noch eine handgeschriebene, regelmäßig geführte Chronik des Bauunternehmers Carl Erler dabei, die er ebenfalls dem Archiv übergeben will, „denn hier sind diese Unterlagen ordentlich verwahrt. Das ist mir lieber, als dass sie bei uns zu Hause unnütz herumliegen.“ „Sie bringen zudem noch einigen Erkenntnisgewinn“, beeilt sich die Archivarin  zu versichern. Beim Blättern in den handschriftlichen Unterlagen habe sie schon einige Aha-Effekte gehabt, berichtet sie und ergänzt: „Für die Stadtgeschichte sind diese Unterlagen ein richtiges Ergänzungswerk, das ich noch intensiver studieren werde.“

Sie wird sicher einige interessante Fakten finden. Carl Erler (1845-1932), also der Uropa von Christine Walter, hat damals die Ehrenbürgerschaft garantiert aus mehreren Gründen verliehen bekommen. „Mit ihm geht ein Mann aus dem Leben, der für Falkenbergs Entwicklung eine große Bedeutung hat“, steht in einem Nachruf, der nach seinem Ableben veröffentlicht wurde. Von 1909 bis 1913 war er Gemeindevorsteher. Er förderte den Neubau der Kirche und stiftete die große Glocke. Unter seiner Amtsführung wurde der Grundstein für die Schule in der Friedrichstraße gelegt. Das Rittergut wurde gekauft. Er brachte das Büro der Überlandzentrale nach Falkenberg (bis heute Sitz des Energieversorgungsunternehmens).

Für Ramona Heide und Amtsleiterin Andrea Wagenmann scheint es wie ein Wunder, dass sowohl Urkunde als auch die handschriftlichen Aufzeichnungen noch so gut erhalten sind - obwohl die zwei Weltkriege miterlebt haben. Warum die Unterlagen jetzt den Weg ins Archiv finden, dafür hat Johannes noch einen anderen Grund. „Bisher war uns gar nicht so bewusst, dass da allgemeines Interesse dahinterstehen könnte.“ Vergangene Tage der offenen Tür im Stadtarchiv und Gespräche mit der Archiv-Angestellten hätten das erst offenkundig werden lassen.

„Ich bin immer an alten Bildern, Texten und anderen historischen Belegen, die das Leben in Falkenberg und Umgebung dokumentieren, interessiert“, bekräftigt Ramona Heide, dass sie auch weiterhin gern solche Geschichtsschätze in die städtische Verwahrung nehmen möchte.