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Alles kommt auf den Prüfstand

Steuern, Versicherungen und Betriebskosten verlangen nicht nur privaten Hausbesitzern viel Geld ab, auch die Kassen der Städte werden damit belastet. In Uebigau-Wahrenbrück mit ein oder mehreren kommunalen Objekten in fast allen 21 Ortsteilen kommt einiges zusammen.
Steuern, Versicherungen und Betriebskosten verlangen nicht nur privaten Hausbesitzern viel Geld ab, auch die Kassen der Städte werden damit belastet. In Uebigau-Wahrenbrück mit ein oder mehreren kommunalen Objekten in fast allen 21 Ortsteilen kommt einiges zusammen. FOTO: fotolia
Uebigau-Wahrenbrück. Die knapp bemessenen Finanzen zwingen dazu, dass kommunale Objekte und die damit verbundenen Kosten in Uebigau-Wahrenbrück immer mehr Aufmerksamkeit der Verantwortlichenerhalten. Die Stadt profiliert deshalb das Gebäudemanagement und nimmt Nutzer mehr in die Pflicht. Sylvia Kunze

Spricht man in Uebigau-Wahrenbrück von kommunalen Objekten, dann handelt es sich nicht nur um eine Handvoll. Die Flächenkommune, die aus 21 Ortsteilen besteht, bewirtschaftet laut Auskunft des Hauptamtsleiters Roland Schrey um die 100 kommunale Objekte unterschiedlicher Größe. "Das fängt bei den beiden Grundschulen an, reicht über Verwaltungsgebäude, Feuerwehrgerätehäuser, Dorfgemeinschaftshäuser, Sportstätten, Jugendklubs bis hin zu Friedhöfen. Und die kosten: Jährlich um die 200 000 Euro sind zu berappen für Steuern, Versicherungen, Betriebskosten und was sonst noch so aufläuft, wenn man Gebäude sein Eigen nennt, weiß Kämmerin Cornelia Gmerek.

Um einen genauen Überblick über alle Kosten und deren Entwicklung über die Jahre zu erhalten, wird seit einigen Monaten das städtische Gebäudemanagement profiliert. Was heißt, dass für jedes Objekt eine genaue Aufstellung aller Ausgaben und Einnahmen angefertigt wird. Die Stadtverantwortlichen sind sich einig, dass damit zukünftig gespart werden kann und ein Erfolg kontrollierbarer wird.

Ein weiterer Ansatz, perspektivisch die Kostenbilanz zu verbessern, ist, dass die Nutzer der kommunalen Objekte stärker in die Pflicht genommen werden. Das passiert zum Beispiel über die Gebührensatzung, die die zu zahlenden Beträge bei Nutzung kommunaler Räume regelt. Sie ist erst im Vorjahr gründlich überarbeitet worden und orientiert sich an aktuellen Kalkulationen. "Jedes Objekt muss dabei für sich betrachtet werden. Es gibt keine Schablone, die für alles passt", weiß Roland Schrey.

Inwieweit sich damit die städtischen Zuschüsse minimieren, könne aktuell noch nicht gesagt werden, dafür müsse erst etwas mehr Zeit vergehen. Der Hauptamtsleiter meint aber, einen (nicht ungewollten) Trend zu bemerken: dass bestimmte Aktivitäten reduziert werden, Heizungen nicht mehr so lange laufen und dass ebenso stärker auf entstehende Stromkosten geachtet werde.

Eine weitere städtische Bestrebung zielt darauf ab, die Zahl der kommunalen Objekte in Ortsteilen, wo es möglich ist, zu reduzieren. Ein Anfang wurde beispielsweise in Bönitz gemacht. Das sanierte Dorfgemeinschaftshaus beherbergt Sportler, Senioren und Jugendklubs. "Wir können jetzt die Feuerwehr beräumen, und auch der ehemalige Kindergarten wird erst einmal komplett vom Netz genommen", berichtet Schrey. Beide Objekte wurden zuvor noch parallel genutzt.

Eine ähnliche Lösung strebt man jetzt in Domsdorf an, wo neben der "Louise" mit ihren umfangreichen Raumangeboten auch noch das Dorfgemeinschaftshaus existiert. Dort soll sich zukünftig das Dorfleben in die "Louise" verlagern.