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| 16:31 Uhr

5000er-Besuchermarke erneut geknackt
Was für ein Puppen-Theater im Elbe-Elster-Land!

 Ulli Voland ist der neue künstlerische Leiter des Internationalen Puppentheaterfestivals in Elbe-Elster. Jetzt darf er zufrieden lächeln.
Ulli Voland ist der neue künstlerische Leiter des Internationalen Puppentheaterfestivals in Elbe-Elster. Jetzt darf er zufrieden lächeln. FOTO: Jürgen Weser
Elbe-Elster. Gleitender Übergang mit furiosem Premierenerfolg: Das 21. Internationale Puppentheaterfestival, erstmals unter neuer Leitung, legt die Messlatte hoch. Von Frank Claus

Das gab es in 20 Jahren zuvor noch nie: Alle Erwachsenenveranstaltungen des 21. Internationalen Puppentheaterfestivals waren ausverkauft. An einigen Spielorten mussten noch zusätzliche Stühle beschafft werden, um den Ansturm zu bewältigen.

Die Fakten: Insgesamt 5242 Besucher sind gezählt worden. Damit ist die 5000er-Marke erneut geknackt worden. Seit mehreren Jahren nun schon, was dafür spricht, dass Puppentheater längst einen festen Liebhaberkreis gefunden hat. Zwar bedeuten die 5242 Gäste rein zahlenmäßig keinen neuen Rekord – der stammt aus dem Vorjahr mit 5817 Besuchern, aber: In diesem Jahr gab es „nur“ 60, im Jubiläumsjahr 68 Veranstaltungen.

Für den neuen Festivalleiter Ulli Voland ist das ein gelungener Einstand. Denn immerhin hat er am Programm geschraubt, eine ganze Reihe neuer, bislang unbekannter Bühnen aufspielen lassen. Das Risiko hat sich gelohnt. Wobei, und das möchte er gleich zu Beginn betont wissen: „Mein Ziel ist es, die hohe Qualität des Festivals, die unter Leitung von Dr. Olaf Bernstengel erarbeitet wurde, fortzuführen.“

Und das mit gleichbleibendem Etat von etwa 40 000 Euro. Finanziert wird das Puppen-Spektakel seit mehreren Jahren vom Land Brandenburg (31 %), Eintrittsgeldern (27 %), dem Landkreis (21 %), der Sparkassenstiftung (11 %) und Sponsoren (10 %).

Ulli Voland wartet bereits mit Spannung auf die Auswertungsrunde. „Wenn alle Erwachsenveranstaltungen ausverkauft waren, bedeutet das sicher auch, dass wir den Veranstaltern an den einzelnen Aufführungsorten mit der Erhöhung des Eigenanteils nicht zu viel zugemutet haben“, sagt er. Ohnehin hätten die Organisatoren immer wieder gehört, dass die Initiatoren an den einzelnen Orten helfen wollen, das Festival auch in der Zukunft weiter attraktiv zu gestalten.

Für Elbe-Elsters Kulturamtsleiter Andreas Pöschl war das 21. Festival „ein gelungener Einstand“ für Ulli Voland. Er habe Kontakte zu anderen Bühnen, andere Zugriffsmöglichkeiten. „Das hat das Festival neu belebt“, sagt Andreas Pöschl und gibt dem Festivalleiter, sich selbst und dem Organisationsstab aber eine Hausaufgabe auf: „Wir müssen es schaffen, die öffentlichen Kinderveranstaltungen außerhalb von Schulen noch anziehender zu machen.“ Denn er habe eins beobachtet: „Kommen mal nicht Märchen der Gebrüder Grimm zur Aufführung, sinkt das Interesse. Scheinbar können die Eltern, die bringen ja ihre Kinder mit, mit neuen Erzählungen nichts anfangen. Dabei sind die so wunderbar“, sagt er. Sicher scheint, hier müssen im Marketing vor Veranstaltungen neue Wege gegangen werden. Steffi Marschner, die Frau, bei der im Kulturamt alle Fäden zusammenlaufen, lobt das Engagement aller Veranstalter in den einzelnen Orten. „Wir haben von den Puppenspielern immer wieder gehört, wie wohl sie sich fühlen, wie sehr sie die Atmosphäre in Elbe-Elster schätzen“, sagt sie.

Das hat auch Ulli Voland zu spüren bekommen. „Die Berufskollegen sind begeistert. Schon jetzt wollten sich viele für das nächste Jahr anmelden.“ Er selber sei gerade auf einem mehrtägigen Gastspiel in Hamburg und reise dann weiter nach Süddeutschland. Puppentheater werde immer stärker nachgefragt und sei längst nicht „nur“ tri tra trallala, sondern zeitgenössisch kritisch. Dass es ihm gelungen sei, verschiedene Formen des Puppenspiels zu verpflichten, freue ihn ebenso.

Und jetzt? In Elbe-Elster stehen große Aufgaben an: Im Januar 2020 wird der Landkreis erstmals die Jahrestagung des Verbandes deutscher Puppentheater (VdP), dem etwa 150 Puppenbühnen aus ganz Deutschland angehören, ausrichten. Das wird mit einem kleinen Festival verbunden. Und voraussichtlich zum Internationalen Tag der Museen im Mai soll dann auch bei der neuen Ausstellung „Kaspers Welten“ im Museum Bad Liebenwerda der Vorhang aufgezogen werden.