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| 15:44 Uhr

Nachwuchsförderung
Als Ärztinnen nach Elbe-Elster

Zu den Stipendiaten 2018 gehören Maria Bührig, Lena Herrmann, Henna Schwarick und Christina Teut (v.l.) . Sie bekamen Glückwünsche von Klinikumchef Michael Neugebauer (l.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, dem Kreistagsvorsitzenden Thomas Lehmann, Thomas Hettwer vom Sparkassenvorstand (2.v.r.) und von Prof. Dr. med. Roland Reinehr (r.).
Zu den Stipendiaten 2018 gehören Maria Bührig, Lena Herrmann, Henna Schwarick und Christina Teut (v.l.) . Sie bekamen Glückwünsche von Klinikumchef Michael Neugebauer (l.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, dem Kreistagsvorsitzenden Thomas Lehmann, Thomas Hettwer vom Sparkassenvorstand (2.v.r.) und von Prof. Dr. med. Roland Reinehr (r.). FOTO: Holger Fränkel / LR
Herzberg. Landkreis unterstützt medizinischen Nachwuchs. Weitere Studenten im Förderprogramm. Von Birgit Rudow

Jetzt sind es schon 28. Mit Lena Herrmann aus Schönewalde, Henna Schwarick aus Herzberg, Maria Bührig aus Berlin, Christina Teut aus Beilrode sowie Patrick Nowak aus Dresden haben sich weitere fünf Medizinstudenten durch ihre Unterschrift dazu bereit erklärt, nach ihrer Ausbildung als Arzt bzw. Ärztin im Elbe-Elster-Kreis zu arbeiten. Im Gegenzug dafür werden sie in das Förderprogramm zur Studienbeihilfe für Medizinstudenten im Landkreis Elbe-Elster aufgenommen. Das Programm gibt es seit 2010. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises, des Elbe-Elster-Klinikums und der Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“. Mit ihm werden die Medizinstudenten während ihres Studiums finanziell unterstützt.

Die Idee ist simpel: Mit der finanziellen Starthilfe will der Landkreis langfristig dafür sorgen, dass ausreichend Ärzte im Kreis zur Verfügung stehen. In Brandenburg und vor allem im ländlichen Raum nimmt Elbe-Elster damit eine oft gelobte Vorreiterrolle ein. 23 Mal wurde die Studienbeihilfe bisher vergeben. Fünf Absolventen, die in der Vergangenheit davon profitierten, absolvieren derzeit am Elbe-Elster-Klinikum Teile ihrer Facharztausbildung, neun weitere an Kliniken in Cottbus, Dresden, Halle, Leipzig und Riesa.

Die Unterzeichnung der Verträge der neuen Stipendiaten (Patrick Nowak musste leider absagen, weil er krank ist) fand Montagabend in feierlicher Form im Herzberger Bürgerzentrum statt. Wie wichtig diese Form der medizinischen Nachwuchssicherung für den Landkreis ist, zeigte die Anwesenheit vieler Bürgermeister und Amtsdirektoren, Kreistagsmitglieder und Mitarbeiter des Klinikums. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) machte nochmal deutlich, dass der Landkreis mit der Förderung den medizinischen Nachwuchs in die Region holen und hier halten möchte. 60 000 Euro hat die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ bisher für die Unterstützung der Studenten investiert. Mit dem Elbe-Elster-Klinikum, seit 2016 auch akademisches Lehrkrankenhaus, biete der Kreis jungen Medizinern gute Möglichkeiten für die Facharztausbildung und für Spezialisierungen, so Chefarzt Prof. Dr. Roland Reinehr.

Das wichtigste Glied in der Kette sind aber die jungen Medizinstudenten, die sich sehr zeitig dazu bekennen, später im ländlichen Raum, speziell im Elbe-Elster-Kreis, zu arbeiten. Die Entscheidung für die Teilnahme an den Förderprogramm fällt nach den ersten beiden Studienjahren, wenn die Stipendiaten das Physikum hinter sich haben.

Henna Schwarick ist diese Entscheidung für Elbe-Elster nicht schwer gefallen. Die Herzbergerin hat sie lange geplant, sagt sie. Von Hause aus ist die 20-jährige „medizinisch“ vorbelastet und  möchte gern nach dem Studium in Leipzig dorthin zurück, wo die Familie ist. Auch der Freund, ursprünglich Falkenberger, möchte wieder zurück in die Heimat, erzählt Henna Schwarick. Ähnlich liegen die Gründe bei Lena Herrmann. Die 24-Jährige aus Schönewalde studiert in Greifswald. „Die Infrastruktur ist dort ähnlich wie hier“, sagt sie. Aber sie möchte wieder in die Nähe der Eltern. „Ich werde gern zurückkommen“, sagt Lena Herrmann.

Christina Teut aus Beilrode im Nachbarkreis Nordsachsen hat schon ein Studium für Internationales Event- und Tourismusmanagement absolviert. Drei Jahre hat sie in dem Beruf in München und Leipzig gearbeitet. „Das hat mir Spaß gemacht, war aber zu viel Schreibtischarbeit“, so die 30-Jährige. Sie hat sich neu orientiert und für die Medizin entschieden. „Das Förderprogramm des Elbe-Elster-Kreises hat mir gefallen und  bietet mir die Möglichkeit, in die Heimat zurückzukommen“, sagt sie.

Maria Bührig aus Berlin studiert an der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Eigentlich kommt sie aus Eisenhüttenstadt. In Berlin wurde die 29-Jährige zur Krankenschwester ausgebildet und hat im Unfallkrankenhaus Berlin in der Unfallchirurgie gearbeitet. 2015 begann sie ihr Medizinstudium. „Ich habe schon einige freiwillige Sachen am Elbe-Elster-Klinikum gemacht. Andere Studierende haben mir dort von dem Programm erzählt. Ich habe mich beworben und möchte gern hier bleiben“, sagt Maria. Die Studentinnen haben mit ihrer Unterschrift am Montag dem beruflichen Werdegang zumindest örtlich eine Richtung gegeben. Wenn alles gut geht, werden wir sie in ein paar Jahren als Ärztinnen im Elbe-Elster-Land wiedersehen.