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720 Lebensmittelbeutel werden wöchentlich gepackt

ARCHIV - Eine Mitarbeiterin der Berliner Tafeln verteilt am 24.04.2013 in Berlin Obst an Bedürftige. Am 27. September findet die Jahres-Pk des Bundesverbandes Deutsche Tafel statt.
ARCHIV - Eine Mitarbeiterin der Berliner Tafeln verteilt am 24.04.2013 in Berlin Obst an Bedürftige. Am 27. September findet die Jahres-Pk des Bundesverbandes Deutsche Tafel statt. FOTO: Stefan Schaubitzer (dpa)
Herzberg. Seit 17 Jahren gibt es die Tafel in der Arbeitslosen-Service-Einrichtung des Arbeitslosenverbandes (ASE) Herzberg. ASE-Leiterin Dittgard Hapich hat das zum Anlass genommen und den ehrenamtlichen Mitarbeitern in der vergangenen Woche herzlich gedankt. Birgit Rudow

Zum Feiern war ihnen aber nicht zumute.

Wöchentlich versorgt die Herzberger Tafel mit ihren Ausgabestellen in Herzberg Schönewalde, Schlieben, Uebigau-Wahrenbrück und Falkenberg 886 Personen. Erst kürzlich haben die Tafelverantwortlichen Birgit Fritzsche und Hans-Otto Tischler wieder eine Statistik erstellt. Von den Tafel-Nutzern sind 91 Rentner, 90 Asylbewerber, 565 andere Erwachsene und 240 Kinder. Die Tafelhelfer packen wöchentlich an die 720 Beutel. "Diese Zahl ist momentan relativ konstant", sagt Hans-Otto Tischler.

Nutzerzahl steigt im Winter

Er rechnet aber damit, dass sie in Kürze wieder ansteigt. "Erfahrungsgemäß kommen in den Wintermonaten noch mehr Bedürftige zur Tafel. Bis jetzt gab es zum Beispiel noch Einiges im Garten zu ernten. Das lässt jetzt nach", sagt er.

Die Lebensmittel holen die ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter vorrangig aus dem Elbe-Elster-Kreis, aber auch aus anderen Städten in Brandenburg oder im benachbarten Sachsen. Sie begrüßen es sehr, dass mit Unterstützung der Sparkasse in Finsterwalde ein Waren-Drehkreuz für die Tafel entstehen soll.

Dittgard Hapich ist beim Thema Tafel immer hin und hergerissen. "Wir haben in Herzberg die Tafel vor 17 Jahren gegründet, damit nicht so viele Lebensmittel weggeworfen werden. Sozusagen als zusätzliches Angebot für sozial Benachteiligte. Dass sich die Situation einmal so entwickeln würde, dass Menschen die Tafel zum Leben brauchen, hatten wir damals nicht im Sinn. Eigentlich wäre es uns lieber, die Tafeln würden nicht mehr benötigt", sagt die ASE-Leiterin. Dennoch hat sie ihren ehrenamtlichen Helfern bei einer kleinen Feierstunde natürlich herzlich für deren Engagement gedankt.

Insgesamt 52 Helfer

52 Helfer gibt es bei der Herzberger Tafel, von denen etwa 36 regelmäßig aktiv sind, allein 15 in Herzberg. Weitere stehen als Aushilfe bereit, wenn jemand mal krank ist oder anderweitig Not am Mann herrscht. "Diesen Einsatz kann man nicht genug würdigen", so Hapich.