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424. Moienmarkt in Schlieben – Die Vorfreude steigt täglich

Sie haben bei den Vorbereitungen für den Moienmarkt ihr Bestes gegeben: Ortschronist Hans-Dieter Lehmann, der ein Schliebener Bierbüchlein schrieb, Amtsdirektor Andreas Polz sowie Angela Unger, Cornelia Schülzchen (zugleich auch Bürgermeisterin) und Roland Weigel vom Moienmarktvereinsvorstand (v.l.).
Sie haben bei den Vorbereitungen für den Moienmarkt ihr Bestes gegeben: Ortschronist Hans-Dieter Lehmann, der ein Schliebener Bierbüchlein schrieb, Amtsdirektor Andreas Polz sowie Angela Unger, Cornelia Schülzchen (zugleich auch Bürgermeisterin) und Roland Weigel vom Moienmarktvereinsvorstand (v.l.). FOTO: sk
Schlieben. Natürlich nicht nur auf das eigens für das Fest gebraute Bier, sondern auch auf die vielen Programmpunkte, darunter am Sonntag drei Benefizkonzerte nacheinander. Sylvia Kunze

Der 424. Moienmarkt in Schlieben scheint wieder ein besonderer zu werden. Wann wird es schließlich wieder einmal drei Benefizkonzerte nacheinander an einem Tag geben? Die Organisatoren des Schliebener Stadtfestes versprechen genau das für Sonntag, den 2. Juli. Angekündigt haben sich das Landespolizeiorchester Brandenburg (ab 10 Uhr auf der Freilichtbühne), die Schliebener Musikanten (ab 11.45 Uhr auf der Stadtbühne) sowie das Heeresmusikkorps Neubrandenburg (ab 14 Uhr auf der Freilichtbühne).

Amtsdirektor Andreas Polz kann sich noch bestens an das Vorjahr und den Tag der Bundeswehr in Schlieben erinnern. Da spielte auch schon das Landespolizeiorchester. "Allerdings ohne die versprochene Sängerin", blickt er zurück. "Ich hatte deshalb einen Wunsch frei. Kommt nächstes Jahr wieder, habe ich gesagt", erzählt er, wie diese Dreierkonstellation ihren Anfang nahm. Das Heeresmusikkorps war übrigens 2016 auch schon zu einem Besuch in Schlieben angesagt: drei Wochen nach dem Tag der Bundeswehr. "Als diese enge Terminkette sichtbar wurde, habe ich darum gebeten, dass das Korps sein Konzert ein Jahr verschiebt", so Polz weiter. Und mit den einheimischen Schliebener Musikanten war auch schnell noch eine dritte Formation für die große Benefizaktion gefunden. "Die Spenden, die bei den Konzerten zusammenkommen, sollen für die Vereine Weißer Ring, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und den Moienmarkt- und Kulturverein aufgeteilt werden", erläutert der Amtsdirektor.

Sowohl bei ihm als auch bei allen anderen in die Vorbereitungen des Festes involvierten Helfer steigt die Vorfreude auf das Wochenende täglich. Das Programm verspricht auch in diesem Jahr wieder viel Abwechslung zwischen Markt und Drandorfhof sowie Kellerstraße und Freilichtbühne. Einige Neuerungen sind dabei: zum Beispiel statt der Moienwahl, die nur noch alle zwei Jahre stattfindet, eine etwas andere Historische Ratssitzung in der Stadtkirche, die bereits erwähnten Benefizkonzerte und ganz am Anfang eine Eröffnung mit Fassbieranstich. Im Fass: ein eigens für den Moienmarkt im Finsterwalder Brauhaus gebrautes Lagerbier, das in Anlehnung an das Stadtwappen den Namen "Schliebener Stier" trägt.

"Etwa 100 Literflaschen sind schon verkauft", berichtet Kathrin Hähnelt, die im Drandorfhof das süffige Braune schon einige Tage vorrätig hat. Und der Vorrat an Flaschen und Fässern für den Moienmarkt wird als ausreichend eingeschätzt. Aber wie geht das eigentlich zusammen? Will etwa das neu gebraute Schliebener Bier dem Schliebener Wein den Rang ablaufen? Mitnichten. Beide sorgen in trauter Zweisamkeit und ohne Streitereien am Moienmarktwochenende für gute Stimmung bei den Besuchern, sind sich die Organisatoren sicher. Und außerdem: "Bier hat es in Schlieben schon vor dem Wein gegeben", stellt Ortschronist Hans-Dieter Lehmann klar.

Er muss es wissen, denn extra zum Fest und zum Aufleben der Schliebener Bierbrautradition hat er ein kleines Büchlein "Als die Schliebener noch viel von Hopfen & Malz hielten" geschrieben. In ihm ist zusammengetragen, was es mit dem Getränk und seiner speziellen Geschichte in der Moienstadt auf sich hat. Es wird zum Moienmarkt ebenfalls zum Kauf angeboten. Den einen oder anderen Euro sollten Besucher deshalb unbedingt einstecken. Mehr zum Fest gibt es übrigens heute auch auf Seite 20 lesen.