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15 Jahre Kreisarchiv Elbe-Elster
5500 laufende Meter Akten sinddas „Gedächtnis der Region“

5500 laufende Meter Akten beherbergt das Kreisarchiv, hier verschiedene Kreisblätter. Sie sind geordnet. Die Archivarinnen kennen sich aus.
5500 laufende Meter Akten beherbergt das Kreisarchiv, hier verschiedene Kreisblätter. Sie sind geordnet. Die Archivarinnen kennen sich aus. FOTO: Rudow / LR
Herzberg. Die drei Archive der Altkreise wurden zum Kreisarchiv Elbe-Elster in Herzberg zusammengeführt. Das war vor genau 15 Jahren. Genutzt wird es von Ortschronisten ebenso wie von Wissenschaftlern. Von Birgit Rudow

Am 26. Januar ist es genau 15 Jahre her, dass die Standorte der seit 1952 bestehenden Archive in den Altkreisen Herzberg, Bad Liebenwerda und Finsterwalde zusammengeführt wurden. Das Kreisarchiv des Elbe-Elster-Kreises befindet sich seit 2003 am Verwaltungsstandort in der Ludwig-Jahn-Straße in Herzberg. Nur einige Kommunen im Kreis unterhalten noch eigene Stadtarchive. Das Kreisarchiv ist zwar kein Zweckbau, versucht aber, alle Parameter für Archivbauten einzuhalten. Die Magazine, in denen die Bestände lagern, dürfen nur von den Mitarbeiterinnen betreten werden.

Zugeordnet ist das Kreisarchiv dem Kulturamt des Kreises, konkret dem Sachgebiet Kulturverwaltung unter Leitung von Jana Hirschnitz. „Wir sehen unser Archiv als gleichberechtigte Einrichtung an wie die Kreismusikschule oder den Museumsverbund“, sagt die Sachgebietsleiterin.

Betreut wird das Kreisarchiv von Kerstin Großpietsch und Jane Becker. Beide haben berufsbegleitend die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, Fachbereich Archiv, (früher Archivarin) absolviert. Jane Becker ist 2014 von Mühlberg nach Herzberg gekommen, als das historische Stadtarchiv Mühlberg (nicht das Verwaltungsarchiv) vom Kreisarchiv übernommen wurde.

Gut geführte Archive werden oft das „Gedächtnis der Region“ genannt. Das Material ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Archivare „ordnen“ Unterlagen nicht nur, sie verknüpfen Themen und versuchen Zusammenhänge zu finden und herzustellen. Ob Familiengeschichte oder Forschungszwecke – die Freude über eine erfolgreiche Recherche ist bei den Suchenden ebenso groß wie bei den Archivarinnen. „Die Arbeit macht Spaß. Sie ist abwechslungsreich und vielfältig“, sagen beide einmütig.

Das Kreisarchiv hat aber noch viel mehr Aufgaben, als Ahnenforschung oder Dorfgeschichte. 55000 laufende Meter Akten stehen bzw. liegen in den Regalen und Magazinen. Jeder kann sie nutzen.

Ihre Unterhaltung kostet Zeit und Geld. Die Nutzer des Archivs müssen deshalb auch einen kleinen Gebührenanteil leisten. Etwa 2000 Euro hat der Kreis damit im vergangenen Jahr eingenommen. Künftig wird es etwas mehr sein, denn der Kreistag hat auf seiner jüngsten Sitzung eine Gebührenerhöhung beschlossen, weil auch für das Archiv die Kosten steigen. So müssen für einen Arbeitstag im Leseraum jetzt 5 Euro beglichen werden. Wer ein halbes Jahr im Archiv arbeiten möchte, muss 290 Euro bezahlen. „Doch das kommt äußerst selten vor“, sagt Jana Hirschnitz.