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60 Millionen Euro in der Innenstadt verbaut

FOTO: EWS Stadtsanierungsgesellschaft mbh Berlin
Falkenberg. Falkenberg hat sich über 25 Jahre mit Zuschüssen aus dem Stadtsanierungsprogramm und vielen Eigenmitteln massiv verändert. Sylvia Kunze

Am Kapitel "Städtebau" in Falkenberg werden die letzten Sätze geschrieben. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Sanierungsträger, das ews-Büro in Berlin, arbeitet am Abschlussbericht, der die 25 Jahre Stadtsanierung in der Falkenberger Innenstadt dokumentiert. Bürgermeister Herold Quick greift dem vor, wenn er einschätzt: "Mit dem Auslaufen des Bund-Länder-Programms ,Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen für das Sanierungsgebiet Innenstadt' endete im Vorjahr ein wichtiges und beispielloses Kapitel der Stadterneuerung in unserer Stadt."

Mit der Erneuerung der Von-Schönberg-Gasse im vergangenen Jahr ist die allerletzte Maßnahme, die durch das Städtebauförderprogramm unterstützt wurde, abgeschlossen worden. Und Quick hat schon mal schnell zusammengerechnet: "Im letzten Vierteljahrhundert sind aus diesem Förderprogramm 11,8 Millionen Euro Fördergelder in der Gebietskulisse des Sanierungsgebietes bereitgestellt worden. Dadurch konnte eine Vielzahl privater und kommunaler Gebäude saniert werden."

Die Bilanz ist durchaus stattlich: Allein 100 kleinteilige Einzelvorhaben trugen zur Aufwertung des Stadtbildes bei. Hinzu kommen annähernd 50 Maßnahmen, bei denen die bauliche Hülle bzw. das gesamte Gebäude Fördergegenstand waren. Außerdem wurde bis auf wenige Ausnahmen der gesamte öffentliche Raum im Sanierungsgebiet erneuert. Neben der ortstypischen Gestaltung bestehender Straßen sind auch Plätze neu hergerichtet worden, zum Beispiel am Markt und vor der Turnhalle in der Ludwig-Jahn-Straße.

Ergänzt wurde das Sanierungspaket mit Ordnungsmaßnahmen, zum Beispiel dem Rückbau von Gebäuden oder dem Erwerb von Flächen.

Doch nicht nur die Stadt selbst und ihre Einwohner haben kräftig investiert und saniert. Umfangreiche Bauarbeiten haben auch die Deutsche Bahn AG sowie andere Infrastrukturunternehmen und Medienträger angeschoben, erinnert der Bürgermeister und blickt zum Beispiel auf den oberen Bahnhof, den Eisenbahntunnel in der Liebenwerdaer Straße, die Verbindung der Bahnhofstraße mit der Ludwig-Jahn-Straße sowie die Umgestaltung des Warburger Platzes. Seine Aufzählung reicht bis hin zur Erneuerung von Netzen und Anlagen der technischen Infrastruktur wie Abwasser, Regenwasser, Trinkwasser, Gas, Elektroversorgung und Telekommunikation.

Zieht er den symbolischen Schlussstrich und rechnet alle Mittel zusammen, auch zusätzliche Mittel aus anderen Förderprogrammen des Landes, sind in der Falkenberger Innenstadt in den vergangenen Jahren "hochgerechnet etwa 60 Millionen Euro" verbaut worden", freut sich Herold Quick. Eine Übersicht soll die in Arbeit befindliche Broschüre geben, die 25 Jahre Falkenberger Stadtsanierung Revue passieren lässt. Der offizielle Schlussstrich unter dieses Förderkapitel soll dann am 13. Mai im Rahmen des Tags der Städtebausanierung gezogen werden, teilt Bauamtsleiterin Gundula Manigk mit.

Sie berichtet auch, dass bereits nach Wegen gesucht werde, wie es in Sachen Städtebau zukünftig weitergehen könnte. Die Abgeordneten haben in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag in der nächsten Woche über das Erstellen eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts zu entscheiden. Das soll künftig als Basis für weitere Beantragungen von Fördermitteln dienen und zeigt zukünftige Handlungsschwerpunkte auf. In den vorgeschalteten Ausschüssen wurde diesem Vorgehen ausnahmslos zugestimmt, sodass auch von einem positiven Votum der Stadtverordneten auszugehen ist.