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AG "Zwangsarbeit in der Region" hat Webseite fertig

Elbe-Elster-Kreis. Die ehrenamtlich arbeitende Projektgruppe "Zwangsarbeit in der Region Elbe-Elster" hat einen Internetauftritt zum Thema "Zwangsarbeit in der Region 1939 – 1945" erarbeitet. Er ist seit wenigen Tagen online. Sylvia Kunze

Mit der Webseite stellt die Projektgruppe geordnet nach Orten verschiedene Unterlagen, Bild- und Textdokumente und Sprachaufzeichnungen vor, die sie bisher zusammentragen konnte. Damit wird verdeutlicht, wie das nationalsozialistische Deutschland eines der größten Zwangsarbeits-Systeme der Geschichte schuf: Über zwanzig Millionen ausländische Zivilarbeitskräfte, Konzentrationslager-Häftlinge und Kriegsgefangene aus den besetzten Ländern mussten im Verlauf des II. Weltkriegs in Deutschland arbeiten. Nicht nur die für die Kriegsführung der Nazis erforderlichen enormen Mengen an Waffen, Munition und Ausrüstung mussten Zwangsarbeiter herstellen. Nahezu in allen Industrie- und Handwerksbetrieben sowie in der Landwirtschaft kamen Zwangsarbeiter - Männer, Frauen und Kinder - zum Einsatz, um die von der Wehrmacht eingezogenen Männer zu ersetzen.

Auch in der Region Elbe-Elster waren Tausende Zwangsarbeiter beschäftigt. Viele überlebten nicht. Bis in die Gegenwart hinein ist das nur wenig bekannt. "Das auf der Webseite veröffentlichte Material kann zwar nur einen Ausschnitt darstellen und facettenhaft beleuchten. Doch es kann und soll Schüler, Auszubildende, Lehrer, Betreuer und Geschichtsinteressierte mit diesem Kapitel der Regional- und Nationalgeschichte bekannt machen - und zur tiefer gehenden Beschäftigung und Auseinandersetzung anregen", sagt Dr. Jürgen Wolf aus Schlieben, der selbst in der Projektgruppe tätig ist. Und weiter: "Die auf der Website veröffentlichten Informationen und Dokumente stehen für die Bildungsarbeit uneingeschränkt zur Verfügung."

Sowohl der Schliebener Geschichtsinteressierte als auch alle anderen Mitglieder der Projektgruppe, zu denen Mitarbeiter in regionalen Archiven, Verantwortliche von Gedenkstätten und andere Interessierte gehören, sind sich einig, dass die im Internet veröffentlichten Daten nur ein Anfang sind. "Wir suchen weitere Informationen. Wir wissen, dass das Sammeln von Fakten, Daten und anderen Zeugnissen dieser Zeit nie abgeschlossen sein wird", sagt Jürgen Wolf. Er appelliert: "Wer bei helfen möchte, möchte bitte mit den Vertretern der Projektgruppe Kontakt aufnehmen."

www.zwangsarbeit-ee.de