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Alle an einen Tisch für bessere Infrastruktur

Die Vertreter des Städtebundes Elbe-Elsteraue wollen dieses Jahr enger zusammenrücken.
Die Vertreter des Städtebundes Elbe-Elsteraue wollen dieses Jahr enger zusammenrücken. FOTO: Gabi Zahn/gzn1
Annaburg. Die Verbesserung der Infrastruktur im Dreiländereck Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen bleibt auch 2017 ein Dauerbrenner im Städtebund Elbe-Elsteraue: "Wir nerven so lange, bis die Landesregierungen begriffen haben, wie wichtig ein Ausbau der Verkehrswege für eine bessere Anbindung unserer Mitgliedkommunen Jessen, Annaburg, Herzberg, Schlieben, Schönewalde, Torgau, Jüterbog und des Bundeswehr-Standortes Holzdorf ist." Gabi Zahn / gzn1 gzn1

So bekräftigt Geschäftsführerin Gabi Lang das Anliegen. Dazu verständigt hatten sich die Bürgermeister bereits bei ihrem Dezembertreffen im Annaburger "Lokal im Wald". Geplant ist baldmöglichst die Einberufung einer Konferenz mit dem Städtebund Dübener Heide (Kemberg, Pretzsch, Bad Schmiedeberg, Bad Düben, Prettin, Dommitzsch und Gräfenhainichen), mit Vertretern der Landkreise Wittenberg, Nordsachsen, Teltow-Fläming und Elbe-Elster, des Bundeswehrstandortes Schönewalde/Holzdorf und der Landesregierungen.

Der Landkreis Wittenberg will als Hauptorganisator agieren. Sein Verantwortungsbereich tangiert beide Städtebünde. Marion Winkler, Fachdienstleiterin Raumordnung und Regionalentwicklung, zeigt auf: "Die Kommunen grenzen im Dreiländereck aneinander. Alle haben die gleichen Probleme und brauchen Gewissheit, wie es nach der Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplanes weitergeht. Durch die Territorien führen wichtige Verbindungen zwischen Berlin und Leipzig. Da darf keine Region abgehängt werden."

Annaburgs Bürgermeister Klaus-Rüdiger Neubauer (parteilos) bekundet: Der Ausbau der B 101 und der B 187 wäre für uns nicht nachteilig, "aber wenn die B 87 mit einer Elbbrücke nördlich von Torgau realisiert werden könnte, wäre das aus unserer Sicht ein Schritt in die richtige Richtung". Leipzig würde schneller erreichbar sein. Gabi Lang: "Jede Kommune hat ihre Prioritäten. Die gilt es zu bündeln und gemeinsame Positionen zu erarbeiten."

Marion Winkler sieht eine Konferenz im Zeitraum von März bis Mai als machbar an: "Die Terminabstimmung ist aufwändig, weil nicht nur die Mitglieder der Städtebünde, sondern alle Landräte sowie die Vertreter der maßgeblichen Ministerien mit am Tisch sitzen sollen."

Eile zur Festsetzung des Termins ist freilich geboten. Spätestens Ende Mai steht Wittenberg ganz im Zeichen des Reformationsjubiläums. Dann gibt es vor der Haustür andere Prioritäten. Und: Im September folgen Bundestagswahlen.

Zum Thema:
Geschäftsführerin Gabi Lang, zugleich stellvertretende Bürgermeisterin von Herzberg, will die anstehenden Neujahrsempfänge im Städtebund Elbe-Elsteraue nutzen, für ein noch engeres Bündnis der Kommunen zu werben. Den Anfang machen die festlichen Jahresauftakt-Veranstaltungen am Dienstag, 10. Januar, in Torgau und am Donnerstag, 12. Januar, in Schönewalde. Gabi Lang: "Wir hören von vielen Bürgern, dass sie langsam begreifen, welche Vorteile die Städtebund-Arbeit bietet. Infrastrukturprobleme sind zwar vordergründig. Doch es geht auch um kulturelles Miteinander. So hat die gegenseitige Hilfe bei der Ausgestaltung von Festumzügen im Vorjahr ein großes Echo gefunden." gzn1