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| 13:20 Uhr

Herzberg
Alte Eichen-Allee soll weichen

Die Eichen-Allee in der Karl-Liebknecht-Straße in Herzberg. Die Bäume sollen für die Straßensanierung weichen.
Die Eichen-Allee in der Karl-Liebknecht-Straße in Herzberg. Die Bäume sollen für die Straßensanierung weichen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Fällungen sind für Ausbau der Karl-Liebknecht-Straße erforderlich. Ausgleich ist vorgesehen. Von Birgit Rudow

Alleen sind in Brandenburg schützenswertes Kulturgut. Auch Herzberg hat in der Stadt kleinwüchsige Alleen. So die Rotdorn-Allee in der Ludwig-Jahn-Straße, den Rotdorn am Neumarkt oder die Allee aus Rotdorn und Schwedischer Mehlbeere in der Magisterstraße. Die Dorfstraßen werden zumeist von Lindenalleen gesäumt. Eine Allee aus Roteichen steht in der Karl-Liebknecht-Straße, und die wird im Zuge des grundhaften Ausbaus der Straße, der derzeit geplant wird, weichen müssen, heißt es aus dem Herzberger Bauamt.

Die Eichen in der Karl-Liebknecht-Straße sind etwa 100 Jahre alt und haben zum Teil einen Stammdurchmesser von 80 Zentimetern erreicht. „Damit sind sie für innerstädtische Alleen eigentlich nicht geeignet“, sagt Bauamtsmitarbeiter Reinhard Neupert. Zum Teil seien Bordsteine schon in die Bäume gewachsen und die Wurzeln heben die Gehwege an. Reinhard Neupert berichtet von Fällen, wo die Wurzeln Versorgungsleitungen beeinträchtigen. „Verständlicherweise hängen viele Bürger und vor allem die Anwohner an den vertrauten Bäumen. Aber spätestens wenn der Straßenbau ansteht, ist der Zeitpunkt gekommen, über diese Bäume nachzudenken“, sagt Reinhard Neupert. Die Stadt hat bei der unteren Naturschutzbehörde den Antrag zur Fällung gestellt. „Ein Baumschutzgutachten sagt aus, dass einige der Eichen in etwa zehn Jahren sowieso gefällt werden müssten. Im Artenschutzgutachten wird festgestellt, dass in einigen Exemplaren Höhlen vorhanden sind, die Tieren als Lebensraum dienen könnten. Dafür muss Ersatz geschaffen und auch alle anderen Auflagen müssen umgesetzt werden“, so Neupert.

Die Karl-Liebknecht-Straße wird selbstverständlich wieder eine  Allee bekommen. „Eine neue gleichmäßige Pflanzung bringt auch eine neue Ästhetik. Wenn wir nichts unternehmen, gibt es hier in 100 Jahren keine Allee als Kulturgut mehr. Wir werden für die nächsten Generationen neues Kulturgut schaffen“, argumentiert er.

Neuanpflanzungen gibt es im Herzberger Stadtgebiet reichlich. Denn in der Regel müssen für einen gefällten Baum, wie im Zuge von  Straßenarbeiten, drei neue gepflanzt werden. So wurden neue Bäume, die in der Berliner Straße keinen Platz mehr gefunden haben, an der Zufahrt nach Neunaundorf gepflanzt. Die Zufahrtsstraße nach Friedersdorf soll beidseitig bepflanzt werden als Ausgleich für gefällte Bäume in Friedersdorf und in der Palombinistraße. Welche Art Bäume das sein werden, steht noch nicht fest. Auch die Pflanzung in der Lindenstraße bis zur Elsterbrücke wird noch vervollständigt, aus dem Ausgleich für Fällungen in der Dresdener Straße.

Um Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen sinnvoll einzusetzen, hat Herzberg von 2009 bis 2014 das Biotop an der Lapine zwischen Lanfter und Saatgutstraße renaturiert. Auch hier ist noch Platz zum Beispiel für Strauchwerk, Hecken oder Bäume aus der Maßnahme Dresdener Straße. „Mit den Ausgleichspflanzungen wollen wir Landschaft für unsere Nachkommen gestalten. Da gibt es viele Möglichkeiten. Früher wurde eher punktuell gepflanzt. Jetzt setzen wir Alleen. Danach könnte man den Blick auch auf Feldwege und Windschutzstreifen richten“, sagt Reinhard Neupert.

Eine kleinwüchsige Allee aus Rotdorn und Schwedischer Mehlbeere schmückt die Magisterstraße in Herzberg.
Eine kleinwüchsige Allee aus Rotdorn und Schwedischer Mehlbeere schmückt die Magisterstraße in Herzberg. FOTO: LR / Rudow