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| 16:48 Uhr

21. Internationales Puppentheaterfestival im Elbe-Elster-Land
Wenn das Pech im Schlafzimmer ist

 Zum passenden Happy End wurde es dann noch musikalisch. Neben Mundharmonika (Jörg Schmidt, links) kamen noch Gitarre von Jan Mixsa und ein Blecheimer zum Einsatz.
Zum passenden Happy End wurde es dann noch musikalisch. Neben Mundharmonika (Jörg Schmidt, links) kamen noch Gitarre von Jan Mixsa und ein Blecheimer zum Einsatz. FOTO: Rico Meißner
Uebigau. Mit einer Mischung aus Realtheater und Puppenspiel entfachen Jan Mixsa und Jörg Schmidt im Uebigauer Schloss Begeisterungsstürme. Von Rico Meißner

 Jetzt ist es also klar: Das Pech ist im Schlafzimmer. Zumindest das persönliche Pech vom Kasper. Es ist schwarz und hat keine Hände, dafür aber ein großes Mundwerk.

Was ein bisschen skurril klingt, sorgte am Dienstagabend im Uebigauer Schloss bei komplett gefüllten Raum als „Anpackanleitung“ für jede Menge Lacher im Publikum. Mit einer Mischung aus Realtheater und Puppenspiel haben es Jan Mixsa und Jörg Schmidt geschafft, die Zuschauer zu donnerndem Applaus zu bewegen.

Da ist zunächst die rüstige alte Frau Adler (Mixsa), die in ihrem Haus, das sie noch „mit Horst“ bewohnt hat, ihr Alter zu verbringen gedenkt. Genau das versucht ihr aber ein übereifriger Arzt (Schmidt) auszureden und schlägt ihr permanent vor, in eine Altersresidenz umzuziehen. Keine Chance.

Aber die alte Dame hat ein Faible fürs Puppenspiel und nötigt ihren Gegenspieler, genau das auch mit ihr gemeinsam umzusetzen. Damit entspinnt sich eine Geschichte in der Geschichte, ganz klassisch mit Kaspar, Gretel, einem Krokodil und dem Teufel, der schon mal ordentlich etwas auf die Mütze bekommt. Stichwort: „Ich arbeite nach alten, bewährten Methoden“. Bei dem Versuch, mittels Zauberspruch ein goldenes Kleid für die Gretel herbeizuwünschen, geht aber einiges schief, und so erscheint das angesprochene „persönliche Pech“. Und das muss wieder weg, mit allen Mitteln.

Immer wieder binden Mixsa und Schmidt das Publikum ein, adressieren aber die ältere Generation wie Kindergartenkinder. Das sorgt für etliche Lacher. Etwa den Ausspruch „Wenn das Krokodil hinter mir steht, habt ihr mich gefälligst vorzuwarnen“. Und so rufen bei nächster Gelegenheit aber auch alle prompt  „Vorsicht, hinter dir!“ Als es dann auf der Bühne zur „Rostbratwurst-Salami-Suppe kommt“, ist schließlich auch der genervte Arzt von der Puppenspielsucht befallen. Und die alte Dame Adler darf in ihrem Häuschen bleiben.

Für Jörg Schmidt, engagiert beim Staatstheater Meiningen, bleibt es eine Arbeit, bei der „der Spaß das Wichtigste“ sei. Und den hat er unübersehbar genauso wie sein Kollege Mixsa. Der Applaus nach der Vorstellung gab den beiden recht. Und die Gäste im „üppigen Uebigau“ wissen nun auch, was Frauen wirklich wollen. Frauen wollen Einbauküchen.