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| 02:38 Uhr

2000 Unterschriften für den Körbaer Teich

"Rettet den Körbaer Teich" heißt die im Dorf angeschobene Initiative.
"Rettet den Körbaer Teich" heißt die im Dorf angeschobene Initiative. FOTO: Kunze
Körba. Es besteht kein Zweifel: Die Körbaer und viele Menschen der umliegenden Gemeinden stehen voll hinter dem Körbaer Teich. Das vom Land angeschobene Verfahren zur Ausweisung des Areals und angrenzender Bereiche als Naturschutzgebiet stößt vor Ort auf viel Gegenwehr. Sylvia Kunze

2000 Unterschriften haben Ortsvorsteherin Annett Micknaß und ihre Helfer bereits zusammengetragen. Sie alle stehen für einen Stopp dieses Verfahrens. Zudem füllten am Donnerstagabend etwa 150 Interessierte den "Goldpunkt"-Saal, um an der Informationsveranstaltung teilzunehmen, bei der Vertreter des Landesamtes für Umwelt zu dem laufenden Verfahren der Unterschutzstellung Rede und Antwort standen. Körbaer ebenso wie Bewohner umliegender Orte, die alle enge Verbindungen zum Teich haben, zum Beispiel als Anlieger, als Bade- und Erholungsgäste, als Jäger, als Angler, als Grundstücksbesitzer. "Ich freue mich, dass so viele mit ihrer Anwesenheit bekunden, wie wichtig ihnen die Zukunft des Körbaer Teiches ist", sagte Annett Micknaß.

Aber wie ist es um diese Zukunft bestellt? Die Sicht darauf ist sehr unterschiedlich. Detlev von Heydebrand, Referatsleiter im Landesamt für Umwelt, gab sich redlich Mühe aufzuzeigen, dass mit der Ausweisung des Naturschutzgebietes vor Ort keine Einschränkungen entstünden. Aber die Zweifel sind groß. Die aus dem Schliebener Land stammende Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB/Freie Wähler) hebelte immer wieder die Erläuterungen des Naturschutzbeauftragten aus. Insbesondere als es um mögliche Entschädigungen für etwaige Nutzungseinschränkungen ging, grätschte sie dem Referenten ins Wort und erinnerte daran, dass derartige Programme, wenn überhaupt, zu spät greifen. Und zum Thema Jagd zeigte sie aus eigenem Wissen auf, dass im Entwurf aufgemachte Vorgaben an der Realität vorbeigehen.

Letztlich blieb die Diskussion immer an einem entscheidenden Punkt stecken: Christian Hentrich, der für einen in Gründung befindlichen Förderverein "Mensch & Natur - Erholungsgebiet Körbaer Teich" sprach, hatte gleich zu Beginn der Veranstaltung die Forderung nach einer befristeten Veränderungssperre für das derzeitige Landschaftsschutzgebiet "Körbaer Teich" aufgemacht. Gleichzeitig sollte die angekündigte Auslegung des Entwurfs zur Ausweisung des Naturschutzgebietes verschoben werden. Alles mit dem Ziel: Gemeinsam nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen, die beide Seiten akzeptieren können. Auf die Frage, warum man das Verfahren nicht ein paar Monate ruhen lassen könne, um Schritt für Schritt ein Konzept zu erarbeiten, erhielt er lange keine Antwort. Erst zum Ende der dreistündigen kontroversen Diskussion räumte der Referatsleiter ein, sich beim Ministerium für einen Auslegungsaufschub einsetzen zu wollen und sich schnellstmöglichst gemeinsam an einen Tisch zu setzen. "Ich hoffe, dass wir einen Kompromiss finden, der allen Interessen gerecht wird", beendete der Schliebener Amtsdirektor An dreas Polz die Debatte.

Ortsvorsteherin Annett Micknaß möchte währenddessen den Kontakt zu allen am Verfahren Interessierten halten (Kontakt: Telefon 0160 2739686 oder E-Mail: annettm69@gmail.com).