Das Projekt hat im Vorfeld auch Deutschlands bekanntesten Fernsehmoderator Thomas Gottschalk überzeugt, der sich für die Aktion „5000 x Zukunft“ engagiert, die zahlreiche bundesweite Verbände und Organisationen zum Partner hat. Die Schule hatte ihr Projekt beschrieben und bekam dafür 5000 Euro überwiesen, ohne die seine Durchführung nicht möglich gewesen wäre.

Mit Geduld und Freundlichkeit
Am Dienstag dieser Woche begannen die Proben im Zirkuszelt. Und Zygmund Koppelsky, der Mann mit der Trompete, hatte viele Male auf seinem Logenplatz immer und immer wieder das Auftaktsignal spielen müssen, bis alle Mädchen und Jungen genau wussten, wie sie in die Manege laufen und wo sie stehen müssen. Zwischen ihm, den anderen Musikern und Erika Krämer gab es mancherlei Zeichen, bis sich die zunächst recht langsame Taktfolge des herzerfrischenden Liedes: „Wenn der Zirkus kommt, in unsere kleine Stadt . . .“ so nach und nach in einem spritzigen Rhythmus verwandelte. Jede Szene, ob mit oder ohne Tiere, wurde viele Male geprobt. Und als im ersten Bild Marcel Kölling, den Buchstaben „M“ in der Schrift „Allgemeine Förderschule“ auf den Kopf gestellt hochhielt, also als „W“ , wurde zwar mächtig geschmunzelt, doch ein Beinbruch war das ebenso wenig, wie die anderen kleinen Pannen, die zwischendurch passierten. Ein Schmunzeln und eine freundliche Ermahnung reichten, und schon ging es weiter.
Alle 134 Kinder der Schule haben gemeinsam mit ihren Lehrern und den „Rolandos“ das Projekt vorbereitet. Die Mädchen und Jungen konnten und durften sich in alle Aufgaben einklinken, die sonst den Artisten obliegen. Und Lehrerin Christine Trepsdorf erinnert sich freudestrahlend daran, wie stolz Christopher Weber war, als er zum „Stallmeister“ gekürt wurde. Denn selbst für die Fütterung der Tiere sind die Kinder verantwortlich. In 14 Arbeitsgruppen waren die jungen Zirkusdebütanten für die Vorbereitung ihrer Show aufgeteilt, nicht nach Klassen und Alter, sondern vordergründig nach Interessen. Beeindruckt von dem, was sie in den vergangenen Tagen erlebt hat, schilderte sie: „Kinder von der dritten bis zur zehnten Klasse arbeiteten zusammen. Da hat sich ein Gemeinschaftssinn gezeigt, der faszinierte. Das ist für alle Lehrer sehr beeindruckend.“

Theorie und Praxis voll genutzt
Im Vorfeld gab es im Schulunterricht schon jede Menge über die Tiere und ihre Herkunftsländer zu erfahren, und in der nächsten Woche nach den großen Auftritten kann alles Erlebte in vielen Fächern - angefangen von Biologie bis hin zum Deutschunterricht - ausgewertet werden. Auf diese Weise wird „Schule macht Zirkus“ zu 100 Prozent in den Stundenplan integriert. Und wer in der Show die sportlichen Darbietungen genau verfolgt, kann ahnen, dass sogar der Sportunterricht davon profitiert.
Als gestern erstmals mit den Kostümen, übrigens von Lehrerin Petra Schubert genäht, geprobt wurde, da ging ein Raunen durch das Zelt. Schulleiterin Constanze Mailick wischte sich da sogar mal kurz über die Augen: „Einfach irre, wie die das hinbekommen haben“ , sagte sie bewegt, und vergaß für diesen kurzen Moment sogar das Lampenfieber, das in diesen Tagen wohl alle, die irgendwie mit der Schule in Verbindung stehen, im Griff hat.

Hereinspaziert ins große Zelt
Sie wünscht sich, dass heute, morgen und am Montag viele, viele Menschen aller Altersgruppen die Möglichkeit nutzen, sich die Show anzusehen. Die Gäste dürfen auf eine Überraschung gefasst sein, denn was die Mädchen und Jungen der Allgemeinen Förderschule aus Herzberg zeigen, das zeugt von Mut, Disziplin und von großem Gemeinschaftssinn. Drei Eigenschaften, die heutzutage dringend gebraucht werden.

Gut zu wissen Manege frei - auf der Grochwitzer Festwiese
  ... heißt es heute um 16 Uhr auf der Grochwitzer Wiese. Zur Premiere werden viele geladene Gäste, darunter auch Bildungsstattssekretär Gorholt, mit dabei sein. Er will ein besonderes Geburtstagsgeschenk überreichen: Fördermittel für einen mulitfunktionalen Raum in der Schule in Höhe von fast 18 000 Euro. Damit würdigt das Ministerium das große Engagement der Ganztagseinrichtung, die den Kindern und Jugendlichen kreativen Raum für ihre Entwicklung gibt.
Morgen sind ab 15 Uhr alle Herzberger und Gäste im Zirkuszelt willkommen. Lassen Sie sich den Sonntagnachmittag auf außergewöhnliche Weise verschönen: Magische Scherbentänze, Feuerspiele, neckische und spannende Dressuren mit Pferden, Ziegen, Lamas, Eseln und Hunden. Junge Artisten wollen Körperbeherrschung und Mut zeigen. Und: Lassen Sie nicht außer Acht, dass auch Requisiten und Beleuchtung durch die Schüler realisiert werden - natürlich unter hervorragender Anleitung und Unterstützung der Mitarbeiter des „Zirkus Rolandos“ . Der Eintritt beträgt für Erwachsene lediglich fünf und für Kinder drei Euro.
Am Montag steht das Zirkuszelt für Schulklassen, Einrichtungen und Kindergruppen ab 9 Uhr zur letzten Vorstellung offen.