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| 19:40 Uhr

Beim Straßenverkehrsamt nachgefragt
Bald blitzt es auch im Schwarzen Weg

 Nicht nur die Polizei ist mit Blitzern unterwegs, auch das Straßenverkehrsamt des Landkreises. Nicht selten wird es von Bürgern oder Kommunen um Hilfe gebeten, um Raser auf bestimmten Straßenabschnitten zur Strecke zu bringen.
Nicht nur die Polizei ist mit Blitzern unterwegs, auch das Straßenverkehrsamt des Landkreises. Nicht selten wird es von Bürgern oder Kommunen um Hilfe gebeten, um Raser auf bestimmten Straßenabschnitten zur Strecke zu bringen. FOTO: dpa / Fabian Sommer
Falkenberg/Elbe-Elster. Wenn Städte und Gemeinden Rasern den Kampf ansagen wollen, ist das Straßenverkehrsamt des Landkreises mit im Boot. Allein 2018 hat es 545 Geschwindigkeits-kontrollen durchgeführt. Von Sylvia Kunze

Rundschau-Leser Bernd Blüher hat sich unlängst darüber beklagt, dass in Falkenberg im Schwarzen Weg sehr oft gerast werde. „Der Schwarze Weg in Falkenberg liegt innerhalb des Stadtgebietes. Damit gelten dort 50 km/h als zulässige Höchstgeschwindigkeit. Meine Erfahrungen als Autofahrer und Radfahrer auf dieser Straße zeigen aber ein anderes Bild. Heute zum Beispiel bin ich von einem Mercedes mit gefühlten 100 Sachen überholt worden. Der Sog hätte mich fast vom Fahrrad geholt. Ich habe auch schon Rennen von Autos erlebt, die deutlich schneller als 50 km/h unterwegs waren“, schreibt Bernd Blüher.

Andrea Wagenmann, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Falkenberg, kennt die Situation vor Ort und bekräftigt: „Wir wollen die Geschwindigkeitsreduzierung in diesem Bereich ganz bewusst.“ Auch wenn die Bebauung fehle, solle man nicht die Anwohner der Krummen Trift und schon gar nicht alle Ausflügler zum Kiebitz-See vergessen, die die Straße in Anspruch nehmen. 50 km/h sind deshalb aus ihrer Sicht voll berechtigt. In Sachen Geschwindigkeitsüberwachung könne die Stadt aber nicht selbst aktiv werden. Sie habe eine entsprechende Anfrage an das Straßenverkehrsamt des Landkreises Elbe-Elster geschickt.

Die dort auch angekommen ist. „Aktuell liegt eine Bitte der Stadt vor, Geschwindigkeitsmessungen im Schwarzen Weg durchzuführen“, bestätigt Amtsleiter Stefan Wagenmann. „Die Zusage wurde erteilt, und die Messung wird in den Messplan des Straßenverkehrsamtes aufgenommen“, verspricht er, ohne natürlich konkrete Termine zu nennen.

Und überhaupt: Anfragen oder Anträge an das Straßenverkehrsamt von Bürgern und Gemeinden mit der Bitte oder Aufforderung, in bestimmten Bereichen zu messen, komme das Straßenverkehrsamt grundsätzlich nach. Eine genaue Anzahl, wie oft derartige Nachfragen auf dem Amtstisch landen, könne er nicht benennen. Sie lägen „aber im überschaubaren Rahmen“, so der Amtsleiter.

Dabei gäbe es Einschränkungen für derartige Blitzer-Einsätze nur aufgrund der vorhandenen Technik. Wagenmann erläutert: „Wenn an der gewünschten Stelle wegen der örtlichen Gegebenheiten die Anlage nicht entsprechend der Vorschriften des Herstellers aufgebaut werden kann, wird von einer Messung abgesehen oder ein anderer Ort gesucht, der sich in der Nähe befindet und dies zulässt.“

Gleichzeitig gehe das Amt immer wieder Hinweisen nach, wenn in bestimmten Streckenabschnitten zu schnell gefahren werde. „So wurden im Jahr 2018 verstärkt Messungen aufgrund von Bürgerbeschwerden in Umleitungsstrecken durchgeführt“, benennt Stefan Wagenmann einen neuen Einsatzschwerpunkt der mobilen Geschwindigkeitsüberwacher.

Prioritäten für Geschwindigkeitskontrollen, die von Kommunen gefordert würden, gebe es nicht. Trete eine Stadt oder eine Gemeinde an das Amt heran, werde diese Bitte in den aktuellen Messplan eingearbeitet und umgesetzt. Sollte es die Gemeinde wünschen, würden ihr auch die Messergebnisse zur Verfügung gestellt.  „Grundsätzlich gilt für alle Messstellen, dass in Abhängigkeit von der Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen weitere Maßnahmen festgelegt werden. Dies können weitere Messungen sein oder auch Änderungen in der Beschilderung oder Markierung, um die entsprechende Verkehrssituation zu verdeutlichen“, sagt Wagenmann.

So eine Veränderung der Beschilderung vor Ort im Schwarzen Weg in Falkenberg würde sich auch Leser Bernd Blüher wünschen: „An der kleinen Kreuzung Schwarzer Weg/Krumme Trift stehen keine Verkehrszeichen. Damit gilt dort Rechts vor Links. Wenn ich das nur einmal aus der Krummen Trift ausnutzen würde, gäbe es einen folgenschweren Unfall, weil 99 Prozent der Autofahrer auf dem Schwarzen Weg diese Situation überhaupt nicht auf dem Schirm haben.“

Doch dem widerspricht die Falkenberger Ordnungsamtsleiterin: „In der Krummen Trift steht ein Vorfahrt-Beachten-Schild. Und selbst wenn es nicht da stünde, wäre aufgrund des Ausbauzustandes deutlich erkennbar, dass es sich bei dem unbefestigten Weg um eine untergeordnete Straße handelt und deshalb den Fahrzeugen auf dem kreuzenden Schwarzen Weg Vorfahrt zu gewähren ist.“

 Die Blitzer-Statistik des Straßenverkehrsamtes Elbe-Elster.
Die Blitzer-Statistik des Straßenverkehrsamtes Elbe-Elster. FOTO: LR / Katrin Janetzko