„Gerade zu Weihnachten“ sagen wir mitleidsvoll, wenn ein Unglück hereinbricht und meinen, dass das Unglück, der Schmerz in diesen Tagen doppelt schwer wiegt. Ja, Weihnachten birgt die Sehnsucht in sich, dass alles gut und friedlich sein möge - in uns und um uns und an allen Orten und für alle Menschen.
„Denn uns ist ein Kind geboren“ . Dieses nebenstehende stimmungsvolle Bild befindet sich in der Marienkirche Herzberg und ist ein Teil der etwa 600 Jahre alten Gewölbemalerei. Viele Herzberger versenden diesen Druck als Weihnachtsgruß, denn er war die Eintrittskarte zum diesjährigen Weihnachtsoratorium, und zum Weihnachtsliedersingen im Herzberger Krankenhaus hat er die Patienten erfreut und gerührt. Wie eine Geburtsanzeige wirkt, was wir sehen: Das Neugeborene im Strahlenkranz, Maria im weitschwingenden Gewand, das Neugeborene anbetend, so wie jede Mutter ihr Neugeborenes anbetet. Engel sind herzugetreten, und von Joseph ist im angrenzenden Feld nur der Stab zu sehen, auf den er sich im Traum-Schlaf stützt. Im Spruchband steht: „Hic jacet puer i (n) puerpcio“ - Hier liegt der Knabe in seinem Bettlein. Zur Geburtsanzeige aber fehlt der Name. „Uns ist ein Kind geboren“ diese unübertroffen schlichte Geburtsanzeige finden wir bei dem Propheten Jesaja, der dem Kind schon verheißungsvolle Namen gibt, bevor es geboren wird. Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Andere Namen werden hinzukommen. Alle sagen etwas aus über den, dessen Geburt wir Weihnachten feiern - Weg, Hirte, Tür, Eckstein, Brot, Morgenstern, Retter, Heiland, Herr, Christus, Messias. Für diese Namen steht Jesus mit seinem Leben und Sterben ein. Ein Name ermöglichte die Anrede - wer will, kann Jesus beim Namen nennen und in seinem Namen leben; die alte Botschaft neu beleben, die da heißt: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden. Lassen Sie sich herzlich einladen in die Christvespern, Krippenspiele und Weihnachtsgottesdienste.

(*) Renate Timm ist Pfarrerin an der St. Marien Kirche
in Herzberg