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| 18:32 Uhr

AfD-Auftritt in Herzberg von Gegenaktion begleitet
Zum „Volksfest“ kommt wenig Volk

 Etwa 50 Zuhörer an den von der AfD aufgestellten Tischen.   Fotos Frank Claus
Etwa 50 Zuhörer an den von der AfD aufgestellten Tischen. Fotos Frank Claus FOTO: LR / Frank Claus
AfD-Kundgebung in Herzberg findet wenig Interesse – auch Gegenbündnis mit verhaltenem Zuspruch. Von Frank Claus

Ein „Volksfest“ will die AfD feiern am Sonnabendnachmittag auf dem Herzberger Marktplatz. Stände säumen den Markt, eine Bühne mit Biertischgarnituren davor ist aufgebaut. Dazu eine Hüpfburg, eine Malecke, ein Getränkestand. Nur das Volk fehlt. Nur gut 50 Interessierte haben an den Biertischen Platz genommen. In Distanz zum Geschehen stehen noch mal so viele oder sitzen auf den Schaufensterbänken der benachbarten Geschäfte. Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz: „Unter denen, die da in der Mitte sitzen, sind kaum Herzberger.“

Gut 50 Meter davon entfernt, das war eine Anweisung der Polizei, hat die Linke zur Gegenveranstaltung unter dem Motto „Herzberg mag’s bunt“ aufgerufen. Auch dort sind es um die 50 Teilnehmer, darunter ein versprengtes Häuflein von der SPD. Einer fällt auf: Aaron Michael Birnbaum, der Direktkandidat der Linken für die Landtagswahl. Er hat die Robe des Spartakusbundes – derjenigen Vereinigung, die im I. Weltkrieg für die Abschaffung von Kapitalismus und Militarismus kämpfte – angelegt. „Ich habe mich sehr genau mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt“, sagt er. „Rechtes Gedankengut darf nicht wieder salonfähig werden.“ Zur Gegenveranstaltung habe sich die Linke kurzfristig entschieden, um „gegen die menschenverachtende Politik der AfD“ Präsenz zu zeigen. Angesichts der Wahlprognosen für die AfD meint der Herzberger Ortsgruppenvorsitzende Tobias Behr, dass man zeigen müsse: „Es gibt auch noch andere“.

Unterdessen hat beim „Volksfest“ der Redeschwall der AfD-Spitzenvertreter aus dem EU-Parlament, vom Bundestag, aus dem Berliner Abgeordnetenhaus und dem Landtag Sachsen-Anhalt begonnen. Brandenburgs Spitzenkandidat Andreas Kalbitz tritt als letzter auf. In allen Reden ist von verfehlter Merkel-Politik die Rede, folgt die übliche Medienschelte, habe man den Menschen im Osten die Würde genommen, hätten SPD und Linke das Land heruntergewirtschaftet, sei die CDU nur eine schwache Alternative, sind die Grünen jene, die die Zukunft des Landes verspielen werden.

 In 50 Meter Entfernung: Gegenbündnis mit Aaron Michael Birnbaum.
In 50 Meter Entfernung: Gegenbündnis mit Aaron Michael Birnbaum. FOTO: LR / Frank Claus