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Als Vereinschef bleibt er weiter "am Ball"

Als Dank gab es für den Wehrleiter a.D. Edgar Meißner von den Damen eine Rose sowie von der Truppe einen Reisegutschein und ein Fotobuch.
Als Dank gab es für den Wehrleiter a.D. Edgar Meißner von den Damen eine Rose sowie von der Truppe einen Reisegutschein und ein Fotobuch. FOTO: sk
Kölsa. Edgar Meißner ist als Leiter der Kölsaer Feuerwehr verabschiedet worden. 29 Jahre stand er an vorderster Stelle der Truppe. Nun setzt das Alter dem aktiven Wirken des 65-Jährigen ein Ende. Sylvia Kunze

Wäre es nach ihm gegangen, er hätte bestimmt noch ein paar Jahre gemacht. Aber klare gesetzliche Vorgaben regeln, dass in Brandenburg mit dem 65. Geburtstag die "Karriere" eines jeden aktiven Kameraden endet - egal, ob Maschinist, Gruppenführer oder gar Wehrleiter. Doch man wird sehen, was sich für Edgar Meißner, der in der Jahreshauptversammlung der Kölsaer Feuerwehr am Freitagabend in würdigem Rahmen von seinen Pflichten als aktiver Kamerad und Wehrleiter abberufen wurde, wirklich ändert. Igendwie bleibt er dennoch weiter eng mit der Truppe und der Feuerwehr verbunden. Nicht nur, dass er erst mal sicherheitshalber bei jedem Einsatz weiter mit am Gerätehaus stehen will ("vielleicht fehlt ja der Fahrer"), sondern in erster Linie, weil er weiter Vorsitzender des Kölsaer Feuerwehr- und Kulturvereins bleiben wird - und als solcher ohne Zweifel weiter mit einer der Motoren im Dorf.

Noch nicht mal volljährig, hat er einst in seinem Heimatort Löhsten den Weg zur Feuerwehr eingeschlagen. "Das war was für Jungs", erinnert er sich an seinen Beweggrund. Dann hat ihn das Feuerwehr"fieber" gepackt. Als es für den 25-Jährigen hieß "Jugend voran!", drückte er die Schulbank und stieg zum Wehrleiter auf. Und kaum war er nach Kölsa gezogen, standen Verantwortliche gleich wieder vor der Tür: "Du Eddi, wir suchen einen Wehrleiter!"

29 Jahre lang hat Edgar Meißner den Posten mit großem persönlichen Einsatz ausgefüllt. Viele Momente werden in Erinnerung bleiben. Harte, schreckliche, mit großem menschlichen Leid verbundene. Aber auch ein besonders kurioser Einsatz 1996. Das Feuerwehrauto stand damals auf Meißners Hof, weil es nicht in das zu klein gewordene Gerätehaus passte. Als die Sirene die Freiwilligen zur Pflicht rief, fuhr das Auto zum Depot, die Helfer abholen und dann wieder zurück zum Hof der Meißners - dort war nämlich ein Schwelbrand zu löschen. Dieser Einsatz findet in der Chronik, an der Edgar Meißner arbeitet, sicher besonderen Niederschlag, denn darüber wird noch heute geschmunzelt.

Aber erst einmal muss er dazu Zeit finden. "Ich bin ein Dussel. Ich mache überall mit", sagt er lachend von sich selbst. Ob Kölsaer Bikerverein oder Forstbetriebsgemeinschaft Kölsa - Edgar Meißner steht ebenso wie beim Kölsaer Feuerwehr- und Kulturverein an vorderster Front. Und das soll erst einmal auch so bleiben.