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Verunglückter Segelflieger
Absturzursache eines Motorseglers ist weiter offen

Schönewalde/Holzdorf. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung legt den ersten Zwischenbericht zum Absturz eines Motorseglers im August im Fliegerhorst Holzdorf vor. Von Sven Gückel

Am 4. August 2017 ist im Rahmen des 18. Internationalen Segelflugwettbewerbs im Fliegerhorst Holzdorf des Bundeswehrstandortes Schönewalde/Holzdorf ein Pilot eines Motorseglers tödlich verunglückt. Jetzt hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) einen ersten Zwischenbericht vorgelegt.

Danach hoben die Maschinen bei gutem Wetter wie gewohnt vom Fliegerhorst Holzdorf ab. Die Tagesaufgabe bestand darin, drei Wendepunkte in Staupitz, Rosslau und Lübbenau anzufliegen und dann auf direktem Weg nach Holzdorf zurückzukehren. Um diese Tour angehen zu können, wurden die Piloten gegen 12 Uhr von einem Schleppverband nacheinander auf etwa 650 Meter Höhe gezogen.

Um 12:18 Uhr klinkte sich an einem der Schlepper auch der Pilot jenes Segelflugzeugs aus, der gegen 19 Uhr noch immer nicht am Zielflugplatz eingetroffen war. Veranstalter und Bundeswehr versuchten, den Piloten über Funk und Telefon zu kontaktieren, jedoch erfolglos. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert, die das zerstörte Luftfahrzeug mit Hilfe einer an einem Polizeihubschrauber montierten Wärmebildkamera nahe Rädigke (Brandenburg) entdeckte. Der 46-jährige Pilot hatte den Absturz nicht überlebt.

In dem ersten Zwischenbericht nennt die BFU zwar noch keine konkrete Unfallursache, die folgt erst im späteren Abschlussbericht, dafür geht die Behörde aber detailliert auf die Maschine ein. Demnach verfügte der einsitzige Hochleistungsmotorsegler ASW 24 E über ein 24 PS starkes einklappbares Triebwerk, einen Einzylinder-Zweitakt-Motor mit Zweiblattholzpropeller. Zum Zeitpunkt des Absturzes hatten der Segler 630 Starts- und Landungen bei einer Gesamtflugzeit von 2306 Stunden absolviert.

Auch der Pilot galt als erfahren. Er hatte bereits 1628 Flugstunden bewältigt, davon 118 Stunden auf der verunglückten Maschine. Sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis war gültig, zudem war er selbst zugelassener Prüfer von Luftfahrtgeräten der Klasse 3 für Motorsegler und Segelflugzeuge.

Zwar gibt der Bericht der BFU wieder, dass die Maschine mit der Rumpfnase zuerst den Boden berührte und dieser vom Rumpf abgetrennte Teil etwa 25 Zentimeter tief im Boden steckte, den Grund des Absturzes aber sagt er noch nicht aus. Dafür ist zu lesen, dass die Bremsklappen ausgefahren, die Klappgestänge im Cockpit aus der Führung gerissen und unmittelbar vor dem Bedienteil gebrochen waren. Das Cockpit war nach Aussage des Ermittlers völlig zerstört und wies großflächige Rutschmarken mit Erdanhaftungen auf. Das ausgefahrene Fahrwerk war aus der Aufhängung gerissen und hinter die Sitzschale gedrückt. Das Klapptriebwerk wurde in eingefahrener Position vorgefunden, der Kraftstoffhahn war geschlossen.

Der Pilot wurde mit angelegtem Fallschirm geborgen und direkt in die Rechtsmedizin gebracht. Die zuständige Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an.